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Vera Hewener
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Unterrichtseinheit Abenteuer

Unterrichtseinheit „Abenteuer“

@ Vera Hewener


1. Ausgangssituation
Koedukation zur Herausarbeitung geschlechtsspezifischer Einstellungsunterschiede

Suchtprävention in Schulen kann nach unterschiedlichen Konzepten durchgeführt werden. Die Unterrichtseinheit Abenteuer ist die Aufbereitung des Themas im Unterricht in einem Klassenverband. Sie kann sowohl von Lehrpersonen der Schulen als auch von externem Fachpersonal durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft der Schule, sich auf das Thema einzulassen. Verhaltensmuster und Wertvorstellungen können in der direkten Interaktion zwischen der Fachperson und den SchülerInnen reflektiert werden. Koedukation ist gerade in diesem Feld wünschenswert, um die geschlechtsspezifischen Einstellungen herauszuarbeiten und Annäherungen zu ermöglichen.



2. Zielgruppe
Die Unterrichtseinheit Abenteuer eignet sich für SchülerInnen ab der 8. Klasse.



3. Ziele

Spezifische und Unspezifische Suchtprävention
Die Zielvorgaben orientieren sich sowohl an spezifischen als auch unspezifischen Inhalten der Suchtprävention. Sie beinhalten:

ྒ? Entwicklung und Förderung von Selbstwertkonzepten
ྒ? Förderung von Handlungskompetenz
ྒ? Differenzierung der Begriffe Gebrauch und Missbrauch
ྒ? Wissensaufarbeitung zu Suchtverhalten und Suchtstoffen

Im Einzelnen sind dies

auf der emotionalen Ebene
ྒ? Verbalisieren von Gefühlszuständen
ྒ? Wahrnehmung und Definition positiver und negativer Gefühle
ྒ? Verarbeitung von Gefühlen

auf der rational/kognitiven Ebene:
ྒ? Zusammenhänge zwischen Gefühlszustand und aktivem Handeln erkennen können
ྒ? Wahrnehmung von Bedürfnissen
ྒ? Strategien zu aktivem Handeln entwickeln (Handlungsstrategien, soziale Kompetenzen)
ྒ? Strategien zur Konfliktlösung erarbeiten



4. Didaktik

Gesamtüberblick

1. Lehreinheit
ྒ? Assoziationsspiel „Abenteuer“
ྒ? Planungsspiel „Abenteuer“
ྒ? Konzentrationsübung „Gute Gefühle“
ྒ? Konzentrationsübung „Schlechte Gefühle“

2. Lehreinheit
ྒ? Stimmungspegel erarbeiten
ྒ? Unterrichtsgespräch über Glücks- und Rauschzustände
ྒ? Kleingruppenarbeit zu Abhängigkeitsformen
ྒ?Unterrichtsgespräch zur Wissensaufarbeitung über Suchtmittel und Suchtformen

3. Lehreinheit
ྒ? Rollenspiel
ྒ? Auswertung, Handlungsalternativen erarbeiten
Variation hierzu: Filmvorführung ‘Lieber frei als high’ o.ä.



5. Unterrichtsverlaufsplanung

1. Lehreinheit

1. Phase


Ziele
1.1 Verbalisieren von Gefühlszuständen


Unterrichtsverlauf

(L) Frage:
Seht euch das Plakat Abenteuer an. Was fällt euch dabei ein? Was bedeutet das Wort Abenteuer für euch?

(S) mögliche Antworten:
nicht alltägliches Ereignis, Erlebnis, gewagtes Unternehmen, Mutprobe usw.


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Plakat an der Tafel anbringen
(Bezug: BZGA: Kinder stark machen)
freie Assoziation
Antworten auf der Tafel strukturieren


Ziele
1.2 Bedürfnisse wahrnehmen und benennen


Unterrichtsverlauf

(L) Frage:
Was ist das Gegenteil von einem Abenteuer

(S) mögliche Antworten:
Aktivität<>Langeweile
Spannung<>Entspannung
Aufregung<>Ruhe
Gefahr<>Sicherheit usw.


Didaktische Mittel/Lernhilfe
Antworten an der Tafel strukturieren und ergänzen
Aufzeigen der Pole
Aktiv sein und Passiv sein



2. Phase


Ziele
2.1 Handlungsstrategien entwickeln


Unterrichtsverlauf

(L) Frage:
Welches Abenteuer würdet ihr gerne erleben?
Schreibt euer Abenteuer auf ein Blatt Papier. Bitte keinen Namen aufschreiben. Wir sammeln sie später ein.

(L) Anleitung:
Ich habe eure Abenteuer in den Rucksack gepackt und vermischt. Wer möchte gern eines dieser Abenteuer ziehen. Wir werden dieses Abenteuer dann planen.


