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Vera Hewener
Die Website für Literatur, Kultur und Gesellschaft

Presse 2009

SZ vom 10.03.09

Dieser Frühling beginnt mit Sprachspielereien

Jean Tardieu im „Printemps des poètes“ bei der Katholischen Erwachsenenbildung

Saarbrücken. „Im Frühling der Poeten kennt die Poesie keine Jahreszeiten.“ Mit diesen Worten lädt Jean-Pierre Siméon seit 1999 jährlich zu den Dichtertreffs „Printemps des poètes“ in ganz Frankreich ein. Fünf Jahre nach der ersten Austragung übertrug Huguette Ballschmiede von der Katholischen Erwachsenenbildung 2004 das Konzept unter Beibehaltung des Titels auf unsere Region und schuf so ein Forum für die lyrische Produktion in der Saar-Lor-Lux-Region.

In diesem Jahr war von Siméon die Aufarbeitung des 1995 verstorbenen Jean Tardieu vorgegeben, dessen Werk der surrealistisch-absurden Lyrik zugerechnet wird. Ballschmiede, die bei der Katholischen Erwachsenenbildung Konversationskurse im Fach Französisch anbietet, konnte am Samstag einige ihrer Kursteilnehmer für die Teilnahme am „Printemps“ gewinnen und gar zu eigener Dichtung anregen. Die Kursteilnehmer offenbarten eine große Vertrautheit mit den sprachlichen Eigentümlichkeiten und linguistischen Spielereien des französischen Dichters. Insbesondere die freie Nachbildung der Sprache Tardieus in den drei deutschen Gedichten von Lore Schmeling ließ ein tiefes Verständnis des Lyrikers erkennen. Der zweite Teil des Nachmittags gehörte dann vier bereits etablierten Dichtern der Grenzregion: Helga Maas, Jean-Louis Kiefer, Vera Hewener sowie Alexandra Fixmer knüpften mit eigenen Texten an Tardieus Tradition an.

Musikalisch umrahmt wurden die Rezitationen von dem Gesangs- und Klavier-Duo Silvie Offenbeck und Werner Grothusmann. anw


SZ vom 29.06.09
Literaturpfad führt durch die Stadt

Touristische Attraktion in Püttlingen wird heute vor dem Püttlinger Rathaus eröffnet

Die Stadt Püttlingen wird am heutigen Dienstag einen Literaturpfad durch die Stadt offiziell eröffnen. Treffpunkt ist um 18 Uhr vor dem Rathaus. Damit erhält die Köllertalstadt eine weitere touristische Attraktion.

Püttlingen. Literatur aus und über Püttlingen hat in der Köllertalstadt einen hohen Stellenwert. Angefangen bei den Chroniken über die Geschichte und das Stadtgeschehen, den Familienbiografien bis hin zur schöngeistigen Literatur ist in den örtlichen Bibliotheken alles zu finden. Als 2005 die über die deutschen Landesgrenzen hinaus beachtete Schriftstellerin Vera Hewener mit dem damals zuständigen Kulturamtsleiter Klaus Poess Kontakt aufnahm, um Lesungen über und in der Stadt an ausgesuchten Orten zu veranstalten, traf sie auf offene Ohren, heißt es in einer Pressemitteilung.

Vier Autoren

Vier Püttlinger Autoren, Eva Dörr-Vieregge, Georg Fox, Vera Hewener und Margret Roeckner, gestalteten in den folgenden Jahren Autorenlesungen und Literaturveranstaltungen. Die Reihe „Literatissimo“, diese Wortschöpfung geht zurück auf Mike Siebler, der nach der Neugliederung der Verwaltung diese Aufgabe übernahm, verknüpfte die private Gartenkultur mit der Poesie. Das besondere daran: Zu jedem Garten entstanden eigens dafür geschaffene Gedichte, die im vergangenen Jahr als Gartenbuch mit den Widmungsgedichten der Autoren und Fotografien von Mike Siebler präsentiert wurden.

