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Vera Hewener
Die Website für Literatur, Kultur und Gesellschaft

Presse 2006

Saarbrücker Zeitung vom 12.3.06
Dichterfrühling in Saarbrücken
Idee aus Frankreich: Lesung über "Gesang der Städte"

Saarbrücken. "Die Poesie ist ein Gesang, der von innen kommt", zitierte Helga Maas am Samstag den berühmten Franzosen Chateaubriand. Manchmal aber braucht es erst Anstöße von außen, damit jemand diesem inneren Klang Aufmerksamkeit schenkt und sich daran versucht, ihn in Worte zu fassen. Eine wirklich gute Idee, die die Französin Huguette Ballschmiede da aus ihrem Heimatland über die Grenze getragen hat: Zum zweiten Mal hatte die Dozentin der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) ihre Kursteilnehmerinnen animiert, beim "Printemps de Poètes", dem Dichterfrühling, mitzumachen. Das Pendant zur "Fête de la Musique", in Deutschland allerdings kaum bekannt, steht in diesem Jahr unter dem Motto "Le Chant de Villes", der Gesang der Städte. Und so brachten Teilnehmerinnen aus KEB-Kursen am Samstagnachmittag vor knapp 40 Besuchern allerlei zu diesem Thema passende Gedichte zu Gehör, von bekannten Dichtern wie Heinrich Heine, Jacques Pr&;vert, dem aus Metz stammenden Paul Verlaine und dem Saarländer Johannes Kühn. Als Gäste aus der Region rezitierten Jean-Louis Kieffer, Helga Maas und Vera Hewener aus ihren Werken. Auf Deutsch und auf Französisch ging's herrlich kreuz und quer, hin und her. Die Kursteilnehmerinnen hatten nicht nur Übertragungen der Originale von Prominenten wie Kurt Kusenberg, der sich etwa Pr&;verts "Chanson de la Seine" annahm, dazugestellt. Einige von ihnen, wie die Saarbrückerinnen Anneliese Bergem und Lore Schmeling, hatten auch selbst Nachdichtungen gewagt und eigene Gedichte verfasst. Claude Hamman, Mitarbeiter der Forbacher grenzüberschreitenden Volkshochschule, hatte ein Poem über den urbanen Klagegesang, das Heulen der Sirenen, die Hupkonzerte gedichtet - gleich vier Übertragungen luden hier zum reizvollen Vergleich ein. sbu


Saarbrücker Zeitung vom 01.04.06
Verwirbelungen der Zeit
Köllerbacher Autorin las in der öffentlichen Bücherei
Köllerbach. Zum "Haus der Zeit" wurde kürzlich das katholische Schwesternhaus in Köllerbach. Im Jubiläumsjahr hatte das Büchereiteam die Autorin Vera Hewener eingeladen. Sie hat inzwischen sechs Bücher veröffentlicht. Ihre Lyrik reicht von den Erinnerungen an Reisen bis zu konkreten Gegenwartsgedichten, die Kritik und Einwand nicht aussparen. Gleichfalls aber erleben die zahlreichen Zuhörer auch ein Farbenfeuerwerk der Verse, einen "Tango der Wörter", die durch Musikeinspielungen erfreulich kurzweilig wirkten. Wie Rita Barth vom Büchereiteam betonte, sollen sich die Autorenlesungen ins Jubiläumsjahr der Bücherei einfügen. In der Pause ist Gelegenheit, ein bisschen in den Büchern zu stöbern, Tee zu trinken und zu plauschen. Der Abend ist geschaffen, um der Seele ein wenig Urlaub vom Alltag zu gönnen, denn im Schwesternhaus entwickelt sich zur Abendstunde eine unvergleichliche Atmosphäre der Ruhe und Besinnung, die man in der Alltagshektik nicht so oft finden kann.
Hewener gliedert die Lesung in Naturlyrik, religiöse Texte, politische Gedichte und Liebeslyrik. Zwischen ein "paar Sekunden Vergangenheit" wandert die Schriftstellerin auf den geheimnisvollen Wegen der Sprache, fühlt die Metaphern des Alltags nach und schafft es, ihre Zuhörer sprachlich mit auf die Reise zu nehmen. Tiefsinnig und doch abwechslungsreich sind diese Texte vom Nordseestrand, aus Paris, Österreich oder aus Griechenland. Auch über das Saarland gibt es kleine Erinnerungen in einem Zyklus über die Stadt Saarbrücken. Hewener gelingt es, die eigentlich banalen Erlebnisse und Eindrücke des Alltags in den Kontext tiefer Lebenserfahrung zu stellen. Ihre Gegenwartslyrik trennt "die Unwichtigkeit des Unwichtigen", beim Muttertag ("Wer muttert mit?") feiern die Retortenkinder den Reagenztag im Namen der Wissenschaft. Mit den "Verwirbelungen der Zeit" entlässt die Autorin ihre Zuhörer, gibt ihnen noch Mohnblumenküsse und Blütenschaumzauber mit auf den Heimweg und eine Ahnung "von der anderen Ewigkeit".



