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Die Zeit als Stressfaktor Bevölkerungsbefragung
© Vera Hewener
Einführung
Zeitvorstellungen und die Wahrnehmung der Zeit haben sich in einem langen geschichtlichen Prozess entwickelt. Der Umgang mit ihr ist das Ergebnis des jeweils aktuellen gesellschaftlichen Zeitempfindens, das sich aus der kulturellen Überformung vergangener Zeitbedeutun-gen speist. In welcher Weise eine Gesellschaft die Zeit zum Gegenstand ihrer Organisation macht, beeinflusst auch den individuellen und sozialen Umgang mit ihr.
Inwieweit Zeitstrukturen die soziale Existenz und die Gesundheit ihrer Mitglieder beeinträchtigen, untersuchte Dr. Jürgen Rinderspacher (1) von der Evan-gelisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität. Die zeitliche Normierung von Tätigkeiten und Bedürfnissen unter der Bedingung beschleunigter Handlungen und Prozesse könne im Widerspruch zum biologisch-sozialen Rhythmus der Personen stehen. Dieser Widerspruch stelle eine permanente Belastung dar, die pathogene Züge trage. Das Problemlösungsverhalten müsse immer wieder darauf hin überprüft werden, ob es eine Möglichkeit effizienteren Handels gebe. Dies werde problematisch, wenn zeitliche Vorgaben unüberwindbar seien, z. B. durch Überforderung der menschlichen Bewegungs- und Reaktionsfähigkeit, wenn die Regenerationsbedingungen die körperliche und seelische Erholung nicht mehr zulassen würden, wenn die zeitliche Orientierung von Personen mit der ihres sozialen Umfeldes nicht mehr übereinstimmten und wenn das Individuum die soziale Situation nur eingeschränkt gestalten könne. Wie sieht nun die Zeitstrukturierung in unserer Gesellschaft aus und welche Folgen lassen sich daraus ableiten?
Der Wandel von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft geht mit einer Flexibilisierung der Arbeits- und Betriebszeiten ein-her, die zu sozialer Desynchronisation geführt haben mit der Folge, dass Fahr-gemeinschaften sich auflösen, der Energieverbrauch in privaten Haushalten durch individuelle unterschiedliche Aktivitätszeiten steigt und die Städte einen Nonstop-Betrieb an Dienstleistungen sichern müssen, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die zwischen-menschlichen Beziehungen, die glei-chermaßen an Kontinuität und Stabilität verloren haben, erkennbar an den Statistiken der Haushaltsgrößen in Städten und steigenden Scheidungsraten.
Nach Studien des Karlsruher Instituts für Arbeits- und Sozialhygiene (2) leiden 85% der deutschen Manager an Beschwerden ohne erkennbare organische Ursachen. 57% der Todesursachen im Saarland 1999 waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, davon starben 14% an einem akuten Myokardinfarkt, 45% davon waren Frauen. Bei den Krankheiten des Verdauungssystems lag der Frauenanteil bei 46%. Die Folgen von Stresserkrankungen betreffen demnach Frauen und Männer gleichermaßen. An den Folgen von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen verstarben mehr Männer als Frauen. Zwei Drittel der Selbstmorde wurden von männlichen Personen verübt.
Zum Umgang mit der Zeit fand 2002 in Saarbrücken eine Bevölkerungsbefragung statt. Sie sollte aufzeigen, wie der Umgang mit der Zeit das Wohlbefinden beeinflusst und ob es Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Zeitbedeutungen und der Zeitwahrnehmung gibt.
Die Befragung erfolgte anonym mittels eines standardisierten Fragenbogens. Insgesamt betrug die verwertbare Rücklauf-quote 150 Fragebögen von 117 weiblichen und 33 männlichen Personen.
1. Was bedeutet Zeit für Sie?
Die Zeit als metaphysischer Bedeutungsgehalt, die individuellen Einstellun-gen und Haltungen zu ihr als nicht fasslichem Realitätskonstrukt standen im Blickpunkt dieser Frage. Individuelle Werthaltungen und geschlechtsspezifische Unterschiede sollten Erkenntnisse über die derzeitige Zeitwahrnehmung hervorbringen.
Eine hohe Wertschätzung der Zeit gaben mehr als ein Drittel aller Befragten an. Unterteilt nach Geschlechtergruppen war dies jede 2,8te Frau und jeder 3,4te Mann, d.h. Frauen maßen der Zeit als solche mehr Bedeutung zu als Männer. Ob dies damit zu tun hat, dass Frauen den Fortgang der Zeit regelmäßig durch ihren zyklischen Körperrhythmus spüren oder eine andere sozialstrukturell bedingte zeitliche Belastungen austragen, bleibt offen.
Ebenfalls ein Drittel der Befragten assoziierten Zeit mit etwas Lebendigem, Selbstbestimmtem, Gestaltbarem, wobei die geschlechtliche Abweichung hier nur gering war. Der Umgang mit der Zeit scheint für Frauen und Männer eine gleichwertige Bedeutung zu haben. Der metaphysische Bedeutungsgehalt der Zeit hat danach keine Auswirkungen auf die direkte Umsetzung in der Eigenzeit (4), was bedeutet, die Sinnhaftigkeit der Zeit als solche bzw. ihre Seinserfahrung ist unabhängig von der eigenen zeitlichen Orientierung.
Sowohl 11% der Frauen als auch der Männer nahmen eine eher passive Haltung ein. Jeder Zehnte akzeptierte danach Zeitabläufe in ihrer aktuellen Erfahrbarkeit und wertete sie als eine Determinante im Lebenslauf, als etwas Schicksalhaftes. Das aktuelle gesellschaftliche Zeitregime spiegelte sich hier direkt in der Werthaltung wieder, d.h. die Person selbst agiert nicht, sie kann nur reagieren.
Eine eher materielle Haltung äußerten 10% der Befragten, wobei es hier deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab. Nur jede 14te Frau gewann der Zeit eine materielle Bedeutung ab, aber jeder 6te Mann. Einerseits spiegelte sich hier auch die unterschiedliche metaphysische Beziehung zur Zeit wieder. Andererseits wirkte sich hier auch die Rollenverteilung deutlich aus. Männer sahen in der Zeit eher einen geldwerten Vorteil. Die Losung „Zeit ist Geld“ ist danach eine männliche Konnotation.
Eine rationale Einstellung äußerten 3% aller Befragten, wobei dies nur Angaben von Frauen waren. Der sorgfältige Umgang mit der Uhrzeit und Pünktlichkeit ist danach eher eine Frauendomäne. Angesichts der Tatsache, dass laut den Sozialindikatoren der Befragten 76 % der verheirateten berufstätigen Frauen auch Kinder versorgten und daher ein hohes Maß an Organisationstalent aufbringen müssen, um den Alltag zu regeln, ist dies nicht verwunderlich. Es erklärt jedoch nicht den Unterschied der Konnotationen hinsichtlich der materiellen Einstellung: Wenn Zeit Geld ist, bedarf es hierzu auch des sorgfältigsten Umgangs mit ihr.
Eine eher depressive Haltung nahmen insgesamt 6% aller Befragten ein, wobei dies geringfügig mehr männliche Personen als weibliche angaben.
Fazit Insgesamt betrachtet äußerten zwei Drittel der Befragten eine positive Einstellung zur Zeit. Die größte Abweichung bei den Geschlechtern betraf die materielle und rationale Einstellung und die Wertepräferenz insgesamt. Danach nehmen Frauen die Zeit intensiver wahr und gestalten sie bewusster. Männer hingegen werten Zeit eher als Produktionsgröße. Zeit als etwas Metaphysisches scheint bei Männern weniger intensiv ausprägt zu sein als bei Frauen.
2. Wie viel Zeit haben Sie?
Die persönliche Zeitwahrnehmung hängt mit der individuellen Eigenzeit (5) eines jeden Menschen zusammen. Ob jemand dabei zu viel oder zu wenig Zeit empfindet, misst sich daran, ob er die Dinge, die für ihn Bedeutung haben, in seinem Alltag verwirklichen kann bzw. ob er die Zeit, die er zur Verfügung hat, mit sinnvollen Dingen ausfüllen kann. Was dabei als sinnvoll verstanden wird, hängt von den individuellen Wertepräferenzen ab.
2.1 Zeitwohlstand
44,7% der Gesamtgruppe gaben Zeitwohlstand an. Von den Geschlechtergruppen waren dies 47% der weiblichen und 36,4% der männlichen Befragten. Von den befragten weiblichen Personen gaben 53% an, viel Zeit zu haben. Von den männlichen Personen gaben 45,5% Zeitwohlstand an.
Männliche Befragte haben insgesamt in der Kategorie Zeitwohlstand ein hohes Zeitbudget zur Verfügung. Im Verhältnis gaben dreimal so viel Männer wie Frauen den höchsten Rang an. Das bedeutet, wenn Männer über Zeitwohlstand verfügen, ist dieses Zeitbudget sehr hoch. Nach Altersgruppen unterteilt ergab sich eine lebensphasenspezifische Zeitverfügbarkeit bei den weiblichen Befragten. Ab dem 50. Lebensjahr stieg die verfügbare Zeit wieder an. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder erwachsen und haben meist einen eigenen Hausstand gegründet. 72,4% der Wertungen in Rang vier und fünf fielen in die Altersgruppe der über 50jährigen Frauen. Vergleicht man hierzu die männliche Personengruppe so gab es beim höchsten Zeitwohlstand eine Abweichung von mi-nus 8,4%, was sich auch in der Gesamtbewertung wiederspiegelte.