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Abenteuerwunsch auf ein Blatt Papier oder Karte schreiben lassen und einsammeln
SchülerIn bestimmen, ein Abenteuer zu ziehen.


Ziele
2.2 Zusammenhänge zwischen Gefühlszustand und Handlungsebenen verdeutlichen


Unterrichtsverlauf


(L) Frage:
Wir planen nun das Abenteuer!
Was müssen wir tun, um unser Abenteuer verwirklichen zu können?


Strukturvorgaben machen:

Emotionale Ebene:
Welche Gefühle treten dabei auf?

Materielle Ebene:
Was brauche ich an Mitteln dazu?


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Unterrichtsgespräch
Antworten nach der Strukturvorgabe einordnen:
Positive und negative Gefühle
Verarbeitung der Gefühle
Wie gehe ich damit um?
Ressourcen erkennen, Quellensuche


Ziele
2.3 Konfliktfähigkeit fördern, Konfliktlösungsstrategien erarbeiten


Unterrichtsverlauf


(L) Frage:

Körperliche Ebene:
Was brauche ich als Person dazu?

Soziale Ebene:
Kann ich das alleine bewältigen? Wer muß/kann mich unterstützen
Was würden unsere Eltern dazu sagen?


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Freies Unterrichtsgespräch



3. Phase


Ziele
3.1 Empfinden und Benennen positiver Gefühle


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Wir haben gesehen, daß Abenteuer Gefühle ganz unterschiedlicher Art hervorrufen und daß alles, was wir tun, sich auch auf unser Befinden auswirkt. Wir alle haben schon einmal Ereignisse erlebt, die entweder ganz toll oder ganz schrecklich waren. Wir wollen jetzt versuchen, uns zu erinnern. Jeder denkt an ein Ereignis, das für ihn bisher das größte Erlebnis war.

Um in uns hineinhören zu können, müssen wir dafür ganz still werden. Wir schließen dafür die Augen und hören in uns hinein. Wir versuchen, uns an die Gefühle zu erinnern, die dabei aufgetreten sind.

2 Minuten Stillschweigen

Jetzt öffnen wir wieder die Augen und schreiben die Gefühle auf ein Blatt Papier, wieder ohne Namen. Wir sammeln sie danach ein.



Didaktische Mittel/Lernhilfen
Konzentrationsübung
Gefühle aufschreiben



4. Phase

Ziele
Empfinden und Benennen negativer Gefühle


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Jetzt denken wir an ein Ereignis, daß für uns bisher das schlimmste war, das wir erlebt haben. Dafür schließen wir wieder die Augen und hören in uns hinein.

2 Minuten Stillschweigen

Schreibt nun eure Gefühle wieder ohne Namen auf ein Blatt Papier.


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Konzentrationsübung
Gefühle aufschreiben und einsammeln


Ende der 1. Stunde - Pause - In der Pause Gefühle an die Tafel schreiben und trennen nach guten und schlechten Gefühlen.




2. Lehreinheit


1. Phase


Ziele
Glücks- und Trauerzustände differenzieren
Überleiten vom positiven Gefühl zum Rausch und Rauschzustand


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Ich habe die Gefühle in der Pause an die Tafel geschrieben. Wir wollen nun herausfinden, was das schönste und schlechteste Gefühl ist.

Welches ist eurer Meinung nach das schönste Gefühl?
Welches ist eurer Meinung nach das schlechteste Gefühl?


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Unterrichtsgespräch
in der Klasse abstimmen lassen und die Antworten einkreisen.



2. Phase


Ziele
Differenzierung
ྒ? adäquater und
ྒ? inadäquater Lösungsmöglichkeiten
ྒ? bzw. Ersatzhandlungen
ྒ? kreativer Rausch
ྒ? süchtiger Rausch


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Wir haben nun unterschieden zwischen guten und schlechten Gefühlen. Wenn wir ein Abenteuer erleben, treten sie nebeneinander auf, widersprechen oder ergänzen sich. Wenn man ein Abenteuer erlebt, möchte man zunächst einen außergewöhnlichen Gefühlszustand erreichen. Wie kann man das auch erleben?


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Unterrichtsgespräch
Strukturieren der Antworten auf der Tafel



3. Phase


Ziele
Differenzierung der Begriffe Gebrauch und Mißbrauch, Suchtverhalten und Abhängigkeitsformen


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Ich teile euch jetzt ein Blatt aus, auf dem Personen verschiedene Rauschzustände erleben. Ihr sollt nun die einzelnen Rauschzustände beschreiben. Dazu gebe ich euch drei Fragen vor:

1. Wie nennt man diese Verhaltensweise?
2. Weshalb verhält die Person sich so?
3. Welche Folgen hätte ein solches Verhalten auf Dauer?