Die literarische Präsentation der Stadt erfährt nun durch die Eröffnung eines Literaturpfades einen glanzvollen Höhepunkt. Die an den Gartenlesungen beteiligten vier Autoren setzen der Stadt ein literarisches Denkmal: Eva Dörr-Vieregge, die mit der Herausgabe des Püttlingen Literatissimo-Gartenbuches ihre erste Veröffentlichung vorweisen kann, Georg Fox, der zwischenzeitlich ein eigenes Püttlinger Gartenbuch herausgegeben hat, Vera Hewener, die mittlerweile als eine der wenigen Dichterinnen des Saarlandes Eingang in die Schulliteratur gefunden hat, und Margret Roeckner, die mit ihrem zuletzt erschienen Buch Mut zum christlichen Glaubensbekenntnis macht. Darüber hinaus beteiligt ist auch Johannes Kühn, der Hölderlin-Preisträger unter den Dichtern des Saarlandes. Sie alle haben für die einzelnen Stätten der Literaturinstallation eigene Gedichte verfasst.

Püttlingen erhält so eine weitere touristische Attraktion. An folgenden Orten sind die Literaturtafeln zu finden: am Püttlinger Rathaus, am Kulturbahnhof, am Blumenhaus Feld, an der Buchhandlung Balzert und an der Burgapotheke Köllerbach. Weitere sollen folgen. Unterstützt wurde der Literaturpfad durch das Kultusministerium des Saarlandes. Eröffnet wird der Literaturweg am morgigen Dienstag, 30. Juni, um 18 Uhr vor dem Püttlinger Rathaus von Bürgermeister Martin Speicher, anschließend findet ein Umtrunk statt.


SZ v. 6.7.09
Kühn und das literarische Quartett

Literaturpfad durch Püttlingen eröffnet – Zweistündige Wanderung von Tafel zu Tafel

Der Literaturpfad ist eröffnet: Fünf poetische Stationen, kleine Landeplätze der Fantasie, Gedichte hinter Glas im Din-A-4-Format, laden zum Spaziergang durch Püttlingen und Köllerbach.

Von SZ-Mitarbeiterin

Beatrix Hoffmann

Püttlingen. Elisabeth von Lothringen würde sich freuen. Schließlich, so erzählt man sich in Köllerbach, habe sie hier auf Burg Bucherbacherbach residiert und dabei Ritterromane aus dem Französischen ins Deutsche übertragen. Sie gilt sogar erste Romanautorin in unserem Sprachraum.

So gesehen spielt Köllerbach auf der literarischen Bühne schon früh, im 15. Jahrhundert, eine tragende Rolle. Zwischendurch tat sich Jahrhunderte lang wenig im Ort. Jetzt tritt das literarische Quartett – Georg Fox, Vera Hewener, Margret Roeckner und Eva Dörr-Vieregge – mit Gedichten in die Fußstapfen der adeligen Schreiberin.

Zusammen mit Mike Siebler, dem Leiter der Werkstatt für kreatives Gestalten der Stadt Püttlingen, entwarf man einen Literaturpfad. Als besonderer Gast wirkte der saarländische Autor Johannes Kühn mit.

Die Gedichte wurden zwischen Glasplatten angebracht. Man findet die fünf Tafeln am Rathauseingang, an einer Säule bei der Buchhandlung Balzert, an der Fassade von einer Apotheke sowie an einer Gärtnerei in Köllerbach. Auch die Rückseite vom Kulturbahnhof spielt eine tragende Rolle. Wer alle Poesietafeln auf einen Rutsch erleben will, muss mindestens zwei Stunden für die literarische Wanderung durch die Köllertalstadt einkalkulieren. Spaziergang durch den Stadtpark, Köllerpfädchen oder alte Bahnstraße sind dabei inbegriffen. Aber es geht selbst verständlich auch häppchenweise. Die Autoren ließen sich von der Umgebung inspirieren, setzten ihre Impressionen in freier Form in Worte. Vera Hewener wanderte durch den „Püttlinger Schlosspark“ und entdeckte: „Tief gefurchte Schuppenborke bröckelt wie ein alter Kalender um mich“. Johannes Kühn ließ sich von der „Gartenanmut“ der Stadt bezaubern. Margret Roeckner thematisierte die Brombeerblüte. Eva Dörr-Vieregge beobachtete „Trauerweidenzausel“ und den „Wasserlinsenteppich“ am Köllerbach. Georg Fox schließlich fand philosophisch-poetische Worte über den Sinn des Weges.