2.2 Zeitnotstand
Über Zeitmangel klagten 37,6%, der weiblichen und 44,4% der männlichen Befragten. Lediglich 8% hatten weder zuviel noch zu wenig Zeit, wobei es sich hier ausschließlich um weibliche Personen handelte. Unterteilt nach Alterstruktur klagte ein Viertel der 40-49jährigen weiblichen Befragten über Zeitnot, gefolgt von jeweils 18% der 50-59-Jährigen und 30-39Jährigen. Immerhin 14% der 60-69Jährigen und 7% der über 70Jährigen ist davon noch betroffen. Auch 11% der unter 20Jährigen hatte zu wenig Zeit. Die Altersgruppe der 30 bis 50-Jährigen war am stärksten vertreten.
Bei den männlichen Befragten klagten ein Drittel der 40-49-Jährigen, jeweils ein Viertel der 30-39-Jährigen und 50-59-Jährigen und jeweils 8% der unter 20-Jährigen und über 60-Jährigen über Zeitnot. In der Gruppe der 40-49-Jährigen waren mehr Männer als Frauen zu finden.
Insgesamt gaben 37% aller Befragten Zeitmangel an. Unterteilt nach Geschlecht standen demnach doppelt soviel Männer wie Frauen unter großem Zeitdruck. Unter sehr großem Zeitdruck litten viermal so viel Frauen wie Männer.
Fazit: Betrachtet man die Gesamtgruppe der Befragten, so gaben 51% Zeitwohlstand, 38% Zeitnot und 8% ein ausgeglichenes Zeitverhältnis an. 4% hatten diese Frage nicht beantwortet. Bezogen auf die Geschlechtergruppe hatten 37,6% der Frauen und 44,4% der Männer Probleme mit der Zeiteinteilung. Die Hälfte der Befragten war mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit zufrieden. Für sie ist Zeit kein Stressfaktor. Jeder Dritte jedoch hat Schwierigkeiten, mit der ihm zur Verfügung stehenden Zeit auszukommen. 84% der zeitgestressten Personen erleben dabei einen mittleren bis sehr hohen Zeitdruck, was bedeutet, dass Probleme mit der Zeit meist massiv auftreten, wenn sie vorhanden sind. Immerhin 22% der Gesamtgruppe verspürten einen großen bis sehr großen Zeitdruck. Jeder Fünfte läuft danach Gefahr, seine Gesundheit durch den Stressfaktor Zeit zu beeinträchtigen.
3. Wie viel Zeit hätten Sie gerne?
Die Frage sollte darüber Auskunft geben, ob alle Bedürfnisse mit der zur Verfügung stehenden Zeit in Einklang gebracht werden konnten und ob es auch hier geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Diese Frage wurde von 106 Personen beantwortet, davon 82 weibliche und 24 männliche Personen. Bezogen auf die Geschlechtergruppen waren dies 73% der männlichen und 70% der weiblichen Personen.
42% der Frauen und 46% der Männer kamen mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit aus, verspürten keinen Zeitdruck. 58% der Frauen und 54% der Männer wünschten sich mehr Zeit, obwohl nur 37,6% der Frauen und 44,4% der Männer bei der vorherigen Frage über Zeitnot klagten. Bezogen auf die Gesamtgruppe wünschten sich 57,5% mehr Zeit als sie haben. Setzt man dies in Beziehung zur vorherigen Frage bedeutet dies, dass zwar die Hälfte mit der Zeit auskommt, jedoch nur 42,5% mit ihrem Zeitbudget tatsächlich zufrieden sind. 26% wünschten sich zwischen drei bis vierundzwanzig Stunden mehr Zeit. Setzt man dies in Beziehung zur Berufstätigkeit der Geschlechtergruppen, wird deutlich, dass Berufstätigkeit nicht in jedem Fall zur Zeitnot führt, denn 45% der Frauen waren berufstätig, jedoch nur 37,6% bemängelten das Zeitbudget, aber 58% hatten dennoch ein größeres Zeitbedürfnis. Im Vergleich hierzu waren 64% der Männer berufstätig, 44,4% beklagten die Zeitenge und nur 54% hatten ein größeres Zeitbedürfnis, was bedeutet, obwohl fast zwei Drittel der männlichen Personen berufstätig war, wünschten sich nur etwas mehr als die Hälfte mehr Zeit. Bei den Frauen war diese Bezugsgröße umgekehrt. Fast die Hälfte war berufstätig, aber 58% wünschten sich mehr Zeit.
Fazit Dies bedeutet, dass auch nicht berufstätige Frauen ein größeres Zeitbedürfnis haben, als das vorhandene Zeitbudget hergibt.
4. Was tun Sie, wenn die Zeit knapp wird?
Diese Frage sollte Auskunft geben über die Bewältigungsformen einer anspannenden Situation, insbesondere sollten einerseits die Wirkungen von Zeitenge als Stressfaktor mit krankmachenden Auswirkungen und andererseits auch kreative Lösungen herausgearbeitet werden.
Die Wertungen wurden in zwei Kategorien angeboten, d.h. Reaktion auf Zeitdruck in Form von Distress mit psycho-somatischen Symptomen und Reaktion auf Zeitdruck in Form von Eustress mit Kreativität und Konstruktivität. Es waren Mehrfachwertungen möglich.
4.1 Psychosomatische Symptome
Die Frage wurde von 73% der Befragten beantwortet, davon 21% männliche Personen und 79% weibliche Personen. Bezogen auf die Geschlechtergruppen waren dies 70% aller männlichen und 74% aller weiblichen Personen, d.h. prozentual betrachtet hatten fast gleich viel Männer und Frauen diese Frage beantwortet.
Die Unruhe und Nervosität war das häufigste Anzeichen für Zeitdruck, sowohl in der Symptomliste mit 46% als auch in den Geschlechtergruppen mit 85% (w) bzw. 83% (m). Aggression war die zweithäufigste Reaktion mit 19% aller Symptome. Auch in den Geschlechtergruppen reagierte jeweils ein Drittel aggressiv, wenn die Zeit knapp wurde. An dritter Stelle wurden sowohl Magenschmerzen als auch Herzklopfen mit jeweils 11% als Symptom genannt. In den Geschlechtergruppen traten hier jedoch deutliche Abweichungen auf. 26% der Männer gaben Magenschmerzen als dritthäufigste Reaktion an, d.h. jedem Vierten schlug der Stressfaktor Zeit auf den Magen. An dritter Stelle rangierten bei 23% der Frauen jedoch Herzklopfen. Zählt man den Schwindel und Kopfschmerzen als vegetative Reaktion hinzu, waren dies 46%.
Dies bedeutet, dass Zeitdruck bei fast der Hälfte der Frauen das Herz-Kreislauf-System belastete, was auch der Mortalitätsrate der Frauen an akuten Myokardinfarkten entspricht (5). Die Belastung im männlichen Personenkreis betrug hier lediglich 17%. Zeitdruck als Stressfaktor machte sich bei Männern durch Nervosität, erhöhter Aggressivität und im Gefolge mit Magenschmerzen bemerkbar. Bei den Frauen kamen zur Nervosität und Aggressivität vegetative Reaktionen hinzu. 3% gaben direkt Krankheiten als Folgeerscheinungen von Stressreaktionen an.
Fazit: Das bedeutet, dass Frauen bei Dauerstress eher körperlich erkranken können als Männer.
4.2 Zeitdruck als Eustress
Die Frage wurde von 67% der Befragten beantwortet, davon 24% männliche Personen und 76% weibliche Personen. Bezogen auf die Geschlechtergruppen waren dies 73% aller männlichen und 66% aller weiblichen Personen, d.h. prozentual betrachtet betrug die Differenz zwischen Männern und Frauen 7%.
Zwei Drittel der Befragten reagierte sowohl mit Di- als auch mit Eustress auf Zeitdruck. Die häufigste Wertung sowohl in der Reaktionsliste (28%) als auch in den Geschlechtergruppen war die Konzentration auf das Wesentliche, und zwar bei Männern mit 42%, bei Frauen jedoch mit 57%. Frauen reagierten danach eher rational auf Zeitdruck. Diese Aussage korreliert auch mit der Wertepräferenz der Zeiteinschätzung. Fast jeder zweite Mann reagierte unter Zeitnot rational, jeder dritte sah dies als Herausforderung, die seine Gesundheit nicht beeinträchtigt, jeder sechste war daran gewöhnt, spürte einen Energiezuwachs und suchte soziale Lösungen. Nur jeder achte Mann wertete dies unter Be-ziehungsaspekten und nur jeder zwölfte konnte Zeitdruck etwas Gutes abgewinnen.
Mindestens jede zweite Frau reagierte unter Zeitnot rational, jede vierte spürte einen Energiezuwachs, war daran gewöhnt und suchte soziale Lösungen. Jede fünfte Frau wertete dies unter Beziehungsaspekten. Nur jede sechste empfand dies als Herausforderung und fühlte sich gesundheitlich nicht beeinträchtigt, aber jede achte Frau konnte Zeitdruck etwas Positives abgewinnen.
Bezogen auf die Gesamtgruppe (n=150) gingen fast zwei Drittel der Befragten produktiv mit Zeitdruck um. Mindestens jeder Dritte konzentrierte sich auf das Wesentliche, jedem sechsten wuchsen neue Energien zu, jeder siebte war das gewöhnt und suchte sich Hilfe, mindes-tens jeder Achte fühlte sich dadurch nicht beeinträchtigt und empfand dies als Herausforderung, jeder Neunte fühlte sich dadurch gebraucht und jeder Vierzehnte sah darin auch etwas Positives.
Fazit: Während Distress von 4% mehr Frauen als Männern angegeben wurde, gaben Eustress 7% mehr Männer als Frauen an. Männer können danach eher produktiver mit Stresssituationen umgehen als Frauen bzw. Frauen reagieren intensiver aus den Stressfaktor Zeit.
5. Was tun Sie, wenn Sie Zeit übrig haben?
Die Frage nach Zeitwohlstand war eine Frage nach dem Umgang mit zu viel Zeit. Passives Ertragen kann ebenfalls zu ungesunden Reaktionen führen. Aktivität oder Passivität bestimmen hier den Grad an Gesundheitsförderung bzw. –schädigung. Die Vorgaben waren daher in zwei Kategorien eingeteilt. Es waren Mehrfachantworten möglich.