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Kleingruppenarbeit
Fragen an die Tafel schreiben
Gruppen einteilen und Arbeitsbogen austeilen
Vorgegebene Zeit: 25 Minuten



4. Phase


Ziele
Wissensaufarbeitung über Suchtmittel und Suchtformen


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Jede Gruppe stellt nun ihr Ergebnis vor. Welche Gruppe möchte beginnen?


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Aufarbeiten nach folgenden Fragestellungen:
Welches Verhalten ist süchtiges Verhalten?
Welche Mittel werden dazu benutzt?
Welche kennt ihr noch?

Besprechung der Ergebnisse nach den Strukturvorgaben:

ྒ? Suchtstoffe
ྒ? Gebrauch
ྒ? Mißbrauch
ྒ? Merkmale der Abhängigkeit

Ende der 2. Stunde - Pause



3. Lehreinheit


1. Phase


Ziele
Konfliktlösungsstrategien erarbeiten


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Wir wollen nun ein kleines Spiel versuchen, ein Theaterspiel. Es geht um folgende Situation:

Da ist der Junge Kai, 16 Jahre alt, hat in der Mathematikarbeit eine 5 geschrieben, die Versetzung ist gefährdet. Zu allem Übel verläßt ihn auch noch seine Freundin. Er kommt nach Hause und ist total geschafft und beginnt Cognac zu trinken. Schließlich trinkt er eine halbe Flasche aus. Seine Eltern finden ihn betrunken vor, als sie nach Hause kommen. Am nächsten Morgen sitzen sie gemeinsam am Frühstückstisch und reden darüber. Diese Situation wollen wir jetzt einmal spielen.

Dazu benötigen wir drei Mitspieler: den Kai, den Vater und die Mutter.
Wer möchte wen spielen?

Jetzt brauchen wir noch drei Gruppen, die das Spielgeschehen beobachten und aufschreiben, was da passiert. Eine Gruppe beobachtet Kai, eine den Vater und eine die Mutter.


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Rollenspiel erklären
Spielvorgabe machen
Auswahl der Mitspieler
Einteilung der Gruppen
Durchführung des Rollenspiels Zeitvorgabe: 15 Minuten



2. Phase


Ziele
Verhaltensalternativen ausarbeiten
Aufzeigen geschlechtsspezifischer Verhaltensmuster
Alternativen erarbeiten
Aufzeigen der Hilfsmöglichkeiten
ྒ? Entzug,
ྒ? Therapie,
ྒ? Langzeitbehandlung


Unterrichtsverlauf

(L) Anleitung:
Wer möchte mit der Beschreibung des Gesprächs beginnen?

Wie hat sich Kai verhalten?
Wie hat sich die Mutter verhalten?
Wie hat sich der Vater verhalten?
Könnte man auch anders reagieren? Was wäre angebrachter?
Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es?


Didaktische Mittel/Lernhilfen
Vorstellung der Gruppenbeobachtung
Unterrichtsgespräch:
Aufarbeitung der Handlung
Wie hat SpielerIn Kai, Vater, Mutter sich in der Rolle selbst empfunden?
Reagieren alle Mütter so?
Reagieren alle Väter so?
༨? Geschlechtsrollendifferenzierung
Was könnte Kai anders machen?

Wie kann man Kai helfen?
༨? Beratungsinstitutionen
Therapieeinrichtungen


Ende der 3. Stunde



Praktische Umsetzung

Externes Fachpersonal
Die Vorbereitung der Klasse auf die Person und das Thema muss vom Klassenlehrer erfolgen. Eine kurze Einführung bzw. Vorstellung vor Beginn der Unterrichtseinheit ist sinnvoll. Die Anwesenheit des Klassenlehrers führt erfahrungsgemäß zu inneren Blockaden, da der Klassenlehrer Sanktionen aussprechen kann und die SchülerInnen nicht mehr offen genug sind. Es empfiehlt sich daher, externes Fachpersonal für die Umsetzung einzusetzen. Die Zusicherung, daß weder Elternhaus noch Schule von den Gesprächen erfahren, ist ebenfalls für die notwendige Offenheit von Bedeutung. Die Größe des Klassenverbandes sollte 25 SchülerInnen nicht übersteigen. Für die Durchführung der Unterrichtseinheit werden drei Schulstunden benötigt.

 


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Saarbrücker Zeitung vom 10.05.11
Deutsch-französischer Dichterfrühling in Saargemünd
Zum ersten Mal hat die Katholische Erwachsenenbildung ihren „Printemps des poètes“ mit der Stadt Saargemünd veranstaltet. Schauplatz war der Wintergarten des Keramikmuseums. „Dichterisch auf dieser Erde wohnen“ – ein Hölderlinsatz leitet in den siebten „Printemps des poètes“. „Printemps des poètes“ ist eine französische Initiative, lädt ein zur Beschäftigung mit Dichtung.
 

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