Da die Gedichte wie ein Sandwich mit losem Belag gestaltet sind, können sie immer wieder ausgetauscht werden. Die Poesiewanderer in Spe dürfen sich also überraschen lassen.

Darüber hinaus steht der Weg weiteren Autoren offen. Denkbar wäre beispielsweise ein Zitat aus den historischen Romanen der Autorin Deana Zinßmeister, die in Heusweiler wohnt. Auch Autoren, die – wie beispielsweise der Krimischreiber Jacques Berndorf – zur Lesung ins Köllertal kommen, könnten sich so verewigen.

Ideengeber Mike Siebler könnte sich durchaus auch Zeilen in Fremdsprachen vorstellen. Und last not least könnte hier doch auch Elisabeth von Lothringen ein literarisches Wörtchen mitreden, und so, wie der Beigeordnete Gerhard Ballas in der Eröffnungsansprache formulierte, „das literarische Gesicht der Stadt“ mitprägen.


Wochenspiegel Saarland
Hewener Preisträgerin des Jokers Lyrik-Preises 2009
19.07.2009
PÜTTLINGEN Die saarländische Schriftstellerin Vera Hewener ist Preisträgerin des großen deutschsprachigen Jokers Lyrik-Preises 2009 in der Gruppe 4. bis 13. Preis. Ihr Gedicht „Reibung“ konnte sich gegen 7500 Einsendungen durchsetzen. Die hundert besten Gedichte sind in der Lyrik-Anthologie „Schreibend träumen wir uns wieder“ nachzulesen. Der Preis wurde zum 7. Mal ausgelobt.

Gedichte von Vera Hewener wurden 2006 vom Verlag an der Ruhr in die Schulbuchreihe „Kinder verstehen Gedichte“ von Birgit Brandenburg und 2008 vom Klett Verlag in die Reihe Zebra 4 Lesehefte aufgenommen. Bisher liegen sechs Bücher vor, zahlreiche Publikationen in Anthologien in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Ungarn. Mehrere Auszeichnungen erhielt sie in Italien und Frankreich, darunter Literaturpreise für drei ihrer Bücher.

Das Gedicht „Reibung“ stammt aus dem neuen Manuskript, das voraussichtlich Ende 2009 unter dem Titel „Himmelsstürme“ erscheinen soll. Auf ihre Initiative hin wurde in Püttlingen Literatur zum Teil der Stadtentwicklung. Im Juni eröffnete Bürgermeister Martin Speicher den Püttlinger Literaturpfad


Öffentlicher Anzeiger Püttlingen Ausgabe 30/2009 v. 23.7.09
Autorenlesung mit Vera Hewener in der KÖB Herz Jesu Köllerbach

Im wunderschön dekorierten Vortragssaal weckte die Autorin mit ihren Texten „Reisen und Fernweh“, „Heimat und Heimweh“ die Bereitschaft der ZuhörerInnen, mit aufzubrechen in ferne Länder oder einfach in der Heimat die Seele baumeln zu lassen.
„Glockentöne fallen in die Stille“, ein liebevoller Text für den Püttlinger Schlosspark, fand ebenso Anklang wie „Mit Glanz und Gloria“, „Frühling in Burgund“ den Gedichten zu französischen Landschaften oder „Laufzeit“ am Bostalsee.
„Surrende Wagen in fiebriger Hitze“, „Salzdampf kocht den Dünensand“, „Im Röhricht“ seufzte die See, zeterten Teichrohrsänger; “Moena“ ein Sonett für das Trentino in Südtirol. In allen Texten schwang die Liebe zur Heimat und den fernen Urlaubszielen mit.
Zu den einzelnen Kapiteln spielte Vera Hewener die passende Musik ein: „Traumschiff“ von James Last, „Heimat, deine Sterne“ mit Heinz Hoppe; „La Montanara“ mit dem Trientiner Bergsteigerchor; “La mer“ (Charles Trenet); „Am Golf von Biscaya“ mit James Last; aus Griechenland „Sto perighiali“ von Mikis Theodorakis“.
Die ZuhörerInnen dankten mit langem Applaus. Einhellige Meinung: Der Nachmittag war Balsam für die Seele.
Im August findet keine Lesung statt. Der nächste Termin: Donnerstag, 10.09.2009, um 16.30 Uhr im Schwesternhaus, Sprenger Str. 26, mit Margot Meyer.
„Bilder aus Saarbrückens Vergangenheit“. Die Geschichten aus dem 15. Jahrhundert beleuchten diesmal das Leben rund um die Burg Bucherbach.