5.1 Gesundheitsschädigende Reaktionen
Die Frage wurde von 23% beantwortet, davon 26% männliche und 74% weibliche Personen. Bezogen auf die Geschlechtergruppen waren dies 21% der Frauen und 27% der Männer. Setzt man dies in Beziehung zu den Wertepräferenzen der Zeiteinschätzung nahmen 18% der männlichen Befragten und 20% der weiblichen Befragten eine eher unprodutive Haltung zur Zeit ein.
In der Reaktionsliste machten Essprobleme knapp die Hälfte (46%) der gesundheitsschädigenden Reaktionen aus, ge-folgt von Langeweile und depressiven Reaktionen ( je 21%) und an dritter Stelle dem Gefühl von subjektiver Wertlosigkeit und Alkoholkonsum (je 6%). Es bestanden deutliche Unterschiede in den Bewältigungsmuster der Geschlechter. 67% der Männer empfanden am häufigsten Langeweile, wenn sie mehr Zeit hatten, als sie brauchten. Bezogen auf die männliche Gesamtgruppe waren dies 18%. Im Vergleich hierzu betrug die passive Werthaltung zur Zeit 11 % der männlichen Gesamtgruppe. Mehr als die Hälfte (56%) reagierte mit Frustessen, jede fünfte Reaktion betraf Alkoholkonsum oder depressive Reaktionen und jeder neunte Problemlösungsversuch betraf die Empfindung subjektiver Wertlosigkeit. Auch hier besteht eine deutliche Korrelation zu den Wertepräferenzen bei depressiven Reaktionen (vgl. depressive Werthaltung 7%).
68% der Wertungen von Frauen bezogen sich auf Frustessen als Problemlösung, wenn zu viel Zeit zum Stressfaktor wird. Jede dritte reagierte depressiv, jede sechste langweilte sich, jede zwölfte fühlte sich überflüssig und jede fünfundzwanzigste trank Alkohol. Die Neigung zu depressiven Reaktionen war stark an die Altersgruppe gekoppelt. 88% der Frauen in dieser Gruppe waren älter als 45 Jahre. Der Anteil an der weiblichen Gesamtgruppe beträgt hier 7%. Dies entspricht auch der depressiven Werthaltung der weiblichen Befragten zur Zeit mit 6%. Frustessen trat mit 47% bei Frauen ü-ber einem Lebensalter von 60 Jahren auf. Lediglich 18% der Gruppe waren jünger als 30 Jahre. Männliche Personen begannen ebenfalls mehr zu essen, neigten jedoch weniger zu Depressionen. Alkoholkonsum als Stressreaktion auf ein Zuviel an Zeit gaben 18% mehr männliche Personen als weibliche an. Bezogen auf die Gesamtgruppe hatte nur jeder fünfte Befragte Probleme, mit Zeitwohlstand produktiv umzugehen, davon begannen 15% aus Langeweile zu essen, wurden je 7% depressiv und empfanden Langeweile und je 2% fühlten sich überflüssig oder tranken Alkohol.
Fazit: Die passive männliche Einstellung zur Zeit spiegelte sich hier im Empfinden von Langeweile wieder. Doppelt soviel Männer wie Frauen waren davon betroffen. Zwei Drittel der Frauen machte Frustessen zu schaffen und jede dritte bekam Depressionen. Alkoholkonsum spielte bei jedem fünften Mann eine Rolle, jedoch nur bei jeder fünfundzwanzigsten Frau.
5.2 Gesundheitsfördernder Umgang mit Zeitwohlstand
Die Frage wurde von 98% der Befragten beantwortet; davon 76% weiblich und 24% männlich. Bezogen auf die Geschlechtergruppen waren dies bei den männlichen Personen 100% und bei den weiblichen 97%. Von den Männern und Frauen wurde als häufigste Form der Zeitnutzung das Pflegen des Hobbys angegeben, und zwar von 63% der Männer und 55% der Frauen. Jeder dritte Mann suchte sich am zweithäufigsten eine Beschäftigung oder kümmerte sich um sich selbst. Jeder Vierte unternahm an dritter Stelle etwas mit seiner Partnerin oder faulenzte, jeder Fünfte wurde kreativ oder trieb Sport, jeder sechste betrieb Körperpflege und jeder Siebte betrachtete Zeitwohlstand als etwas Positives. Am Zweithäufigsten beliebt war bei jeder zweiten Frau das Faulenzen, gefolgt vom Kümmern um sich selbst. Jede dritte Frau nannte an dritter Stelle kreativ werden, gefolgt vom Suchen nach einer Beschäftigung und Sport oder Fitness und fast jede dritte Frau pflegte ihren Körper. Jede vierte Frau unternahm jedoch erst an siebter Stelle etwas mit ihrem Partner und betrachtete Zeit als etwas Positives. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern war die Neigung bei fast der Hälfte der Frauen, freie Zeit mit dem süßen Nichtstun auszufüllen. Setzt man diese Aussagen zur Berufstätigkeit der Frauen mit Kindern in Beziehung, erscheint dies nicht verwunder-lich. 75% der berufstätigen verheirateten Frauen versorgen Kinder.
Fazit: Fast alle Befragten gaben einen produktiven Umgang mit Zeitwohlstand an. Dennoch wird für 23% Zeitwohlstand zum Stressfaktor. Die prozentuale Überschneidung bedeutet, dass etwa bei einem Fünftel sowohl angemessene als auch ungesunde bzw. gesundheitsschädigende Bewältigungsmuster zum Tragen kommen.
6. Würden Sie sich gerne Zeit kaufen?
Die Frage diente als Kontrollfrage zu den Fragen 2 und 3 und sollte als Indiz für Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit herausgearbeitet werden. Sie wurde von 96% beantwortet, davon 77% weiblichen und 23% männlichen Personen. Innerhalb der Geschlechtergruppen waren dies 96% der Frauen und 100% der Männer.
40% der männlichen Personen würden sich nie Zeit kaufen. 60% würden, wenn sie könnten, ein größeres Zeitbudget für sich beanspruchen. Bei der Frage nach der gewünschten Zeit waren es nur 54% und bei der Beurteilung, ob sie in der Realität mit ihrer Zeit auskommen oder nicht, gaben nur 39% an, zu wenig Zeit zu haben. Von den Frauen würden sich gerne 67% Zeit einkaufen. Mehr Zeit wünschten sich im Vergleich hierzu 56% und 46% gaben objektiv zu wenig Zeit an. Sieht man nach den Spitzenwerten, ergibt sich folgender Vergleich. 21% der männlichen Personen haben einen deutlich höheren Anspruch an Zeitguthaben. 26% gaben jedoch an, objektiv sehr wenig Zeit zur haben. Bei den weiblichen Personen wird dieser Unterschied noch deutlicher. 11% würden sich gerne Zeit dazu kaufen, jedoch 21% verfügten objektiv über sehr wenig Zeit. Eine Erklärung hierzu sind die Bewältigungsmuster. Betrachtet man die Haltungen zum Zeitdruck fällt auf, dass 27% der männlichen und 19% der weiblichen Befragten sich nicht beeinträchtigt fühlen durch Zeitenge und lieber zu wenig als zu viel Zeit haben.
Fazit: Die Zufriedenheit mit dem Zeitbudget hängt einerseits mit dem Grad an Realitätsbewältigung zusammen. Andererseits wächst das Zeitbedürfnis, je mehr Zeit zum Wunschbild bzw. zur Vision wird.
7. Wie viel Stunden bringen Sie auf für?
Die Beschleunigungsgesellschaft ist unschwer an den Maximen ihrer Ökonomie auszumachen. Mobilität, Flexibilität und ständige Erreichbarkeit kennzeichnen den erfolgreichen Arbeitnehmer mit Karrierechancen. Die sich überschlagenden Innovationszyklen in den Wissenschaften - man denke hier nur an die Entschlüsselung der menschlichen Gene oder die vieldiskutierte Stammzellforschung - und die Verkürzung der Produktionszyklen der Wirtschaft sollen die Amortisationszeiten von Investitionen verringern. Getreu dem Motto „Time is money“ muss sich der Einsatz von Geld in immer kürzeren Abständen bezahlt machen. Stilblüten treibt diese Art der globalisierten Gewinn-Beschleunigung, wenn Unternehmen Arbeitnehmer entlassen müssen, weil die geforderte Gewinnmarge der Aktionäre nicht erreicht wurde. Was bedeutet dies konkret im Alltag? Wie gehen Menschen heute mit ihrer Zeit um? Lassen sie sich von den Zeichen unserer Zeit beeinflussen oder leben sie in ihrer Eigenzeit?
Das aktuelle Zeitregime ist schon Gegenstand mehrerer Studien gewesen. Nach Offe und Heinze (6) nimmt der Beruf mit den Wegezeiten täglich 9,75 Stunden in Anspruch. Der Umfang der frei verfügbaren Zeit hat sich trotz tarifli-cher Arbeitszeitreduzierungen aufgrund des erhöhten Volumen an Überstunden nicht wesentlich erhöht. 9,3 Stunden des Tages werden den reproduktiven Bedürfnissen wie Essen, Körperpflege, Hausarbeit und Schlafen gewidmet. Der Einsatz von Technik im Haushalt bedeutet jedoch nicht unbedingt Zeitersparnis. Je umfangreicher die technische Ausstattung und ihre Nutzung ist, desto geringer wird die frei verfügbare Zeit. Dies geht auf die allgemeinen Komfortsteigerung und der Erhöhung des Reinlichkeitsstandards zurück. Von den 24 Stunden eines Werktages verbleiben nach einer Studie von Opaschowski (7) noch 4 Stunden frei verfügbare Zeit, die allerdings zusammenhängend nur an Wochenenden oder zu Urlaubszeiten zur Verfügung.