Wochenspiegel vom 3.5.06
Eine Stadt im Spiegel ihrer Texte
Püttlinger Literaturtage sollen die innere Musik zum Klingen bringen/ Start am 5. Mai um 19.00 Uhr im Uhrmacher Haus

Vielseitig und abwechslungsreich ist die Literatur, die aus dem Köllertal kommt, kann man in den Regalen der Stadt und ihren Bibliotheken doch eine reichhaltige Auswahl an Sachbüchern, Familienbüchern, historischen Schriften, Romanen, Mundartgeschichten und Lyrikbänden von Köllertaler Autoren oder von Autoren, die dort leben, finden. „Die Püttlinger Literaten sind Teil des Kulturlebens der Stadt Püttlingen“, so Bürgermeister Martin Speicher, „ sie tragen durch ihr Wirken im In- und Ausland zum Ansehen und zur Attraktivität der Stadt bei.“ So ist es nicht verwunderlich, dass die Stadt sich der schöngeistigen Literatur, der Belletristik, zuwendet. Das ganze Jahr über finden an historischen Orten oder Räumen Lesungen statt, die im Titel und den Texten einen direkten Bezug zur Geschichte der Stadt herstellen. Bürgermeister Speicher erinnert an Ted Hughes: „Was Besucher bei einer gelungenen Lesung erleben können, ist die innere Musik, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Wort, Autor und Text, Körper und Klang.“ Dies bedeute im Idealfall, bei einer Lesung die eigenen Klänge, den eigenen Körper und die eigene Biographie im Zusammenspiel begreifen zu können und deshalb der eigenen inneren Musik neue Töne hinzufügen zu können. Start ist am 5. Mai im Uhrmacher Haus in Köllerbach. Um 19.00 Uhr heißt es dort „Alles hat seine Zeit“. Margret Roeckner und Vera Hewener eröffnen mit der Lesung die Literaturtage, die jeweils auch musikalisch entsprechend von Püttlinger Musikensembles und der Musikschule Püttlingen ausgestaltet werden. Anschließend kann das Uhrenmuseum besichtigt werden. „Nehmen sie sich Zeit und genießen sie diese“, empfiehlt der Germanist Martin Speicher. Eintritt 3 EUR, ABO 12 EUR. Programm und nähere Einzelheiten bei Kulturamtsleiter Klaus Pöß unter 06898-691182 erhältlich.

Die Veranstaltungen im Überblick: 5.5. Uhrmacher Haus um 19.00 Uhr „Alles hat seine Zeit“ mit Vera Hewener und Margret Roeckner; 9.6. um 20.00 Uhr Kaffee Kühnen Köllerbach „Burgleben und Kaffeesatz mit Georg Fox und Peter Eckert; 7.7. um 19.00 Uhr „Krone und Königslilie“ mit Vera Dörr-Vieregge und Christel Raubuch (gelesen von Margret Roeckner); 1.9. um 19.00 Uhr „Zwischen Schicht und Sonnenuntergang“ mit Aloys Stein und Georg Fox; 6.10. um 19.00 Uhr „Willkommen und Abschied“ mit Margret Roeckner und Vera Hewener und am 17.11. um 19.00 Uhr „Zeit für Stille“ mit Vera Hewener, Eva Doerr-Vieregge, Margret Roeckner und Georg Fox.