Saarbrücker Zeitung Ausgabe Köllertal und Völklingen v. 24.07.09
Schriftstellerin aus Püttlingen ausgezeichnet

Vera Hewener ist Preisträgerin des großen Jokers Lyrik-Preises 2009

Püttlingen. Vera Hewener (Foto: Jenal) ist Preisträgerin des bundesweit ausgeschriebenen Jokers-Lyrik-Preises 2009 in der Gruppe 4. bis 13. Preis. Ihr noch nicht veröffentlichtes Gedicht „Reibung“ konnte sich unter 7500 Einsendungen durchsetzen. „Jokers“, ein Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Weltbild aus Augsburg, ist ein populärer Versandbuchhandel, der sich auf den Verkauf von Restexemplaren, aber auch von Sonderausgaben und Raritäten spezialisiert hat. Die hundert besten Gedichte des Wettbewerbs sind in der Lyrik-Anthologie „Schreibend träumen wir uns wieder“ nachzulesen. Jokers hatte den Preis zum siebten Mal ausgelobt.

Gedichte von Vera Hewener wurden auch 2006 vom Verlag an der Ruhr in die Schulbuchreihe „Kinder verstehen Gedichte“ von Birgit Brandenburg und 2008 vom Klett Verlag in die Reihe Zebra 4 Lesehefte aufgenommen.

Bisher liegen sechs Bücher vor, zudem zahlreiche Publikationen in Anthologien in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Ungarn. Auszeichnungen erhielt sie auch in Italien und Frankreich, darunter Literaturpreise für drei ihrer Bücher. Zuletzt veröffentlichte Vera Hewener 2007 „Es kommen andere Ewigkeiten“ bei WiKu Édition Paris (ISBN 2-84976-018-8) und WiKu Verlag (ISBN 978-3-86553-189-6). Ihr Gedicht „Reibung“ stammt aus dem neuen Manuskript, das voraussichtlich Ende 2009 unter dem Titel „Himmelsstürme“ erscheinen soll.

Heute lebt die 54-jährige Diplom-Sozialarbeiterin mit ihrer Familie in Püttlingen, geboren und aufgewachsen ist sie in Saarwellingen. Sie gehört auch zu den Mitinitiatoren des Püttlinger Literaturpfades.

Vera Heweners Bücher können zum Beispiel in der Katholischen Öffentlichen Bücherei Püttlingen, der Frauenbibliothek Saarbrücken und der Universitätsbibliothek des Saarlandes ausgeliehen werden.



Saarbrücker Zeitung v. 29.07.09
Passend zur Ferienzeit: Reisegedichte in der Bücherei

Vera Heweners lyrische Exkursion von Tirol bis England

Passend zur Ferienzeit präsentierte Vera Hewener Reisegedichte in der Köllerbacher Herz-Jesu-Bücherei. Die Autorin machte dabei aus einer gut vorbereiteten Lesung einen erlebnisreichen Nachmittag.