Die Frage nach dem aktuell praktizierten Zeitregime sollte hierzu eine Aufschlüsselung ermöglichen bzw. sollte einen Vergleich herstellen zwischen dem gelebten Zeitregime und den bereits untersuchten. Außerdem sollte überprüft werden, ob sich an der Geschlechtsrollenaufteilung Veränderungen aufzeigen lassen. Die Frage nach der Stundenzeiteinteilung enthielt eine Kategorisierung in Hausarbeit, Beruf, Familie/Kinder, Partnerschaft, Hobby und sich selbst. Sie wurde von 87% beantwortet, davon 22% männlich und 88% weiblich. Bezogen auf die Geschlechtergruppen haben 88% der männlichen und 86% der weibli-chen Befragten die Frage beantwortet.
Bezogen auf die Gesamtgruppe wur-den 28% der Tagesstunden für die Fami-lie und die Kinder, 22% für den Beruf, 18% für die Hausarbeit, 12% für den Lebenspartner und jeweils 10% für das Hobby und sich selbst aufgebracht. Betrachtet man die Geschlechtergruppen getrennt, brachten Männer 33% der Tagesstunden für den Beruf, 16% für die Partnerschaft, 15% für die Familie und die Kinder, 14% für das Hobby, 13% für die Hausarbeit und 9% für sich selbst auf. 7,3 Stunden verblieben täglich für den Schlaf. Frauen brachten 31% der Tagesstunden für die Familie und die Kinder auf, jeweils 19% für die Hausarbeit und den Beruf, jeweils 11% für den Partner und sich selbst und 9% für ihr Hobby. Ihnen verblieben 7,9 Stunden für den Schlaf. Die Familienarbeit nahm Frauen danach täglich doppelt so lang in Anspruch wie Männer. Die Aufteilung der Hausarbeit scheint sich allmählich zu verändern. Nach dieser Umfrage benötigten Frauen hierfür 2,4 Stunden der Tageszeit, Männer setzten 1,7 Stunden dafür ein. Die ganztägige Berufstätigkeit ist immer noch an männlichen Arbeitnehmern orientiert. Ohne Wegezeiten lag die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit bei 8 Stunden. Damit liegt sie etwas über den gültigen Tarifverträgen
Für den Beruf brachte die männliche Personengruppe prozentual betrachtet etwas mehr Zeit auf als Frauen für die Familienarbeit. Frauen brachten hingegen genauso viel Zeit für die Hausarbeit auf wie für den Beruf. Die Familienarbeit machte bei ihnen jedoch ein Drittel der gesamten Tageszeit aus, d.h. 12% mehr als beispielsweise für den Beruf oder die Hausarbeit. Damit wurden die sozialen Ungleichheitspotentiale durch die strukturell vorgegebenen gesellschaftlichen Bedingungen bestätigt, was bedeutet, dass sich an den traditionellen Geschlechterrollen nicht viel geändert hat.
Deutliche Unterschiede bestanden auch in der Pflege der Partnerschaft. Männer brachten für ihre Partnerinnen genauso viel Zeit auf wie für die Kinder, Frauen hingegen brachten für die Kinder dreimal so viel Zeit auf wie für die Partnerschaft. Frauen investierten außerdem für ihren Partner und sich selbst genau soviel Zeit. Männer jedoch nahmen sich für die Part-nerschaft doppelt so viel Zeit wie für sich selbst. Beim Hobby konnten Männer wiederum 5% mehr an Tageszeit investieren als Frauen.
Die Übernahme von Hausarbeitspflichten scheint sich langsam anzugleichen. Hingegen scheint die Beziehungsarbeit immer noch frauendominiert zu sein. Die berufliche Arbeitszeit von Frauen verteil-te sich durchschnittlich auf 6 Stunden, was bedeutet, dass Teilzeitarbeit bevorzugt wird. Im Vergleich zu den Ergebnissen von Offe und Heinze ergaben sich mehr oder weniger deutliche Verschiebungen. Der Anteil an reproduktiver Arbeit betrug in der Gesamtgruppe 13,2 Stunden (Hausar-beit, Familie/Kinder und Schlaf), d.h. 3,9 Stunden mehr. Nach Geschlechtergrup-pen differenziert betrug diese Zeit beim weiblichen Personenkreis 14,1 Stunden und im männlichen 11 Stun-den. Die frei verfügbare Zeit, die lt. Opaschowski durchschnittlich 4 Stunden beträgt, wurde mit 4,1 bestätigt. Jedoch traten auch hier deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtergruppen auf. Frauen verblieben nach dieser Umfrage 3,7 Stunden, Männern hingegen 5 Stunden Zeit.
Fazit Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Frauen mehr Schlaf benötigen als Männer, dass Familienarbeit immer noch zunächst einmal Frauensache ist, d.h. Lebensmittelpunkt, dass berufstätige Frauen in der Regel teilzeitbeschäftigt sind und dass Männer für die partnerschaftliche Beziehung mehr Zeit investieren können als Frau-en.
8. Wie viel Zeit bringen Sie für Gespräche auf?
Kommunikation ist die Basis jedweder zwischenmenschlichen Beziehung. Gerade in den Zeiten, in denen die Menschen sich nur noch punktuell begegnen können, ist der Austausch untereinander besonders notwendig. Auf der anderen Seite entsteht in der Beschleunigungsgesell-schaft auch eine Art von Zwang zur Kommunikation vor dem Hintergrund, dass jeder zu jeder Zeit und überall erreichbar sein muss. Dies ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem persönlichen Gespräch. Wie viel Zeit nehmen sich die Menschen heute füreinander, reicht die Zeit aus, um über alltägliche Dinge hinaus füreinander da sein zu können oder stimmt der Eindruck von der Pinnbrettfamilie, in der sich die einzelnen Famili-enmitglieder per Zettelbotschaften am Pinnbrett in der Küche verständigen?
Die zentrale Fragestellung war hier die Kommunikationshäufigkeit. Die Kategorisierung erfolgte nach Familienmitgliedern. Sie sollte aufzeigen, ob Ehepartner noch genügend Zeit für sich als Paar aufbringen können, wie Elternschaft sich heute im gemeinsamen Gespräch zeigt und ob Verwandtschaft mehr ist, als die bloße Zugehörigkeit zu einer Abstammungslinie.
Die Frage wurde von 75% beantwortet, davon 80% Frauen und 20% Männer. Be-zogen auf die Geschlechtergruppen haben 73% der Frauen und 85% der Männer die Frage beantwortet. Ingesamt verteilte sich die Kommunikationszeit auf die Kategorien wie folgt: Partnerschaft 34%, Kinder 13%, Eltern 9%, Verwandte 8%, Freunde 18%, Bekannte 10% und Geschwister 8%.
Lebenspartner redeten am Tag 1,6 Stunden miteinander, mit Freunden 0,9 Stunden, mit den Kindern 0,6 Stunden, mit Bekannten 0,5 Stunden und mit den Eltern, den Verwandten und Geschwis-tern jeweils 0,4 Stunden. Das Gespräch mit den Kindern tritt hinter dem Freun-deskreis zurück. Mit Freunden und Bekannten redeten Eltern doppelt so lange wie mit ihren eigenen Kindern. Betrachtet man die Kategorien nach sozialen Gruppen, wurde in der Kernfa-milie insgesamt pro Tag 2,2 Stunden miteinander kommuniziert, mit der Groß- bzw. Herkunftsfamilie 1,2 Stunden und mit dem Freundes- und Bekanntenkreis 1,4 Stunden. Das bedeutet, dass die Struktur der Großfamilie weithin nicht mehr existiert und soziale Beziehungen im sozialen Umfeld gleichwertig zu sehen sind bzw. dass das Gespräch mit dem Nachbarn, der Freundin, dem Kegelbruder, dem Fußballfreund etc. genauso viel bedeutet wie das Gespräch mit der Verwandtschaft. Die Kernfamilie bildet den Mittelpunkt des persönli-chen Austauschs.
Bezogen auf die Geschlechtergruppen redeten Männer mit ihren Frauen 2 Stunden am Tag, mit den Kindern 0,3 Stunden, mit ihren Eltern 0,2 Stunden, mit den Verwandten 0,2 Stunden, mit den Freunden 0,7 Stunden, mit den Bekannten 0,4 Stunden und mit den Geschwistern 0,04 Stunden bzw. 2 Minuten oder 1,1 Stunden in der Woche. Nach sozialen Gruppen unterschieden betrug die Kommunikati-onszeit in der Kernfamilie 2,3 Stunden, in der Großfamilie 0,44 Stunden und im Freundes- und Bekanntenkreis 1,1 Stunden. Frauen redeten pro Tag 1,5 Stunden mit ihrem Lebensgefährten, mit den Kindern 0,8 Stunden, mit den Eltern 0,5 Stunden, mit den Freunden 0,4 Stunden, mit den Bekannten 0,9 Stunden und mit den Geschwistern 0,5 Stunden. Bezogen auf soziale Gruppen sprach man mit der Kernfamilie 2,3 Stunden, mit der Großfamilie 2,4 Stunden und mit dem Freundes- und Bekanntenkreis 1,4 Stunden.
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern lagen in einer generell deutlich höheren Kommunikationshäu-figkeit bei Frauen. Ihre Kommunikationszeit betrug insgesamt 5,1 Stunden, bei den Männern waren es nur 3,84 Stunden täglich. Väter sprachen mit ihren Kindern 20 Minuten täglich, Mütter 48 Minuten. Dies entspricht auch den Angaben der Frage 7. Auch dort war das Geschlechterverhältnis bei der Beschäftigung mit der Familie bzw. Kindern knapp 1:2. Bezogen auf die Kernfamilie ergab sich eine gleich große Häufigkeit. Deutliche Unterschiede bestanden auch im Beziehungsgeflecht zur Großfamilie. Männer redeten mit ihren Eltern, Onkeln, Tanten und Geschwistern insgesamt 26 Minuten am Tag, wobei die Gesprächs-häufigkeit mit Geschwistern nur wöchent-lich eine sinnvolle Quantität ergab, nämlich 1,1 Stunde. Für den Freundes- und Bekanntenkreis wendeten Frauen genau so viel Zeit auf wie für die Verwandtschaft, nämlich 1,4 Stunden. Dies bedeutet auch, dass die Pflege der Beziehungen in der Großfami-lie von den Frauen abhängt.
