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Schattierungen
ich liege unter Pinien auf der Sonnenbank du sagst auf meiner Haut spiegeln sich die Schatten der Nadelzweige ein Eichhörnchen schwingt sich am herabhängenden Ast in die Höhe fängt sich knackt die Erträge des Sommers
schlaftrunken wehrt sich der Baum schüttelt sich verändert meine Schattierungen am Wurzelsaum der ungebetene Gast springt hoch hangelt sich von Geäst zu Geäst klettert am Stamm herab zu Boden und wühlt in den Blättern
sieh nur sagst du was am Boden liegt sträubt sich nicht
© Vera Hewener aus: Himmelsstürme.
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Lichtung
Licht streift die Veranda Schatten der Holzpalisaden vergittern den Blick im hellen Blau
abends verschiebt sich die Lichtung ein Gecko sucht Durchschlupf zwischen den festgenagelten Bohlen
ich sehe noch den gefleckten Körper der sich in Windeseile durch vergangene Jahrhunderte zwängt
© Vera Hewener aus: Himmelsstürme
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Jagdpause
Minka die Streunerin wirft Haare im Schuppen und verweigert die Milch sie ist sauer geworden in der Freiheit nicht betteln zu müssen um gestreichelt zu werden
dessen ungeachtet werfen Mäuse ihr das Hauptgericht auf den Teller der Jagdpause
© Vera Hewener. aus: Himmelsstürme
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Honigkrieg
Mich hüllten Düfte ein im Weiß der Rispenblüte, die Süße eingebunden auf der Blumenbank, in Sträuchern lockte Suchende der Nektartrank, die Wespen hingesunken in die Honigbrüte.
Libellen surrten ins Gestäub mit Lustgemüte, umklammerten das Astrohr, lupften frei und frank am Bacchusbecher aus dem offnen Blütenschank, vibrierten aufgeregt im Rausch der Nektargüte.
Die Wespen zogen ihre Fühler aus den Pollen, ersummten zornig Helfer aus den nahen Wiesen, gemeinsam sie zum Kampf um Nahrungstöpfe bliesen,
voll Ärgernis die Wespenbäckchen überquollen. Ein Luftsog zerrte plötzlich kräftig in den Lüften. Natur zerstob die Krieger, warf sie aus den Hüften
© Vera Hewener aus: Himmelsstürme
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Lichtmaß
Tauben besprechen die Kalligraphie der Gehölze Beschreibungen der Äste in den Rodungen des Lichts das die Schablone des Knospens über die schwarze Farbe der Zweige legt
kaum lösen sich die Schattenrisse auf summsen Hummeln im hauchdünnen Blühstoff in den Wiesen flackert die Flamme des Windlichts
Gänseblümchen recken sich nach dem Lichtmaß aus dem der Frühling seine Farben schöpft
© Vera Hewener. aus: Himmelsstürme
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Im Röhricht
Unten im Röhricht seufzt die See stolzieren zwischen Schilfrohr und Binsen schwarz befiederte Stelzen Raubvögel lärmen treiben ihr Schlagwerk in die Nistplätze zeternder Teichrohrsänger
Gezwitscher im Dickicht Drosselbanden fliegen auf in der Kolonie der Wasserschwaden verkriechen Larven sich und Raupen Rohrkolben halten die Köpfe zusammen ihre Ährchen verfangen sich in den Dolden der Schwanenblumen
schon spitzen Scharfrichter die Schnäbel stochern im Schilf der Wasserpflanzen den Boden abklopfend nach dem Laich der Karpfen und Hechte
© Vera Hewener. aus: Himmelsstürme
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Ballade vom wahren Schneckenputsch
© Vera Hewener
Zwischen Buchsbaum, Schilf und Hecken, zwischen Thymian und Farn, spinnt ein silbrig schimmernd’ Garn eines ganzen Rudels Schnecken.
Kommt ein Laubfrosch angesprungen auf Maßliebchens Blütenblatt, Baldurs Auge blinzelt matt, ist zum Ahorn vorgedrungen.
Liegt ein Rotfuchs auf der Lauer, hält am Morgen schon die Wacht, hat in manchen Gärten Pacht unter Löchern einer Mauer.
Sieht den Laubfrosch munter wandern, denkt sich, welch ein kleines Mahl. Frosch erquickt der Sonnenstrahl, flatscht von einem Platz zum andern.