Köllerbach. "Von Woge zu Woge schaukelt mich Gischt", mit diesem verheissungsvollen Titel hatte Vera Hewener ihre Lesung in der Köllerbacher Bücherei im ehemaligen Schwesternhaus bei der Martinskirche überschrieben. Und die Autorin enttäuschte die Zuhörer nicht. Vera Hewener bot nämlich nicht nur Vorlesen, sondern ein hübsch ausgefeiltes Programm, wie man es sonst nur von Konzertveranstaltungen her kennt. Die Autorin hatte aus ihrem Werk Gedichte zum Thema Reisen ausgewählt. Als Einstieg las sie Lyrik, in der Fernweh eine zentrale Rolle spielt.

Der literarische Reiseweg führte vom Pariser Gare du Nord ins Burgund und nach Aquitanien. Auf Frankreich folgte das Trentino in Südtirol. Anschließend ging es über die Cote d'Argent und den königlichen Hafen Ramsgate in der südenglichen Grafschaft Kent bis hinauf zu den Göttern auf den Olymp.

Die passende Musik (unter anderem von Mikis Theodorakis, dem Trientiner Bergsteigerchor und Charles Trenet mit dem Chanson "La mer") sorgte ebenso wie die ansprechende Moderation und die gute Aussprache der Lyrikerin für einen sehr angenehmen Gesamteindruck. Nicht zu vergessen auch die hübsche Blumendekoration frisch aus dem Garten.

Der Reigen der Gedichte führte vom Frühjahr zum November und vom frühen Morgen bis zum Abend. In Heweners Gedichten überlagern sich die Zeiten und Epochen. Die Vergangenheit ist in ihren Zeilen ebenso nah wie die Gegenwart. Die Gedichte sind im wahren Sinne des Wortes farbenfroh. Vera Hewener versteht das Handwerk des Dichtens. Oft geht sie ungewöhnlich um mit ihrem Material, schreibt Zeilen wie: "Klapprige Straßen zerteilen die Landschaft." Vera Hewener hatte die Lesung als "erlebnisreichen Nachmittag" konzipiert. Sie mache ja auch Seniorenarbeit, erzählt sie, und dass sie deshalb Musik aussuche, die auch die Älteren kennen. "Rundumpaket" nennt sie die Lesung. Es wäre schön, wenn mehr Veranstaltungen nach dem Paketprinzip aufgebaut würden. Man könnte sich auch VHS-Kurse zum Thema Veranstaltungsaufbau vorstellen. Vera Hewener wäre eine geeignet Referentin. hof

Nächste Lesung in der Bücherei: Am Donnerstag, 10. September, 16.30 Uhr, liest Margot Meyer aus dem Buch "Bilder aus Saarbrückens Vergangenheit" diejenigen Kapitel, die im Köllertal spielen. Der Eintritt ist frei.


Die Woch Köllertal
Eine bewegende Lesestunde mit Jokers Lyrik-Preisträgerin Vera Hewener
3.08.2009
KÖLLERBACH Weshalb war es in Frankreich im 18. Jahrhundert bei Todesstrafe verboten, den „Kuhreigen“ zu pfeifen oder zu singen? Weil die Schweizer Soldaten davon in Heimweh verfielen und massenweise desertierten oder einfach starben. Weshalb man Heimweh damals, vom Mediziner Johannes Hofer als „nostalgia“ bezeichnet, auch  die „Schweizer Krankheit“ nannte.
Dies war eine der interessanten Ausführungen von Vera Hewener in der Lesestunde der Katholischen Öffentlichen Bücherei Herz-Jesu Köllerbach mit unter dem Titel „Von Woge zu Woge schaukelt mich Gischt“.
In ihren Ausführungen über das Reisen zitierte sie Seneca, Martin Buber und Goethe. Dazu las sie Dorfhaikus über Köllerbach, Gedichte über den Bostalsee und den Garten Schloss Berg. Weiter ging‘s nach Südtirol mit Sonetten über Moena und Reisenotizen über die ladinische Lebensart. Von der französischen Silberküste hatte die Püttlinger Autorin stürmische Meeresgesänge mitgebracht: „Wurfgeschosse Sturm geladenen Donners /verbrennen den Sand /Quellerstengel windgetrieben /fegen über die Salzwiese/ vom Horizont rollt meterhoch/der dunkelgrau gepeitschte Wellentreidel“.
Weiter ging‘s in die Grafschaft Kent. Im königlichen Hafen Ramsgate hängt das aufgerollte Bramsegel schräg im Seil, „dreht den Wind in die alte Richtung/bis das Zeitpendel in die Gegenwart zurückschlägt//im brackigen Kielwasser steht das Steuerrad still/stemmt das Tau das Gewicht einer Vergangenheit/die als Abenteuer noch in unseren Köpfen kämpft“.
Beeindruckt waren die Zuhörer vom Zusammenspiel aus Wissen, Musik und Poesie und dem sprechtechnischen Können des Vortrags. Am Ende teilte Hewener mit, dass sie zu den Preisträgerinnen des großen Jokers Lyrik-Preises 2009 gehört. Ihr Gedicht „Reibung“ kam unter 7500 Einsendungen in die Gruppe 4. bis 13. Preis. Rita Barth bedankte sich für die bewegenden Stunden. 