Fazit: Frauen verfügen danach über größere Kommunikationsfähigkeiten als Män-ner. Sie reden doppelt so lange mit ihren Kindern und dreimal so häufig mit der Verwandtschaft wie ihre Ehepartner. Auch wenn sich die Beschäftigung der Frauen deutlich zugunsten der Berufstätigkeit neben der Familienarbeit verschoben hat, bleiben hier die traditionellen Rollen erhalten.
9. Wie verbringen Sie ihren Urlaub?
Gerade im Freizeitbereich lässt sich der Wandel des Zeitempfindens in unserer Gesellschaft am sichtbarsten aufzeigen. Die zur Verfügung stehende Zeit wird durch multiple Aktivitäten intensiver genutzt, was nichts anderes heißt, als dass eine Verdichtung der Aktivitäten stattgefunden hat, die für Muße, Entspan-nung, Erholung oder Regeneration keinen Raum mehr lässt. Das Leben auf der Überholspur wird angetrieben durch die Angst, etwas zu verpassen. Die Konsum- und Freizeitindustrie heizt das Tempo zusätzlich an. Die Zeitvernichtungsfelder heißen Kaufregung und Erlebniskauf, Computerspiele und Internet, Abenteuerurlaub und Extremsportarten, Fernseher und Handy. Selbst der Erhalt der Gesundheit erliegt dem Fitnesswahn unserer Zeit. Allen gleichzeitig ist der ständige Zwang zur Kommunikation.
Die Frage nach dem Urlaub sollte auf-zeigen, ob dieser Eindruck stimmt. Steht der Abenteuerurlaub oder der Aktivurlaub, d.h. beispielsweise Cluburlaub mit vorgegebener Zeitstruktur oder Training einer Sportart im Vordergrund oder sind geistig-seelische Momente und kulturelle Bedürfnisse der Mittelpunkt? Diese Frage wurde von 90% beantwortet, davon 23% Männer und 77% Frauen. Bezogen auf die Geschlechtergruppen sind dies 94% der Männer und 89% der Frauen.
Jede zweite bis dritte Person verbrachte ihren Urlaub an einem anderen Ort als dem Wohnort. Verreisen, ob ins Ausland oder ans Meer ist sowohl bei den Män-nern als auch bei den Frauen am Beliebtesten. Während männliche Befragte Aktivurlaub oder Sport als zweithäufigste Urlaubsgestaltung angaben, blieben die Frauen am liebsten zu Hause. Danach folgte an dritter Stelle Aktivurlaub oder Sport gleichhäufig mit verschiedenen anderen Tätigkeiten. Sieht man hier nach dem Familienstand, so gaben 25% der männlichen Befragten zunächst den Aktivurlaub an, alle anderen Tätigkeiten wurden gleichhäufig mit 13% genannt. 62% der verheirateten Männer verreisten am liebsten oder machten fast gleichhäufig wie die ledigen Männer Aktivurlaub. 20% der geschiedenen Männer sind zu Hause geblieben und 10% nahmen keinen Urlaub in Anspruch. Die Hälfte der geschiedenen und verwitweten Frauen gaben Reisen als liebste Urlaubsbeschäftigung an, von den verheirateten waren dies nur 36%. Der Urlaub zu Hause rangierte bei ihnen an zweiter Stelle, gefolgt von verschiedenen Tätigkeiten. Nur jede Zehnte betrieb einen Aktivurlaub oder Relaxing. Bei den ledigen Frauen stand Verreisen zwar auch an erster Stelle, jedoch nur mit 41%. Bei ihnen kam am zweithäufigsten ein Urlaub zur Entspannung und Erholung oder zu Hause vor. 20% der geschiedenen Frauen, also doppelt soviel Frauen wie Männer, machten überhaupt keinen Urlaub. Dies hängt möglicherweise auch mit der finanziellen Situation nach der Scheidung zusammen.Urlaub mit oder in der Familie gaben am häufigsten ledige Männer mit 13% oder verheiratete Männer mit 8%.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Männer Urlaub eher dazu nutzen, einen Aktivurlaub zu machen und körperlich in Form zu bleiben, während Frauen Dinge tun, für die sie im Alltag keine Zeit aufbringen können. Ruhe und Entspannung oder Urlaub zum Relaxen bevorzugte nur jede zwölfte Frau. Interessanterweise steht die Familie im Urlaub erst an sechster Stelle. Urlaub wird danach mehr zur persönlichen Bedürfnisbefriedigung genutzt.
Fazit: Ausschlaggebend für die Urlaubsplanung ist der Familienstand, wobei es hier Unterschiede in den Geschlechtergruppen gab. Während zwei Drittel der verheirateten Männer am liebsten verreisten, gab dies jedoch nur ein Drittel der verheirateten Frau an. Der Freundeskreis wiederum war bei den ledigen Männern genauso wichtig wie die Familie. Geschiedene Personen machten fast dreimal so häufig keinen Urlaub wie ledige Und doppelt so viel Männer wie Frauen verbrachten den Urlaub zu Hause.
10. Haben Sie Angst vor der Zukunft?
Leben im Zeitalter der Medien und globaler Transparenz bedeutet, über die Vorgänge, die in dieser Welt geschehen, informiert zu sein. Über die Nachrichten erreichen uns fast Tag für Tag Bilder von Zerstörung und Gewalt, von kriegerischen Auseinandersetzungen und der Ohnmacht einzelner Völker. Dies ist neu in der Menschheitsgeschichte. Das Ge-fühl von Sicherheit hat andere Dimensio-nen gewonnen. Glaubte man sich vor hundert Jahren vor weltweiter Bedrohung noch sicher, so entspricht dies heute nicht mehr der Realität. Länder, Gesellschaften, Völker sind keine Inseln mehr. Identitätsstiftende, kollektive Werthaltungen und Verhaltensweisen haben es schwer im pluralen Miteinander von Kulturen und Religionen. Dies verunsichert und macht Angst. Diese Frage sollte deshalb Aufschlüsse geben über das Sicherheitsgefühl in der heutigen Zeit. Die Kategorien waren vorgegeben.
Die Frage wurde von 95% beantwortet, davon 81% Frauen und 19% Männer. Be-zogen auf die Geschlechtergruppen sind dies 99% der Frauen und 82% der Männer. Frauen hatten deutlich mehr Angst als Männer. 89% der männlichen Befragten lebten in einem Gefühl von Sicherheit, davon hatte knapp die Hälfte überhaupt keine Angst. Nur die Hälfte fühlte sich sicher, wobei lediglich 28% keine Angst empfanden. Besonders deutlich wurde dies in der Kategorie ziemliche Angst. Dies geht über eine allgemeine Skepsis hinaus und bedeutet, dass eine Art Bedrohung empfunden wurde. 39% der Frauen sahen dies so, jedoch nur 4% der Männer. Auch große Angst hatten mehr Frauen als Männer. Jede Elfte plagte ein Gefühl von realer Bedrohung, jedoch nur jeden vierzehnten Mann.
Fazit: Frauen sind das ängstlichere Geschlecht. Nicht nur in der Mehrzahl, sondern auch in der Intensität der Verunsicherung bzw. Beängstigung.
11. Wovor haben Sie Angst?
Die Ängste in einer globalisierten Welt können vielfältig verursacht sein: real existierende Bedrohung, ein allgemeines Gefühl von Skepsis oder beschreibbare, konkret ausgerichtete Ängste, hervorgerufen durch ein subjektives Erlebnis oder eine neurotische psychische Fehlhaltung u.ä.m.. Die Frage sollte die geschlechtsspezifischen Unterschiede aufzeigen und die aktuellen angstauslösenden Momente unserer Zeit beschreiben. Die Frage war offen, die Zuordnung erfolgte nachträglich. Es wurden Mehrfachantworten gewertet.
56% der Befragten beantworteten die Frage, davon 82% Frauen und 18% Männer. Bezogen auf die Geschlechtergruppen waren dies 59% der Frauen und 50% der Männer.
Krieg 26% der weiblichen Angaben bezog sich auf Krieg, Gewalt und Terror. Bei den männlichen Befragten erreichte diese Kategorie nur 9%. Sie rangierte erst an fünfter Stelle. Bei den Frauen war dies die zweithäufigste Antwort.
Gesundheit Diese Kategorie beinhaltete Krankheit, Unfall, Tod, Behinderung und das Lebensalter und wurde von beiden Geschlechtern an erster Stelle genannt. Bei Frauen erreichte sie 28%, bei Männern immerhin 36%. Das heißt, jeder dritte männliche Befragte sorgte sich zuerst um seine Gesundheit.
Beruf In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sollte dies auch eine besondere Besorgnis hervorrufen. Bei den männlichen Befragten war dies überhaupt kein Thema, bei den Frauen erreichte diese Kategorie nur 6% und rangierte an fünfter Stelle. Berufliche Integration ist weitaus weniger von Bedeutung als z. B. die Gesundheit oder Krieg.
Wirtschaft Armut, Rezession und Globalisierung sind aktuelle Dauerthemen. Auch hier müsste man eine hohe Wertung erwarten. Sie erhielt jedoch die gleichen Punkte wie die Kategorie Beruf. Für Männer kein Thema, bei Frauen an fünfter Stelle.
Gesellschaft Diese Kategorie sollte etwas zum Zeitgefühl aussagen. Rassismus, Veränderungen, Zukunft, Ungewissheit, Weltpolitik, Schnelllebigkeit, Sinnlosigkeit oder Unzufriedenheit wirkten dabei angstauslösend. Die Gesellschaftliche Situation besorgte männliche Befragte mehr als weibliche. 18% der angstauslösenden Momente waren bei ihnen gesellschaftlich bedingt, bei den Frauen nur 6%.
