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Schattenblau
Wir haben uns und haben uns nicht. Was liegt dazwischen? Im ausgezehrten Sonntagsbraten wächst das Glück nicht, vielleicht im knusprigen?
Das was uns erfüllt, ist die Suche nach Zwischenräumen, dem Schattenblau, das Freiheit erlaubt, eine Freiheit, jenseits des Gesellschaftlichen, des Hingebogenen, des Kampfes um Macht.
Das Leben im Schatten ist reich an ungiftiger Luft. Wir tragen keine Masken mehr. Die Tücher sind gewebt, einfach nur gewebt, um uns Wärme zu spenden, wenn wir sie brauchen. Dieser Wein, ein bitterer Kelch alltäglicher Ellbogen, geht so vielleicht an uns vorüber.
Wir sehen das Kreuz, die ausgestreckten Arme und schaudern den Schmerz, den der Vater von uns verlangte. Hatten wir je eine Wahl? Gab er uns nicht das Wollen und den Willen?
Nehmen wir an, Gefühle seien die Rose des Sommers. Wer würde sich ihr nicht zuneigen? Und Gott, wollte er uns im Stachelfeld?
Lasst uns nach neuen Rosen suchen, Rosen, die duften, ohne zu stechen. Einen Rosengarten lang könnten wir uns lieben.
Vera Hewener aus: Eine Neigung aus Blau. Libri Georg Lingenbrink. Norderstedt 2002.
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