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Vera Hewener
Die Website für Literatur, Kultur und Gesellschaft

Weihnachtsgedichte

Winterhoffnung

Ins Licht der Glühbirne gehüllt die Wohnstube.
Das Haus mit seinem Weihnachtsgeruch
liegt schnaubend in der letzten Kurve des Jahrs.
Wie schimmert vom Grat des Dachs
das Herzstück des Winters,
der Winters, der die Hoffnung weckt.

Und lacht und springt das Kind,
das Kind, das noch nichts weiß,
von dem da draußen.

Es singt
mit Engelszungen noch
der Schöpfung Dank.

Vera Hewener

aus: Lichtflut. Edition Calamus. Libri 2001.

Weihnachten

Nun fällt die Nacht auf das Gestirn der Hänge,
ein Tannenwald im Schleierweiß verspinnt
die lichten Fäden. Hinfort der Tag,  entrinnt
im Nebelschnee, es tanzen spitze Klänge.

Das Windeis singt, zerklirrt die starren Gänge,
verklärt das Tal mit neuem Glanz, zerrinnt
das Graue, alle Höhen leuchten, gewinnt
das Strahlen, Funkeln der kristallnen Ränge.

Ein Stern entsteht, er weist den Weg den Weisen,
die unbeirrt den Ort der Schöpfung suchen.
Die heilige Verkündigung ersuchen

die Wanderer auf unberührten Gleisen.
Erschöpft verlassen sie die kahlen Pfade
der täglichen Gesellschaftsmaskerade.

© Vera Hewener
Neufassung
.

Advent

Wenn Eisblumen blühen an Fensterscheiben
und Kinder sich rosige Nasen reiben,
ist Winter, die weißkalte Zeit.

Wenn Schneeflocken Winterreigen knüpfen
und über Tannennadeln hüpfen,
ist Weihnachten nicht mehr weit.

Es duftet nach Plätzchen und Lebkuchenherzen,
nach Mandarinen, Nüssen und Kerzen,
nach Schokolade und Rum.

Knecht Ruprecht füllt den Sack mit Geschenken
die Glöckchen klingeln, die Pferde lenken
der Weihnachtsmann geht um.

Vera Hewener
aus: Windblumen.1985.

Das Geheimnis

Es war kalt in der Kälte
die Herzen froren
in den heißesten Sonnenstrahlen
Frühling war zwecklos

Es starben am Leben
die um sich kämpften

Als ein Kind
sich ins Dasein floh
offenbarte es uns ein Geheimnis

aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag. Rottenburg 2003
.

Weihnachtsfreude

Wenn an kalten Wintertagen
leis der Nebel niederfällt,
hört man stumm die Herzen schlagen
und so stille ruht die Welt.

Kerzen werden angezündet,
leuchten auf zu Jesu Christ,
dass er unsre Seelen findet,
er unser Erlöser ist.

Hell erstrahlen bunte Lichter,
schmücken Weihnachtsmarkt und Haus,
Freude spiegeln die Gesichter,
denken an den Weihnachtsschmaus.

Vera Hewener

aus: Windblumen.1985.
 

Der Stern von Bethlehem

Er hörte zu, wo andere weghörten
Er sah hin, wo andere wegschauten
Er ergriff das Wort, wo andere schwiegen

Er berührte Menschen, wo anderen schauderte
Er reichte die Hand, wo andere Gräben zogen
Er umarmte den Feind, wo andere töteten

Kein Mensch hat ihn je wiedergesehen
Kein Mensch ihn je wieder gehört

Nur manchmal
wenn jemand sich selbst vergisst
und alles hergibt
was ihm etwas bedeutet hat
glüht am Himmel
der Stern von Bethlehem

Vera Hewener

aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
 

Christnacht

Die Kerze seh ich leuchten
inmitten dunkler Nacht,
wärmt Hände uns, die feuchten,
hat Lichtschein uns gebracht.

Sag an, was strahlen Kerzen
so hell und wunderbar,
dass freuen sich die Herzen
an ihrem Schein, fürwahr.

Es ist doch Christnacht heute,
die heilig, stille Nacht,
erwacht ist ewge Freude,
Erlösung ist gebracht.

So lasst und niederknien,
lasst beten uns zu Gott,
Christus ist uns erschienen
in unsrer Erdennot.

Vera Hewener
aus: Windblumen.1985.

Schneefall

Eisblumen blühen
an Fenstern Schneeflockenschar
im Winterreigen

Schneeweißgestöber
Wildwechsel an der Krippe
Vogelzitterspiel

Verschneite Pfade
Schneematten auf den Feldern
Laufspur der Rehe

Tannen im Schneelicht
Engelshand wirft Sternschnuppen
Christrosen blühen

© Vera Hewener


Der Herr der Liebe

Die Finger ihrer Hand sind starr geworden
vom Weben der verstreuten Seelen,
die überall in allen Herzen fehlen.
Es klingen die Verluste in Akkorden

einer lauten Stille übers Land,
wo sie der Herr der Liebe band
und ihnen neue Töne unbemerkt verlieh.
In der von Tod durchsetzten Agonie

ein zartes Knistern uns erlöste
und Worte in das Schweigen pflanzte.
Ein ungekanntes Licht ertanzte
unsre Welt, dass es uns tröste.


Vera Hewener


aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
 

Christosen

Wind wirbelt
schneidet den Winterhauch
aus den Klängen der Eiskristalle

Licht entsilbert
am Schleifton der Frostkralle
reibt sich das Winterweinen

in Schnees Einsamkeit
flüstern Christrosen
von der Botenkunde der Engel



Vera Hewener
 


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30.08.10 Flaschen
-geister, Nebelfrauen und Bücherwürmer.
Die Veranstaltungsreihe Litera-
tissimo des Püttlinger Kulturamts fand am Freitag-
abend im Schwesternhaus statt. Ein idealer Ort, um die Geister der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu locken. Gut 100 Zuhörer kamen, um sich zum vorletzten Mal in diesem Jahr vorlesen zu lassen. ....

02.09.10 Literatur in der “Roten Zone“ Köller-
bachs
- Vera Hewener und Georg Fox lasen im vollbesetzten Schwestern-
haus....
Eingeleitet wurde der Leseabend von Heweners historischem Rückblick in die Zeit vor dem zweiten Welt-
krieg. Dass Karl Ludwig Rug die Barmener Erklärung mitgetragen hatte und sich gegen das Naziregime stell-
te, war eine der Ausfüh-
rungen. Dass das Straflager in Etzenhofen auf Hermann Röchling zurückging, war vielen nicht bekannt.
Die Widmungsgedichte Heweners unterstrichen dies. ....

Nächste Lesung:
17.09.10 um 19.30 Uhr
Literatissimo
“Poesie im Mondschein”
Kath. Bücherei Liebfrauen
mit Margret Roeckner, Vera Hewener und EVa Dörr-Vieregge
 

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