Von der Häsin aus Saarbrücken bis zur Bache aus Schwarzenholz - Vergnügliche Lesung mit Vera Hewener Nächste Lesung am 27. November um 15:00 Uhr
Geschrieben von: Helmuth Bock Donnerstag, 12. November 2009 www.hallobock.de

SAARBRÜCKEN. In der liebevoll dekorierten Caféteria der Seniorenresidenz Haus Vita brachte die Püttlinger Autorin Vera Hewener bei einer Reise durch die Tierwelt ihre Zuhörerinnen und Zuhörer zum Schmunzeln.

Von Tieren und anderen Artgenossen handelte die Lesung und führte von Heim- und Haustieren über Hof und Garten, Feld und Flur, an stille Gewässer bis in die freie Wildbahn. Lustig ging es zu, wenn ein herrschaftlicher Pfau hoch erhobenen Hauptes in eine Pfütze klatschte, eine Schneckenspur den jagenden Rotfuchs zum Schlingern brachte oder ein Hahn seiner gluckenden Henne aus Eifersucht die Eier stahl und sie ihn fortan mit den Eiern anderer Hennen betrog.

Zu jedem Thema gab es eine kurzweilige Einführung in die Tierwelt. Zu erfahren war, dass der Feldhase nicht nur Opfer lauernder Füchse wird, wie in den Versen „Eine Häsin aus Saarbrücken/wollt’ ihre Stube schmücken“. Er steht auf der roten Liste der gefährdeten Tiere aufgrund monotoner Feldflächen und des Einsatzes von Pestiziden, der sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirkt.

Interessant auch die Ausführungen über das Leben in freier Wildbahn, etwa dass Rehe Trughirsche sind und männliche Wildschweine außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger sind. Vergnüglich das Gedicht über das „Schweineglück“: „Eine Bache aus Schwarzenholz/warf sechs Frischlinge überstolz/ Kaum dass sie alle aufgezogen/wollte die Jüngste ein Keiler holen.“ Die Suche nach dem Liebesglück endete mit einer Enttäuschung: „Doch ach, was quietschte da vergnügt aus dem Schlamm?/Der Keiler war mit ’nem Frischling zusamm’./Da grunzte das Fräulein: „Glück gehabt,/dem Schwein wäre ich fast in die Falle getappt!“. Mit den Vorbereitungen der Tierwelt im Herbst auf die nahrungsarme Jahreszeit endete die Lesung.

Die Bewohner dankten mit viel Applaus und der freudigen Erwartung auf die nächste Lesung. Diesmal wird es besinnlich werden. Die Lesung über den Winter und den Advent ist am Freitag, 27. November um 15.00 Uhr in der Seniorenresidenz Haus Vita, August-Klein-Pfad 4. Titel der Lesung: „Der Stern von Bethlehem“. Eintritt ist frei.