Saarbrücker Zeitung vom 5.5.06
Püttlingen.
Die Reihe "Püttlinger Literaturtage" startet am heutigen Freitag in Uhrmachers Haus in Köllerbach. Um 19 Uhr heißt es dort "Alles hat seine Zeit". Margret Roeckner und Vera Hewener eröffnen mit ihrer Lesung die Literaturtage, die jeweils musikalisch von Püttlinger Musikensembles und der Musikschule Püttlingen ausgestaltet werden. Anschließend kann das Uhrenmuseum besichtigt werden. Vielseitig und abwechslungsreich ist die Literatur, die aus dem Köllertal kommt. Man kann in den Regalen der Stadt und ihren Bibliotheken eine reichhaltige Auswahl an Sachbüchern, Familienbüchern, historischen Schriften, Romanen, Mundartgeschichten und Lyrikbänden von Köllertaler Autoren oder von Autoren, die dort leben, finden. "Die Püttlinger Literaten sind Teil des Kulturlebens der Stadt", so Bürgermeister Martin Speicher. Das ganze Jahr über finden nun an historischen Orten oder Räumen Lesungen statt, die einen direkten Bezug zur Geschichte der Stadt herstellen.


Saarbrücker Zeitung vom 7.5.06
Von dunklem Verließ und Salons in Samt und Seide
Margret Roeckner und Vera Hewener zum Thema "Alles hat seine Zeit"
von sz-mitarbeiterin beatrix hoffmann

In Uhrmachers Haus gingen die ersten Püttlinger Literaturtage an den Start. Passend zum Ort hieß das Thema am vergangenen Freitag: "Alles hat seine Zeit"

Köllerbach. Margret Roeckner, elegant mit Schalkragen und roter Jacke, spaziert mit einer Freundin über den schmalen Pfad bei Uhrmachers Haus. Vera Hewener im weiten Rock mit Spitze, eilt von der anderen Seite herbei. Im Sonnenuhrengarten treffen die beiden Poetinnen aus dem Köllertal aufeinander. Die Püttlinger Literaturtage beginnen an einem schönen Frühlingsabend. Unten im Uhrenmuseum ticken Hunderte von Sammlerstücken. Später wird Michael Müller vom Kulturamt die Gäste der Literaturtage durch die Ausstellung führen und von der Zeitmessung in der Antike bis heute erzählen. Alles hat an diesem Abend seine Zeit. Zuerst steigen die Besucher die knarrenden Stufen des alten Bauernhauses hinauf. Eine Stunde lang werden sie Texten lauschen. Heweners Gedichte drehen sich um das Thema "Zeit" ebenso wie Roeckners Texte. Vera Hewener hält ihre Bücher wie Spielkarten, wie einen Fächer, in der Hand: "Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken - Verwirbelungen der Zeit - Es kommen andere Ewigkeiten". Auch ein paar unveröffentlichte Sachen hat sie dabei.

Margret Roeckner hat Prosa mit - und Poesie. Sie packt ein neues Manuskript aus und auch ein paar alte Klamotten, die sie schon mal im Saarbrücker Schloss vorgelesen hat. Eine Dame hält ein Manuskript ihrer Enkelin in der Hand. "Wissen Sie, die ist erst 15. Ich will es später Frau Roeckner zeigen, damit damit sich meine Enkelin nicht in was verrennt", sagt sie. Kulturamtschef Klaus Pöß begrüßt die Gäste, zwei Schülerinnen der Püttlinger Musikschule umrahmen musikalisch.

An der Ewigkeit drehen
Dann beginnt Vera Hewener zu lesen. Sie nimmt die Zuhörer mit ins Haus der Zeit, wo Salons in Samt und Seide flimmern und die Zeit an Türen pocht. Sie liest von Ewigkeiten, von Sekunden und von Glückmomenten, die die Zeit mit ihren Scherenhänden zerschneidet. Von Wimpernschlägen und Götterboten, die an der Ewigkeit drehen. Ganze Epochen, kosmische Zeiten und Sonnenuntergänge ziehen vorbei. Uhren zeigen in den Gedichten die Vergänglichkeit an. Es gibt Himmelsuhren, Stundenhände und Momente, in denen die Zeit stehen bleibt.

Margret Roeckner entführt uns ins Mittelalter, erzählt, dass die Geschichte in einem Verließ spielt und man sich die Nacht vor einer Hexenverbrennung vorstellen müsse. Traum und innerer Monolog wechseln sich ab. Bilder von Bärlauch und Bergen tauchen auf. Erdbeeren duften und Katzenminze. Dazwischen tropft es in der Höhle. Jeder Tropfen symbolisiert, wie die Zeit vergeht und die letzte Nacht der Protagonistin verstreicht.