Umwelt Die Klimaveränderungen sind heute für jeden spürbar. Orkane, Stürme, Überflutungen, Feuerbrände, Erdbeben treten in anderer Intensität und Häufigkeit auf. Sie verursachen für jeden direkt erfahrba-re Kosten. Bei männlichen Befragten rangierte sie jedoch an letzter Stelle, bei den weiblichen an vorletzter.
Beziehungen Beziehungen zwischen den Geschlechtern wurden im letzten Jahrhundert einem fundamentalen Wandel unterzogen. Von der Unterordnung bis zur Gleichberechtigung dauerte es in unserer Gesellschaft zweitausend Jahre. Mann und Frau leben heute nicht mehr nach streng vorgegebenen Lebensstrukturen. Alles ist möglich: das Nebeneinander von Singledasein, Ehe, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Patchworkfamilien, Scheidungen, Wiederheirat und nichteheliche Elternschaft. Sicherheit in Beziehungen bedeutet Kontinuität. Dies ist jedoch durch hohe Scheidungsraten nicht mehr unbedingt vorhanden und ruft Verunsicherung hervor. Bei Frauen rangierten Beziehungsprobleme auf Rang 3 mit 12%. Für männliche Befragte rangierten sie jedoch auf Platz zwei neben gesellschaftlichen Angstauslösern mit 18%.
Phobien Hierunter wurden neurotische Ängste vor Tieren wie Spinnen, Schlangen, Motten Krabbeltieren, Hunden gezählt. Aber auch Flugangst, Klaustrophobie und Angst vor dunklen Ecken wurden genannt. Phobien wurden nur von Frauen angegeben. Sie machten 9% aus.
Fazit Insgesamt lässt sich sagen, dass drei Themen für männliche Befragte angstauslösend wirkten, das waren die Sorge um die Gesundheit, die gesellschaftliche Situation und die zwischenmenschlichen Beziehungen. 14% von ihnen hatten vor nichts Angst. Frauen sorgten sich fast gleichhäufig um die Gesundheit und befürchteten Krieg oder Gewalt. Beziehungen kamen erst an dritter Stelle für jede achte Frau. Neurotische Ängste traten nur bei Frauen auf und waren für jede elfte ein Problem. Bei Frauen waren die Ursachen generell vielfältiger verteilt.
12. Zu welcher Zeit hätten Sie gerne gelebt?
Von der guten alten Zeit träumen viele und meinen damit, dass es den Menschen damals, wann immer man dieses damals auch ansiedelt, besser ging. Die Zeit als Gradmesser des persönlichen Wohlbefindens wird immer dann aktuell, wenn man vermeintlich schlechtere Zeiten erlebt und deshalb auf diese sogenannten guten Zeiten zurückblickt. Jede Epoche entwickelte jedoch eine eigene gesellschaftliche Struktur und Kultur. Verhaltsweisen und Ereignisse kön-nen daher immer nur vor ihrem historischen Hintergrund gedeutet werden. Niemand kann in seiner Zeit anachronistisch leben. Jeder ist immer auch Zeitgenosse. Bei dieser Frage ging es um die Einschätzung der Beurteilung der Gegenwart, d.h. wünschten sich die Befragten in vergangene Zeiten zurück oder waren sie eigentlich doch ganz zufrieden mit der Gegenwart?
Die Frage hatten 87% beantwortet, davon 23% Männer und 77% Frauen. Bezogen auf die Geschlechtergruppe waren dies 91% der Männer und 85% der Frauen. 59% waren mit der Gegenwart zufrieden, im 20. Jahrhundert hätten gerne 17% gelebt, im 19. oder 18. Jahrhundert 12% und 9% im Mittelalter oder in der Antike.Unterschieden nach Geschlechtern waren nur 43% der Männer mit der Gegenwart einverstanden, 27% hätten gerne im letzten Jahrhundert weitergelebt und 17% bevorzugten das 18. oder 19. Jahrhundert. Noch früher hätten gerne 13% gelebt. Hingegen waren 64% der Frauen mit der Gegenwart zufrieden. Dies hängt mit der juristischen Gleichstellung von Mann und Frau zusammen. Im 20. Jahrhundert wären gerne 14% geblieben, in den Jahrhunderten der Entrechtung der Frau wären gerne 10% verblieben und noch früher noch 8%. Interessant ist das Auslassen der Zukunft. Lediglich eine Wertung gab es hier, die jedoch unentschlossen war.
Fazit: Die Zukunft ist für die heutige Generation nicht interessant. Das Verharren in der Gegenwart ist für Frauen bedeutsamer als für Männer.
13. Wie empfinden Sie die heutige Zeit?
Ob man gerne zu einer anderen Zeit gelebt hätte hängt auch mit der Beurteilung der Gegenwart zusammen. Kollektive Werthaltungen müssen nicht mit der individuellen übereinstimmen. Der allgemeine Wertekonsens einer Gesellschaft wird zwar durch die Sozialisation vermittelt, erfährt jedoch durch die Entwicklung der Persönlichkeit eine ständige Überprüfung und Veränderung. Hinzu kommt, dass auch die Gesellschaft selbst sich weiter entwickelt und ihre Konnotationen verändert. Die Frage sollte diese Unterschiede aufzeigen, d.h. bedeutet das Bejahen der Gegenwart auch eine unbedingte Übernahme ihrer Werthaltungen oder gibt es eine kritische Distanz? Empfinden dies Frauen anders als Männer in dieser Gesellschaft?
Die Frage wurde von 93% beantwortet, davon 21% Männer und 79% Frauen. Bezogen auf die Geschlechtergruppen waren dies 88% der Männer und 95% der Frauen. Es waren Mehrfachantworten möglich. Drei Viertel der Befragten gaben unserer Zeit eine schlechte Bewertung, obwohl bei der vorherigen Fragen knapp zwei Drittel mit unserer Epoche Zufriedenheit äußerten. Dies sagt aus, dass man zwar nicht in der Vergangenheit leben möchte, jedoch auch die Gegenwart ihre schwarzen Flecken hat.
Das Zeitgefühl Jeder Fünfte hatte ein schlechtes Gefühl, wenn er sich unsere Zeit betrachtete. Sie lastet schwer auf dem Gemüt, wurde als bedrohlich, zerstörerisch bis grauenvoll beurteilt. Nur jeder Siebte oder Achte fand unsere Zeit eigentlich ganz gut. Zwischen den Geschlechtern gab es nur geringe Unterschiede. Friedlich, lebenswert, interessant, tolerant oder liberal werteten nur 13% das Zeitgefühl. Auch hier waren die geschlechtlichen Abweichungen gering.
Die Umgangsformen Mit den Umgangsformen war jeder Siebte nicht einverstanden und gar nur jeder Fünfundzwanzigste kann damit zufrieden sein. Hier traten deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtergruppen auf. 23% der männlichen, aber nur 13% der weiblichen Befragten äußerten sich negativ. Sie empfanden die Umgangsformen als herzlos, kalt, egoistisch, rücksichtslos, brutal, gewaltbeladen und sinnentleert. Bei den männlichen Befragten dominierte vor allem die fehlende Humanität. Auch Frauen beklagten dies am häufigsten, gaben aber auf Rang 2 neben der fehlenden bzw. mangelnden Mitmenschlichkeit die Folgen der Ellbogengesellschaft wie Egoismus, Aggressivität und Rücksichtslosigkeit an.
Der Lauf der Zeit Den Lauf dieser Zeit werteten 40% negativ. Besonders störte die Hektik, der Stress und die Nervosität. Bei den männlichen Befragten fand sich vorwiegend diese Einstellung. Weibliche Befragte beklagten auch die Schnelllebigkeit, das Oberflächliche und die Konsumorientierung. Ganz gut nannten 8% der weiblichen Befragten als Eigenschaft auf Rang drei. Auf Rang vier folgte direkt die Umkehrung, als nicht besonders gut bezeichneten 7% die Zeit. Auch männliche Befragte gaben am zweithäufigsten eine gute Bewertung mit 11%. Ebenfalls auf Platz 3 folgte mit 7% das Gegenteil. Angstauslösend als Eigenschaft der heutigen Zeit gaben nur Frauen an, ebenso wie erschreckend oder grauenvoll. Dies entspricht auch den Angaben in Frage 10. Frauen äußerten dort viermal so häufig ziemliche Angst wie Männer.
Fazit: Die Beschleunigungsgesellschaft zeigt Wirkungen im Erleben der Menschen. 22% der Wertungen der männlichen und weiblichen Befragten betrafen die Hektik, das immer auf dem Sprung sein müssen. In der Rangfolge der Eigenschaften wurde sie zuerst genannt. 9% der weiblichen Wertungen gaben explizit nochmals die Schnelllebigkeit an.
14. Haben die Terroranschläge in Amerika Einfluss auf ihr Leben?
Ein schmerzhafter Einschnitt in die Weltgeschichte unserer Epoche war der Terroranschlag am 11. September 01 in New York. Es war der Beginn einer neuen kulturell und religiös hergeleiteten Ter-rorwelle nie gekannten Ausmaßes. Ob als Symptom einer insgesamt ungerechten Weltordnung oder als Immanenz des Bösen schlechthin verstanden, in jedem Fall bedeutete dies einen neuen Zeitmarker. Wohin er führen wird, kann heute nicht vorausgesagt werden. Die Frage sollte aufzeigen, ob dies Wirkungen hinterlassen hat und welche Reaktionen danach bei den Menschen aufgetreten sind.