Schleicht der Rotfuchs in der Hocke sich zur Beute nah heran, bis er sich draufstürzen kann, raschelt eine Rosenlocke.
Lurchtiers Auge späht zur Seite, sieht den Rotfuchs auf dem Sprung, vor ihm glänzt der Schneckendung, sucht mit einem Satz das Weite.
Rotfuchs jagt mit einem Rutsch, trifft die Schleimspur folgenschwer, schlittert, schleudert hinterher. Laubfrosch ist schon lange futsch.
Das ist wahrer Schneckenputsch!
aus: Himmelsstürme
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Sandbild
Wasserflecken leckt der Wind und träufelt sie auf das Gesicht des Sandbilds das die Nacht überdauerte in den Kuhlen wohnen bald Sandfliegen und Seefenchel
der Tag sammelt das Licht hakt es in die Ösen des Bogens spült unbeeindruckt von Feststehendem die Farben weich und zeigt den Seeschwalben die Richtung an
für den Flug in die Wärme die wartet auf den Kuss des Morgenmunds aufblühend am Saum des Horizonts dunkelsilber noch trunken vom Gesang der Sternenbilder
© Vera Hewener aus: Verwirbelungen der Zeit. WiKu Verlag..
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Regenflucht
© Vera Hewener
Ich sah in Regen ein, in Luft aus Harz und Lauben vom Dach herab fiel Reisig, brauner Zapfenrost die Reben leergefegt, auf Fässern trieb der Most, die Käfer krochen langsam unter Gräserhauben.
Ein kleiner Vogel piepste ängstlich von den Gauben, er zitterte im Federflaum, im Wetterfrost, umkrallte Zargen gegen Böen aus dem Ost. Von Ziegeln lauthals haderten die Tauben.
Wollt er den Luftkampf unbeschadet überwinden so musst er fliegen lernen, jener kleine Vogel das Nest am Ast des Baumes wieder finden,
aus dem er fiel. Zum Leben streben Organismen, die sich dem Tod entgegenstellen im Gemogel, sich im Regenbogen sonnen, in den Farbenprismen.
© Vera Hewener aus: Himmelsstürme.
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Hungersturm
noch ist es grau im Binsenland dunstige Nebelnetze wasserschwer weben in meinem Gesicht und übers Meer fliegt aufgewirbelt ungestümes Kreischen
stürzende Schatten weiß vom Seewind scharren im Priel Seevögel schlagen ihre Hälse in die Rinnsäle
stell dich nicht in die Flugbahn scharfe Klingen sind ihre Messerschnäbel im Hungersturm
© Vera Hewener aus: Himmelsstürme.
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Möwen schweigen still Nordwind peitscht Wolken aus spar dir die Tränen
© Vera Hewener aus: Himmelsstürme.
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Buchvorstellung 12.11.10 „Himmelsstürme“ - Meisterliche Lyrik der Püttlinger Autorin Vera Hewener begeistert. www.hallobock.de 15.11.2010
„Lebens- und Liebesstürme. Vera Hewener stellte ihren neuesten Lyrikband vor..Von heiter bis stürmisch. Im neuen Lyrikband „Himmelsstürme“ von Vera Hewener geht es um Gärten, Reisen, um Impressionen und um die Liebe. Sie feierte die Premiere ihres Buches in der Buchhandlung Balzert. … Saarbrücker Zeitung 18.11.10
“Meisterliche Lyrik von Vera Hewener” - Püttlinger Autorin begeisterte mit ihrem neuem Buch „Himmelsstürme“ die Besucher der Buchhandlung Balzert-Stein...Auch Bürgermeister Martin Speicher ist Literaturfreund. Gerne war er zur Präsentation von Vera Heweners neuem Werk „Himmelsstürme“ in die Buchhandlung Balzert-Stein gekommen – sein persönliches Urteil: „Meisterlich!“ Öffentlicher Anzeiger 02.12.10
Mit Sprachwitz und Charme - Neuerscheinung „Himmelsstürme“ von Vera Hewener wurde begeistert aufgenommen...Das Sturmmotiv durchzieht das neue Buch von Vera Hewener wie ein roter Faden und beleuchtet die heiteren und bewölkten Seiten des Lebens, der Liebe und der Natur. Vera Hewener verwendet dabei sowohl klassische Formen als auch frei fließende, assoziative Formen, mal sprachgewaltig, mit Witz und Charme, mal traumhaft zart und impressionistisch Wochenspiegel 09.12.10
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