Auf einen Blick
Die Püttlinger Literaturtage laufen bis in den November hinein. Die Lesungen finden immer freitags statt. Sie sind atmosphärisch dicht gestaltet. Leseort und Lesestoff sind jeweils aufeinander abgestimmt. Die Termine sind wie folgt: 9. Juni, 20 Uhr: Burgleben und Kaffeesatz im Caf&; Kühnen (Köllerbach) mit Peter Eckert und Georg Fox; 7. Juli, 19 Uhr: Krone und Königslilie im Püttlinger Rathaus mit Vera Dörr-Vieregge und Margret Roeckner (sie wird aus Büchern von Christel Raubuch lesen); 1. September, 19 Uhr: Zwischen Schicht und Sonnenuntergang im Unternehmerzentrum (Viktoriastraße) mit Georg Fox und Aloys Stein; 6. Oktober, 19 Uhr: Willkommen und Abschied im Püttlinger Schlösschen mit Vera Hewener und Margret Roeckner; 17. November: Zeit für Stille in der Martinskirche mit Vera Hewener, Eva Dörr-Vieregge, Margret Roeckner und Georg Fox. Eintritt: Drei Euro. hof


Saarbrücker Zeitung 9.10.06
Gedanken und Gedichte zum Herbst

Lesung mit Vera Hewener und Margret Roeckner im Püttlinger Schlösschen

Püttlingen.
Schon zu Beginn der „Püttlinger Literaturtage“ in Uhrmachers Haus haben sich Vera Hewener und Margret Roeckner als Lese-Duo bewährt. Jetzt, im Schlösschen, schlüpfte die Lyrikerin Hewener in die Rolle der Zeremonienmeisterin. Willkommen & Abschied hatte sie als Motto ausgesucht. Sie übernahm das Anmoderieren und führte mit philosophischen Überlegungen zum literarischen Teil. Für Hewener stellt das Thema unter anderem den Tagesverlauf dar. Vom Erwachen der Morgenröte über träge Vormittagsstunden in einem Hafen bis zum Sonnenuntergang führen ihre Gedichte. Bei Roeckner setzen Geburt und Tod die Eckpunkte, und so las sie Passagen aus ihrer Familiensaga „Im Glanz der Jahre“. Spannend wurde es beim Thema „Herbst“, beide Schriftstellerinnen reihten Gedanken und Gedichte über die dritte Jahreszeit in ihren Willkommen-Abschied-Zyklus ein. Für Vera Hewener, Jahrgang 1955, bedeutet Herbst, dass „wir uns von etwas entfernen, von einer Person, einem Lebensabschnitt“. Sie spricht vom „Bitterkraut des Herbstes“, und schreibt: „Die Wärme wird mir fehlen, ein liebes Wort, ein lang vertrautes Lächeln ersehn’ ich mir“. Für Margret Roeckner, die mit ihren 75 Jahren eine Generation älter ist, „entschwindet Nähe“, wird „Ferne sichtbar“. Aufbruchstimmung steckt in ihrem Herbstgedicht: „Wirf dich dem Wind entgegen, der einem ungestümen Liebhaber gleich übers Land fährt und Auftrieb gibt dem, der sich traut.“ Diese Zeilen kannte bislang nur der Computer. Auch Vera Hewener packt ganz neue Sachen aus. Von Buchenwaldspalieren in einem französischen Schlosspark, von Familienwappen hinter Brombeerranken, von Schlossgeistern und einem Gesellschaftszimmer, wo Hortensien in Brokat blühen, erzählen ihre Impressionen und das passt hervorragend ins Püttlinger Schlösschen. Das Querflötenensemble vom Spielmannszug Leitung: Ingeborg B. Lang) umrahmte die kurzweilige Lesung. Am 17. November, 19 Uhr, lesen Vera Hewener, Margret Roeckner und Georg Fox in der Martinskirche. Thema: Zeit für Stille. Hof
Info: Kulturamtsleiter Klaus Pöß, Telefon (0 68 98) 69 11 82.