Die Frage wurde von 150 Personen beantwortet, davon 33 männlichen und 117 weiblichen Personen. Die Antwortquote betrug 100%. Insgesamt gaben 60% der Befragten an, dass die Terroranschläge am 11. September 01 sie persönlich beeinflusst hätten, davon knapp die Hälfte der männlichen und fast zwei Drittel der weiblich befragten Personen. Setzt man dies in Beziehung zur Frage 10, stellt man eine deutliche Korrelation fest. Nur 33% wägten sich dort in Sicherheit (Tab. 10.1). Knapp die Hälfte der Frauen fühlte sich bedroht. Von den 90 Personen, die sich beeinflusst fühlten, präzisierten 62 Personen ihre Wertung. Unterschieden nach Bildungsstand differenzierten Personen mit höherer Schulbildung deutlich mehr als Personen mit Hauptschulabschluss. 41% aller Angaben wurden von Abiturienten gemacht, 24% von Hauptschülern und 19% von Personen mit mittlerem Bildungsabschluss.
Reaktionen nach Kategorien Von allen Kategorien ist die Betroffenheit die häufigste Reaktion auf das Geschehen mit 22%. Bei jeweils 19% der Personen führte dies zu einer bewussteren Wahrnehmung ihrer Umwelt und des ei-genen Handelns oder sie verspürten einen nur geringen Einfluss. Traumatisierend wirkte sich der Anschlag bei 15% aus. Eher unbewusst oder vorsichtig reagierten jeweils 7%, 8% wurden nachdenklicher im Lebensalltag bei ihren Entscheidungen. Sehr große Angst gaben 3% an. Im Vergleich hierzu gaben bei der Frage nach der Zukunftsangst (Tab. 10.1) große Angst 7% und sehr große Angst 1% der Befragten an.
Geschlechtsspezifische Unterschiede Unterteilt nach Geschlechtergruppen ergaben sich deutliche Unterschiede. Bei weiblichen Personen stand die Betroffenheit mit 26% an erster Stelle. Die zweithäufigste Reaktion mit 21% war ein bewussterer Umgang mit dem Leben. Wenig Einfluss gaben nur Frauen mit 19% an. Eine direkte Traumatisierung gaben ebenfalls nur Frauen an. Dies kann auch als Auswirkung größerer Emotionalität verstanden werden. Immerhin hatte jede sechste Frau hinterher Angst vor Krieg, verspürte allgemein einen Zuwachs an Angst oder erlebte Alpträume. Im Gegensatz zu den männlichen Personen gaben einen sehr großen Einfluss nur 2% der Frauen an, männliche Befragte jedoch 13%. Bei den männlichen Personen gaben 38% als häufigste Reaktion einen bewussteren Umgang mit dem Leben an. Jeweils 13% äußerten Betroffenheit, einen sehr großen Einfluss, einen eher indirekten Einfluss, waren hinterher vorsich-tiger oder nachdenklicher.
Reaktionen nach Bildungsstand Lebe seither kritischer, bewusster, aufmerksamer, verschiebe nichts mehr. 76% dieser Kategorie wurde von Abiturienten angegeben. Personen mit höherer Schulbildung reflektierten das politische Weltgeschehen auf der persönlichen Bedeutungsebene.
Fühle mich betroffen, bin traurig, erschrocken, ärgerlich, finde es schlimm Emphatische Reaktionen werden am häufigsten von Hauptschulabsolventen geäußert. Fast jede dritte Angabe in dieser Kategorie wurde von Abiturienten gemacht.
Angst, Angst vor Krieg, Alpträume Direkten Einfluss im emotionalen Bereich äußerten zur Hälfte Hauptschulabsolventen. Jede fünfte Angabe stammte von Abiturienten. Traumatisierungen erlebten 15% aller Betroffenen.
Bin nachdenklicher geworden. Zu mehr Besinnung führte der Terroranschlag in allen Bildungsstufen gleichermaßen.
Bin sparsamer, vorsichtiger geworden, stelle vieles in Frage. Diese Kategorie wurden zu 80% von Personen mit mittlerem Bildungsabschluss geäußert. Die Betroffenheit wurde ins pragmatische Handeln überführt und veränderte zumindest kurzfristig den Le-bensalltag.
Indirekt beeinflusst, nicht konkret, unbewusst. Eher unterschwellig wirkte sich der Terror zu 83% bei Abiturienten aus.
Teilweise, kaum, ein wenig beeinflusst. Diese Kategorie ergab sich zu einem Drittel bei Hauptschulabsolventen, zu einem Fünftel bei Abiturienten und zu einem Zehntel bei Personen mit mittlerem Bildungsabschluss.
Fazit: Die höhere Emotionalität bewirkte bei Frauen einen höheren Grad an Beängstigung bis hin zur konkreten Traumatisierung durch den neuen Terror. Auch bei der Hälfte der männlichen Befragten zeitigt der Terror Spuren. Zumindest kurzfristig führte er zu mehr Besinnung und bewussterer Lebensführung.
15. Sozialindikatoren
15.1 Familienstand An der Umfrage nahmen 150 Personen teil, davon 117 weiblichen und 33 männlichen Geschlechts.
Im Vergleich zum Familienstand der Bevölkerung im Saarland im Jahr 2000 ergaben sich bei den weiblichen Befragten deutliche Abweichungen bei verheirateten und geschiedenen Personen. Männliche Befragte wiesen eine weitaus größere Übereinstimmung zur Bevölkerungs-struktur auf. Verheiratete Personen waren jedoch ebenfalls unterrepräsentiert. Insgesamt waren 37% der Befragten verheiratet, 16% geschieden, 11% ver-witwet und 28% ledig. (8)
15.2 Altersstruktur Von den Befragten waren 7% unter 20 Jahre alt, 8% zwischen 20 und 29 Jahren, 15% zwischen 30 und 39 Jahren, 21% zwischen 40 und 49 Jahren, 21% zwi-schen 50 und 59 Jahren, 19% zwischen 60 und 69 Jahren und über 70 Jahre be-trug der Anteil 9% aller Befragten, wobei es sich hier nur um weibliche Personen handelte. Die Hauptgruppe befand sich zwischen dem 30. und 69. Lebensjahr, wobei die 40-59 Jährigen am stärksten vertreten waren. Unterschieden nach männlichen und weiblichen Teilnehmern lag der Hauptanteil bei Frauen zwischen dem 40.-69. Le-bensjahr, bei Männern zwischen dem 30. und 59. Lebensjahr. Dies erklärt auch die unterschiedlichen Bindungshäufigkeiten. 14% der Frauen waren verwitwet, von den Männern keiner, nur ein Drittel der Frauen war verheiratet, von den Männern jedoch die Hälfte. Der Scheidungsanteil bei den Frauen betrug 19%, bei den Männern lediglich 9%. ledig waren beide Geschlechter fast gleichhäufig, 27% der Frauen und 33% der Männer. Betrachtet man den Familienstand nach Altersgruppen, so lag bei den Män-ner in der Altersgruppe der 40-59 Jähri-gen der Hauptanteil aller Verheirateten bei 39%, bei den Frauen in dieser Altersgruppe waren dies jedoch nur 20%. Der Hauptanteil der geschiedenen Frauen befand sich in der Altersgruppe der 60-69 Jährigen, bei den Männern in der Altersgruppe der 40-49 Jährigen. Demnach trennten sich die Männer früher als die Frauen von ihren Ehegatten.
15.3 Bildung Von den Befragten besuchten 1% die Sonderschule, 19% hatten Hauptschulabschluss, 3% machten eine Berufsausbildung, 19% machten die mittlere Reife und 33% hatten Abitur oder Fachabitur. Ein Viertel machte hierzu keine Anga-en, 26% der Frauen und 24% der Männer. Der Bildungsstand der Befragten lag also im guten Mittelfeld. Bei der Verteilung nach Geschlecht lag der Anteil der Frauen beim Hauptschulabschluss bei 24 Personen, bei Berufsausbildung bei 5 Personen, bei mittlerer Reife bei 19 und bei Abitur/Fachabitur bei 38 Personen. Von den männlichen Befragten hatten 5 Personen Hauptschulabschluss, 9 Personen die mittlere Reife und 11 Personen Abitur/Fachabitur. Betrachtet man die Bildung nach Geschlechtergruppen, ergab sich folgende Aufteilung: 1% der weiblichen Befragten hatten die Sonderschule besucht, 21% einen Hauptschulabschluss, 4% eine Berufsausbildung, 16% hatten einen mittleren Bildungsabschluss und 32% hatten Abitur bzw. Fachabitur. 48% haben demnach einen gehobenen Bildungsstand. Von den männlichen Befragten haben 15% einen Hauptschulabschluss, 27% mittlere Reife und 34% Abitur bzw. Fachabitur. Mehr Männer als Frauen haben einen gehobenen Bildungsstand, und zwar 61%. Dies erklärt sich aufgrund der unterschiedlichen Altersstrukturen. Nur 9% der befragten Männer war über 60 Jahre alt, bei den Frauen waren dies 32%. Frauen der älteren Generation hatten strukturell weniger Bildungschancen. Das Sozialisationsziel war eindeutig formuliert.
15.4 Berufstätigkeit Von den Befragten waren 74 Personen berufstätig, entspricht 49%, davon 53 Frauen (45%) und 21 (64%) Männer. Von den 12 männlichen nicht Berufstätigen befanden sich 3 (9%) noch in der schulischen bzw. beruflichen Ausbildung und 2 (6%) Personen hatten die Altersgrenze erreicht. Das bedeutet, 7 Personen waren arbeitslos, d.h. 21% der männlichen Befragten. Davon hatten 2 Personen Kinder zu versorgen. Der hohe Anteil an arbeitslosen Männern erklärt sich durch den Zeitpunkt der Umfrage. Sie fand am Nachmittag statt. Von den berufstätigen männlichen Personen hatten 57% Kinder, von den verheirateten Männer 92%, davon hatten 58% zwei Kinder.
