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Heilige Nacht
In dieser stillen Nacht die Engelschar mit Flügeln ihre hellen Töne schwingen ins Erdenreich, das im hohen Klingen des himmlischen Gesangs dem Menschenpaar
im Stall da die Frau ein Kind gebar Sternen fleht zum Leuchten sich zu bringen dass Funken auf die Seelen überspringen voll hehrer Freude denn es wurde wahr
was einst Johannes uns verheißen hat dass einer kommt aus einer andren Welt dem er die Füße wäscht zu Boden fällt
was laut und mächtig scheint und satt Maria ihn voll Ehrfurcht an sich schmiegt das Heil der Welt in ihren Armen wiegt
Vera Hewener aus: Himmelsstürme, edition Wort-Verlag 2010
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Weihnachten
Die Nacht umspannt das Gipfelkreuz der Hänge, ein Tannenzweig im Schneegestöber sinnt verwaist nach Licht; ein Strom aus Flocken rinnt herab, es wirren spitze Eisgesänge
vom Joch ins Tal wie helles Tongespränge. Ein Strahlenkranz der Dunkelheit entrinnt und leuchtet; neugeboren lacht ein Kind, dass funkeln aller Zinnen Ränge.
Ein Stern entsteht, er weist den Weg den Weisen, die unbeirrt den Ort der Schöpfung suchen. Die heilige Verkündigung ersuchen
die Wanderer auf unberührten Gleisen. Erschöpft verlassen sie die kahlen Pfade der täglichen Gesellschaftsmaskerade.
Vera Hewener aus: Himmelsstürme. edition Wort-Verlag 2010..
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Advent
Wenn Eisblumen blühen an Fensterscheiben und Kinder sich rosige Nasen reiben, ist Winter, die weißkalte Zeit.
Wenn Schneeflocken Winterreigen knüpfen und über Tannennadeln hüpfen, ist Weihnachten nicht mehr weit.
Es duftet nach Plätzchen und Lebkuchenherzen, nach Mandarinen, Nüssen und Kerzen, nach Schokolade und Rum.
Knecht Ruprecht füllt den Sack mit Geschenken die Glöckchen klingeln, die Pferde lenken Sankt Niklas fährt leise herum.
Vera Hewener aus: Windblumen.1985.
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Christnacht
Die Kerze seh ich leuchten inmitten dunkler Nacht, wärmt Hände uns, die feuchten, hat Lichtschein uns gebracht.
Sag an, was strahlen Kerzen so hell und wunderbar, dass freuen sich die Herzen an ihrem Schein, fürwahr.
Es ist doch Christnacht heute, die heilig, stille Nacht, erwacht ist ewge Freude, Erlösung ist gebracht.
So lasst und niederknien, lasst beten uns zu Gott, denn Christus uns erschien in unsrer Erdennot.
Vera Hewener aus: Windblumen.1985.
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Schneefall
Eisblumen blühen an Fenstern Schneeflockenschar im Winterreigen
Schneeweißgestöber Wildwechsel an der Krippe Vogelzitterspiel
Verschneite Pfade Schneematten auf den Feldern Laufspur der Rehe
Tannen im Schneelicht Engelshand wirft Sternschnuppen Christrosen blühen
Vera Hewener aus: Himmelsstürme. edition Wort-Verlag 2010.
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Schneerose
Stille wiegt im Silberbett die Nieswurz Rose die ihren Kelch mit Schwindel füllt
erhaben im Schneeschaum wenn Frost dich umzittert bittert in der Kälte ein weißes Blütengewand
birgt auch die Zeit ein ewiges Geheimnis: die Schneerose blüht für ein Kind das uns geboren aus göttlicher Neigung
Vera Hewener aus: Himmelsstürme. edition Wort-Verlag 2010.
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Weihnachten
Es war an Dreikönig die Mädchen wahrsagten es: zogen die Pantoffeln aus stellten sie vors kalte Haus und beteten zum lieben Gott
Vera Hewener aus: Es kommen andere Ewigkeiten. WiKu Verlag 2007.
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Weihnachtsfreude
Wenn an kalten Wintertagen leis der Nebel niederfällt, hört man stumm die Herzen schlagen und so stille ruht die Welt.
Kerzen werden angezündet, leuchten auf zu Jesu Christ, dass er unsre Seelen findet, er unser Erlöser ist.
Hell erstrahlen bunte Lichter, schmücken Weihnachtsmarkt und Haus, Freude spiegeln die Gesichter, denken an den Weihnachtsschmaus.
Vera Hewener aus: Windblumen.1985.
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Der Stern von Bethlehem
Er hörte zu, wo andere weghörten Er sah hin, wo andere wegschauten Er ergriff das Wort, wo andere schwiegen
Er berührte Menschen, wo anderen schauderte Er reichte die Hand, wo andere Gräben zogen Er umarmte den Feind, wo andere töteten
Kein Mensch hat ihn je wiedergesehen Kein Mensch ihn je wieder gehört
Nur manchmal wenn jemand sich selbst vergisst und alles hergibt was ihm etwas bedeutet hat glüht am Himmel der Stern von Bethlehem
Vera Hewener aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
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Der Herr der Liebe
Die Finger ihrer Hand sind starr geworden vom Weben der verstreuten Seelen, die überall in allen Herzen fehlen. Es klingen die Verluste in Akkorden
einer lauten Stille übers Land, wo sie der Herr der Liebe band und ihnen neue Töne unbemerkt verlieh. In der von Tod durchsetzten Agonie
ein zartes Knistern uns erlöste und Worte in das Schweigen pflanzte. Ein ungekanntes Licht ertanzte unsre Welt, dass es uns tröste.
Vera Hewener aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
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Christosen
Wind wirbelt schneidet den Winterhauch aus den Klängen der Eiskristalle
Licht entsilbert am Schleifton der Frostkralle reibt sich das Winterweinen
in Schnees Einsamkeit flüstern Christrosen von der Botenkunde der Engel
Vera Hewener aus: Himmelsstürme. edition Wort-Verlag 2010.
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