Wochenspiegel vom 21.11.06
Kunst-Weihnachtskalender für guten Zweck
KÖLLERTAL Die Künstlerinitiative Köllertal in Zusammenarbeit gibt mit pD Dr. Joachim Conrad zum 4. Mal einen Begleiter durch die Advents- und Weihnachtszeit heraus.
Der Text zu den Tagen der Advents- und Weihnachtszeit wurde von pD Dr. Joachim Conrad ausgewählt. Ebenso wurden Textbeiträge von Köllertaler Literaten (Vera Hewener und Margret Roeckner) aufgenommen.
Das Bildmaterial (Objekte, Malerei und Texte) wurden von Mitgliedern der KIK (Elisabeth Ertz-Meyer, Paul Groß, Monika Himber, Anny Hoffmann, Hella Klein, Jürgen Linnenberger, Elfriede Matza, Doris Mueller-Schlang, Gitta Nießen, Ilse Ory, Elfriede Pohl, Michael Regnery, Rosel Schirra, Therese Schmidt, Birgit Schüller, Rosi Schumacher, Mike Siebler und Erika Steimer) zur Verfügung gestellt.
Das Layout wurde von Mike Siebler, dem Leiter der Werkstatt für kreatives Gestalten der Stadt Püttlingen, entworfen.
Das Besondere an dem Kalender ist sein Format und der Zeitraum, der vom 03.12.2006, dem 1. Advent, bis zum 06.01.2007, dem Tag der Heiligen Drei Könige, geht. Er hat informativen Charakter und gibt durch Text- und Bildmaterial Anstöße in der besinnlichen Advents- und Weihnachtszeit.
Der Kalender hat das Format Breite 23 cm x Höhe 100 cm, wird in einer limitierten Auflage von 200 Stück angeboten und kostet 5,00 Euro.
Ebenso eine Besonderheit ist, dass der Reinerlös als Weihnachtsgeschenk an bedürftige Familien im Köllertal geht. (red./mj


Wochenspiegel vom 2.11.06
“Zeit der Stille” gut besucht
Literaturtage Püttlingen fanden meditativen Abschluss in der Martinskirche

KÖLLERTAL Mit einer beeindruckenden Lesung fanden die "Püttlinger Literaturtage" in der Köllerbacher Martinskirche ihren Abschluss. Kulturamtsleiter Klaus Pöß begrüßte die zahlreichen Zuhörer in der Kirche, die zu diesem Abend der Stille und Meditation gekommen waren. „Die Stadt im Spiegel ihrer Texte“ hatte das Motto der Literaturtage gedauert. Während des ganzen Jahres hatte man an ungewöhnlichen Leseorten in Püttlingen Station gemacht. Diesmal gab die Martinskirche den Texten aus der Stadt einen besonderen Rahmen. Die vier Autoren (Eva Dörr-Vieregge, Margret Roeckner, Vera Hewener und Georg Fox) trugen einen Spannungsbogen außergewöhnlicher Texte vor, wie man sie jedenfalls seltener zu hören bekommt. Von den Novembertagen der Trauer bis hin zu den Tagen des Advent und der bevorstehenden Weihnacht reichte der Themenkreis. Margret Roeckner las aus ihrem Herbstbuch vor und leitete zu "Winterwünsche" über. Eva Dörr-Vieregge zeichnete Begegnungen mit Menschen am Rande nach, während Vera Hewener den Gedichtszyklus "Engel" und "Nachtgedanken" rezitierte. Ungewöhnliche Kurzgeschichten (wie St. Martins Heimkehr) trug Georg Fox vor. Erfreulicherweise vergaßen die Autoren auch Christel Raubuch nicht, von der zwei Gedichte („Unruhe“ und „Abends“) zu hören waren. Zum Schluss wurde dann der Mundarttext von Friedrich Ebert ("Et is die Naat lòò Schnee gefall") eindruckvoll rezitiert. Der Text war von der Bosener Gruppe für den November als "Mundarttext des Monats" prämiert worden.




 


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Fruchtbares Feld

Gräser einer vergangenen Zeit
spriessen wie seltene Orchideen
aus dem Sand des Erlebten

Hast du dies fruchtbare Feld
je erblickt das du ersehntest

Und Jahr um Jahr
sich das Blühen über dem Beet verstreut
das du gedüngt mit den Antworten
die dich das Wachsen lehrte

Wo die Fragen verstummen
wird kein Same mehr sein

© Vera Hewener

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