Im Vergleich hierzu ergab sich bei den weiblichen Personen ein Anteil von 76% der Verheirateten mit Kindern, bei Geschiedenen lag der Anteil der Alleinerziehenden bei 88%. Von den Frauen waren 64 nicht berufs-tätig, davon 19 verheiratet, 13 geschieden, 15 verwitwet und 13 ledig. Von den verheirateten Frauen hatten 18 Frauen Kinder zu versorgen, davon 1 Kind 3 Frauen, 2 Kinder 13 Frauen, 3 Kinder 1 Frau, 4 Kinder 1 Frau. Von den geschiedenen Frauen versorgten 1 Kind 5 Frauen, 2 Kinder 2 Frauen, 3 Kinder 1 Frau, 4 Kinder 2 Frauen und 5 Kinder 1 Frau. Von den verwitweten Frauen waren 12 über 60 Jahre.
Von den 53 berufstätigen Frauen waren 21 verheiratet, 8 geschieden, 18 ledig, KA bei 6 Frauen. Bei der Kinderbetreu-ung ergab sich folgende Verteilung: Von allen berufstätigen Frauen hatten 24 keine Kinder,7 Frauen 1 Kind, 17 Frauen 2 Kinder, 3 Frauen 3 Kinder und 2 Frauen 4 Kinder zu versorgen. Bezogen auf alle befragten weiblichen Personen waren 55% nicht berufstätig, davon versorgten 15% keine Kinder. 45% der weiblichen Befragten waren berufstätig. Mehr als die Hälfte der verheirateten oder in Partnerschaft lebenden Frauen waren berufstätig, wovon 55% Kinder betreuten. 36% der befragten Frauen betreuten keine Kinder mit einem Ledigenanteil von 87%.
Von den verheirateten berufstätigen Frauen versorgten 76% Kinder, davon betreuten die Hälfte (52%) 2 Kinder. Von den geschiedenen Frauen betreuten 88% Kinder, die Hälfte davon jeweils 1 Kind. Das bedeutet, dass berufstätige Frauen zeitlich weitaus größere Organisationsprobleme zu lösen haben als nicht berufstätige Frauen. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass die Strukturen der Kinderbetreuung nicht ausreichen, um Frauen die gleichen Berufschancen einzuräumen wie Männern. Eine Gleichstellung ist danach noch nicht erreicht. Dies bestätigen auch die Untersuchungen von Offe und Heinze (9). Die sozialstrukturellen Ungleichheitspotentiale der zeitlichen Organisation von Arbeit, hervorgerufen durch die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, machen die Probleme der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienarbeit besonders deutlich. Hinzu kommt eine schichtspezifische Doppelbelastung. Während Frauen der mittleren und höheren Schichten ihre Arbeitszeit familienbedingt reduzieren können, sind Frauen der unteren sozialen Schichten auf den vollen Arbeitslohn angewiesen.
Quellen:
1) Rinderspacher Dr. Jürgen P.: Gesellschaft ohne Zeit. Individuelle Zeitverwendung und soziale Organisation der Arbeit. Frankfurt a.M. 1985. 2) Klemusch Malte: Stressverhalten von Führungskräften. Institut für Arbeits- und Sozialhygiene Stiftung Karlsruhe. 3) Hrsg. Stadtverband Saarbrücken: Dokumentation 5. Frauengesundheitstag „Zeit(t)räume“. http://www.stadtverband-saarbruecken.de/allgemein/pages_allgemein/frame.php 4)Nowotny Prof. Dr. Helga: Eigenzeit. Entstehung und Strukturierung eines Zeitge-fühls. Frankfurt a.M./New York. 1993. 5) Vergleichdaten sind entnommen aus dem Statistischen Jahrbuch des Saarlandes 2000. Hrsg. Statistisches Landesamt Saarland. Saarbrücken 2000. S. 20 ff. 6) Offe C.; Heinze R. G.: Organisierte Eigenarbeit. Das Modell Kooperationsring. Frankfurt a. M./New York. 1990. 7) Opaschowski Prof. Dr. Horst W.: Freizeitökonomie: Marketing von Erlebniswelten. Opladen. 1995. 8) Statistisches Jahrbuch des Saarlandes 2000. Hrsg. Statistisches Landesamt Saarland. Saarbrücken 2000. S. 7 ff. 9) Offe C.; Heinze R. G.: Organisierte Eigenarbeit. Das Modell Kooperationsring. Frankfurt a. M./New York. 1990.
Weiterführende Literatur
Achtner Dr. Wolfram: Menschenzeit – gestohlene Gotteszeit?. Vortrag zur Tagung „Die Sekunde der Ewigkeit. Lebenszeit als Lebenskunst“ vom 21.-22.11.98 in Stuttgart-Hohenheim. Hans-Böckler-Stiftung. 1998. Baier Lothar: Keine Zeit. 18 Versuche über die Beschleunigung. Antje Kunstmann-Verlag. München. 2000. Baeriswyl Michel: Chillout. Wege in eine neue Zeitkultur. DTV München. 2000. Eberling Matthias; Henckel Dietrich: Kommunale Zeitpolitik. Veränderungen von Zeitstrukturen – Handlungsoptionen für Kommunen. Edition sigma. Berlin. 1998. Gabriel Peter: Time is Money, is it? Interview mit dem Deputy General Manager im Trading Depertment der Tresury Division der Bank Austria, geführt von A. T: Roth. 1996. http://www.univie.ac.at/schroedinger/3_96/time04.htm Geißler Prof. Karlheinz A.: Die Zeiten ändern sich. Vom Umgang mit der Zeit in un-terschiedlichen Epochen.. In: Aus Politik und Zeitgeschichte B 31/99 vom 30.7.99, S. 3-10 Geißler Prof. Karlheinz A.: Zeit –verweile doch, du bist so schön. Herder Verlag Frei-burg. 2000. Geißler Prof. Karlheinz A.: Vom Tempo der Welt. Am Ende der Uhrzeit. Herder Ver-lag Freiburg. 1999. Grohnemeyer Prof. Dr. Marianne 1998: Eingangsvortrag der Tagung „Das Leben als letzte Gelegenheit“ vom 6.-7-6.98. Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Henckel Prof. Dr. Dietrich; Eberling Dr. Matthias: Die Stadt als Nonstop-Gesellschaft. Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses durch internationale Vernetzung und zeit-liche Entgrenzung. Studie der Hans-Böckler-Stiftung. 2001. Kaiser Hans Jürgen : Aufruf zur Verlangsamung der Zeit. Eröffnungsvortrag zur Fachtagung „Alter und Behinderung“. Universität Köln. Heilpädagogische Fakultät. 1997. Klammer Ute, Klenner Christina: WSI-FrauenDatenReport. Edition sigma. Berlin. 2000. ISBN 3-89404-887-7 Kühn Andrea: Zeitflexibilisierung: Chance oder Risiko?. http://www.angewandte-forschung.de/fsp/p3/flexib.htm Levine Robert: Eine Landkarte der Zeit. Wie Kulturen mit Zeit umgehen. Piper Mün-chen. 1999. Matuschek Ingo: Zeit und Devianz. Dissertation. Philosophische Fakultät III der Hum-bold-Universität zu Berlin. 1998. S. 48-81. Mückenberger Ulrich (Hrsg.): Zeiten der Stadt. Reflexionen und Materialien zu einem neuen gesellschaftlichen Gestaltungsfeld. Bremen. Geschäftsstelle des Forums Zeiten der Stadt (Hrsg.) 1998: Eine Kurz-Orientierung zur Arbeit des Bremer Forums. Bre-men. Müller B.: Das Zeitregiment der Bandarbeit oder: Das Menschliche in die Pause. In: Zoll R. (Hrsg.): Zerstörung und Wiederaneignung von Zeit. Frankfurt a. M., 1988. S. 223-234. Nowotny Prof. Dr. Helga: Die Entdeckung der Geschwindigkeiten. Interview mit der Professorin am Institut für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung der Un-viersität Wien, geführt von Cornelia Szyszkowitz. 1996. http://www.univie.ac.at/schroedinger/3_96/time16.htm Nowotny Prof. Dr. Helga: Eigenzeit. Entstehung und Strukturierung eines Zeitgefühls. Frankfurt a.M./New York. 1993. Offe C.; Heinze R. G.: Organisierte Eigenarbeit. Das Modell Kooperationsring. Frank-furt a. M./New York. 1990. Olalde Isabel 1996: Zeitgeist. http://www.univie.ac.at/schroedinger/3_96/time.htm Opaschowski Prof. Dr. Horst W.: Probleme im Umgang mit der Freizeit. Schriftenrei-he zur Freizeitforschung. Institut für Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Frei-zeitpädagogik an der Universität Hamburg. 1980. Opaschowski Prof. Dr. Horst W.: Einführung in die Freizeitwissenschaft. Opla-den.1994. Opaschowski Prof. Dr. Horst W.: Freizeitökonomie: Marketing von Erlebniswelten. Opladen. 1995. Opaschowski Prof. Dr. Horst W.: Leben auf der Überholspur. Folgen und Folgerun-gen. Institut für Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Freizeitpädagogik an der Universität Hamburg. 2001. Rinderspacher Dr. Jürgen P.: Gesellschaft ohne Zeit. Individuelle Zeitverwendung und soziale Organisation der Arbeit. Frankfurt a.M. 1985. Rinderspacher Dr. Jürgen P.: Auf dem Weg in die Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft? In: Hesse, J.J:./Zöpel, c. (Hrsg.):Neuorganisation der Zeit. Baden-Baden, 1987. S. 97-124. Rinderspacher Dr. Jürgen P.: Mit der Zeit arbeiten. Über einige grundlegende Zusam-menhänge von Zeit und Ökonomie. In: Wendorff, R. (Hrsg.): Im Netz der Zeit. Menschliches Zeiterleben interdisziplinär. Stuttgart. 1989. S. 91-104 Rinderspacher Dr. Jürgen P: Zeitwohlstand in der Moderne. Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (Hrsg.) Berlin.2000. Verein zur Verzögerung der Zeit. Sterneckstr. 15, A-9010 Klagenfurth.
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