Öffentlicher Anzeiger Püttlingen v. 10.12.2009
Gedichtwerkstatt als Weihnachtsgeschenk
Lyrikerin Vera Hewener erarbeitete mit Grundschülern der Kyllbergschule Püttlingen-Köllerbach Winter- und Weihnachtsgedichte im Kloster Heilig Kreuz

PÜTTLINGEN. Was macht den Winter zu etwas Besonderem? Die Kinder der Klasse 3b der Kyllbergschule Püttlingen mussten nicht lange überlegen. Ihre Antworten: Schneeballschlachten, Schneemänner bauen, Skifahren, Snowboard fahren. Selbst im Tiefschnee waren einige schon stecken geblieben. Über die Gefahren des Wintersports wurde ebenso geredet wie über die jahreszeitlichen Ereignisse, den Vogelzug oder die Winterstarre.

Der Winter als Eingangstür in die Adventszeit? Auch bei dieser Überlegung wussten die Schüler davon zu erzählen, etwa vom Sinn der Adventszeit bis hin zu den Weihnachtsbräuchen. Der Sinn des Ganzen: Die Kinder lernten, wie ein Winter- oder Adventgedicht geschrieben werden kann. Hierzu sammelte die Schriftstellerin Vera Hewener mit ihnen allerlei Wortmaterial. Außerdem lasen die Schüler bekannte Gedichte.
Dann wurde es still. Alle saßen über ihren Blättern und dachten nach. Anstöße bekamen sie aus dem Wortmaterial, das sie gesammelt hatten und von der Klassenlehrerin und den Müttern, die zur Betreuung mitgekommen waren. Vera Hewener klatschte einigen den Sprachrhythmus vor. Mit einigen suchte sie auch nach passenden Reimwörtern.

Die fünfzehn Mädchen und Jungs waren mit Begeisterung bei der Sache. Schließlich kann nicht jede Klasse den Eltern ein Gedicht zu Weihnachten schenken. Dann wurde vorgetragen. Die Schule am Samstag machte ihnen Spaß. Sie kamen freiwillig. Über die Ergebnisse freute sich die Klassenlehrerin ganz besonders. Denn die Gedichtwerkstatt war das Weihnachtsgeschenk der engagierten Pädagogin für ihre Klasse. Und außerdem galt es, Schreibtalente zu entdecken. Als Dankeschön für ihr ehrenamtliches Engagement überreichte sie der mehrfachen Lyrikpreisträgerin kleine Köstlichkeiten aus der Weihnachtsbäckerei.


11.12.09 Wochenspiegel Merzig
Wenn das Jesuskind frierend in der Krippe liegt...

Besinnliche Lesung zur Adventszeit mit Vera Hewener in der „Rosenresidenz“ der AWO in Beckingen
 

BECKINGEN Gut gefüllt war der Seminarraum des Altenhilfezentrums „Rosenresidenz“ in Beckingen. Der Pflegedienstleiter der Einrichtung Torsten Schmittberger begrüßte in der ersten Adventwoche die Schriftstellerin Vera Hewener zur Lesung „Christrosengeflüster“. Auch Gäste aus Beckingen waren gekommen.

Vera Hewener hatte passend zur Adventszeit Gedichte und Geschichten über den Dezember, den Winter, die Christrose, das Licht, Weihnachten und den Weihnachtsstern im literarischen Gepäck. Zu jedem Thema gab es interessante Ausführungen.

So erfuhren die Senioren, wie Raureif entsteht und dass Pulverschnee in den Rocky Mountains Champagner Powder heißt. Dazu gab es Sonette über Bad Hofgastein und Moena. Erinnerungen wurden wach.

Dass die Christrose im Altertum gegen geistige Verwirrtheit angewandt wurde und die stark giftige Wurzel Bestandteil des Schneeberger Schnupfpulvers war fand ebenso besonderes Interesse wie der Hundertjährige Kalender, den auch eine Bewohnerin kannte und darüber erzählte.

Fröhlich wurde es bei der Erzählung „Die Krippe“, in der bei einem Kirchenbesuch ein Kind sich um das Jesuskind in der Krippe sorgte: „Mama, das Jesuskind muss aber kalt haben. Es hat nur ein kurzes Hemdchen an. Da hat Maria aber nicht gut gesorgt.“ Mit seinen Fragen versetzte es die Erwachsenen in einen Erklärungsnotstand.

Kontemplativ die Sonette über „Marias Lob“, „Die heilige Nacht“ und den „Weihnachtsstern“. Besinnung setzte ein. Es breitete sich eine meditative Ruhe aus, gepaart mit intensiver Aufmerksamkeit.

Die Lesung endete mit dem „Stern von Bethlehem“ und dem Weihnachtslied „Stille Nacht“, das die Bewohner wie auch die anderen Weihnachtslieder mitsummten oder sangen. ro/am


12.12.2009 Saarbrücker Zeitung
Der Winter mal ganz exemplarisch literarisch

Drei Köllertaler Autorinnen und ein Autor lasen zu den Themen „Erwartung“, „Winter“, „Advent“ und „Neujahrswunsch“

Während des Weihnachts-Treibens in Püttlingen konnte man im Café Kühnen entspannt Texten von Margret Roeckner, Vera Hewener, Eva Dörr-Vieregge und Georg Fox lauschen.

Von SZ-Mitarbeiterin

Beatrix Hoffmann

Püttlingen. Unser „literarisches Quartett“, Margret Roeckner, Vera Hewener, Eva Dörr-Vieregge und Georg Fox, lud zur Teatime ins Püttlinger Café Kühnen. Winterliche Gedichte und Weihnachtsgeschichten aus eigener Feder hatten die Vier mitgebracht. Stefan Weber, Gitarrist und Leiter der Musikschule Püttlingen, streute hübsch besinnliche Miniaturen von Manuel Ponce und Johann Sebastian Bach zwischen die Lesekapitel. Die Kapitel handelten von den Themen „Erwartung“, „Winter“, „Advent“ und „Neujahrswunsch“ – jeder Autor las zu jeden Thema einen Text.

Da es ja im Cafe Kühnen in der Pickardstraße kuschelig warm war, konnte man genüsslich Texten lauschen über Frostfrauen, die kalte Tüchern fächeln, Weißkristalle ausstreuen und rote Nasen stupsen (Eva Doerr-Vieregge). Margret Roeckners Wintergedicht war, wie sie erklärt, ihr erstes in Püttlingen geschriebenes Gedicht. Sie macht sich darin Gedanken, was Winter bedeutet und kommt zu sehr eigenen Definition: Winter sei ein In-Sich-Gehen, ein Furchtlos-Geschehen-Lassen, ein Fallen-Lassen, heimlich und still wie Schneefall. Vera Hewener entführte genüsslich nach Bad Hofgastein, dort „tischt man Nobles auf, aus edler Sternenküche, ein Festmahl, das die Sinne schnell besticht. In Gaumenfreuden schwelgen trunken Gäste. Nur draußen hellauf knistern Äste . . .“.

Georg Fox zeigte mit Mundart Heimatverbundenheit und er erntete für sein Gedicht „Abend am Köllerbach“ Sonderapplaus. Eva Dörr-Vieregge brachte sowohl Urlaubsimpressionen mit, als auch Erinnerungen aus der saarländischen Umgebung, so an einen Abendspaziergang zum Litermont, wo ein Troll durch ihre Gedanken huschte. Laut und bunt wie Raketen ließ Dörr-Vieregge zum Abschluss ihre Wünsche an Silvester in den Himmel hüpfen. Während Georg Fox darüber sinnierte, ob die guten Vorsätze nicht doch wieder alle für die Katz' sind.

Das literarische Quartett hat auch schon ein Programm für 2010 mit Gartenlesungen und literarischen Soirées ausklabüstert



 

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Fruchtbares Feld

Gräser einer vergangenen Zeit
spriessen wie seltene Orchideen
aus dem Sand des Erlebten

Hast du dies fruchtbare Feld
je erblickt das du ersehntest

Und Jahr um Jahr
sich das Blühen über dem Beet verstreut
das du gedüngt mit den Antworten
die dich das Wachsen lehrte

Wo die Fragen verstummen
wird kein Same mehr sein

© Vera Hewener

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