|
Saarbrücker Zeitung vom 16.02.05
Ausstellung in Völklingen Wenn Künstler spielen
Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann Die Künstlerinitiative Köllertal zeigt im Foyer des Neuen Rathauses in Völklingen ihre Arbeiten. Die Ausstellung steht unter dem Roulette-Motto "Faites vos jeux" (machen Sie Ihr Spiel), das die teilnehmenden Künstler auf sehr verschiedene Weise gedeutet haben.
Völklingen. In Völklingen hat eine neue Spielhalle aufgemacht. Mitten im Rathaus Foyer. Skandalös? Mitnichten. Schließlich sind in Liebe, Krieg und Kunst alle Mittel erlaubt. "Faites vos jeux!": Mike Siebler gab den Schlachtruf aus, und alle Mitglieder der Künstlerinitiative Köllertal (Kik) folgten ihm. Das Motto "Machen Sie Ihr Spiel" packt die Kunst bei den Wurzeln. Kunst entsteht nämlich nur dann, wenn der Künstler, der meist unbewusst einen neuen Weg gefunden hat, Regeln in seinem Schaffen findet und diesen dann folgt. Zwei Künstlerinnen interpretierten das Spiel auf diese Weise, und zwar Rosel Schirra und Hella Klein. Klein geht auch in dieser Ausstellung ihrem großen Thema Bewegung nach. Sie dreht Drucke, setzt sie wie ein Puzzle immer wieder neu zusammen und kommt so spielerisch zu immer anderen Bildern. Die Druckplatten stellte sie wie ein Spielfeld dazu. Rosel Schirra sammelte rote, gelbe und grüne Blätter. Ihre Farb-Regel: Der Malgrund muss in der Komplementärfarbe gestaltet sein. Alle anderen nahmen die Aufforderung mehr oder weniger wörtlich. Sie betätigten sich als Designer, Illustratoren und Dekorateure. Sehr dekorativ beispielsweise die Mooswürfel mit Torfaugen oder die aufwändig gearbeiteten Quilts. Hier zeigen sich auch die Möglichkeiten und Grenzen der einzelnen Techniken. Gitta Niessen, kreativ wie immer, dachte sich ein komplettes Spiel, "Gib 8", aus. Sie richtet eine kleine Spielecke ein mit einer Spiel-Landschaft und Collagen aus Silberpapier-Münzen und Spielkarten. Auch Mike Siebler lädt die Ausstellungsbesucher ein zum Mitspielen. Er kreierte ein raffiniertes Holzlegespiel sowie ein Steckspiel aus Styropor. Fast alle anderen setzten das Motto bildnerisch um. Symbole wie Karten spielen dabei eine große Rolle, und so könnte man sich diese Bilder und Collagen gut in einem Buch über Spielideen vorstellen. Leider entwarf keiner wie einstmals Alfred Kubin oder Sonja Delauney ein eigenes Kartenspiel. Zugegeben: Diese Idee wäre in der recht kurzen Vorlaufzeit auch kaum realisierbar gewesen. Doris Mueller-Schlang übertrug den Spielbegriff auf eine andere Ebene: Sie malte einen Saxofonspieler in Pastell. Auch eine der Keramikerinnen schaute aus anderer Perspektive und formte eindrucksvolle Spieler-Porträts. Vera Hewener spielte optisch und inhaltlich mit Worten und reimte: "Faites vos jeux, faites vos jeu / d&;sir est bleu, d&;sir est bleu / comme ci, comme ça / c'est le combat / comme ça, comme ci / fauxpas en vie..." (auf Deutsch etwa: "Machen Sie Ihr Spiel,/ Begehren ist blau,/ mal so, mal so.'' Alles zusammen ergibt ein reizvolles Gesamtkunstwerk, und man wünscht sich, dass die Kik diesen Weg weiter beschreitet. Auf einen Blick Künstler, die an der Ausstellung beteiligt sind: Elisabeth Ertz-Meyer, Paul Groß, Vera Hewener, Monika Himber, Anny Hoffmann, Dora Jost, Hella Klein, Ewald Maas, Elfriede Matza, Hedi Mehle, Doris Mueller, Gitta Nießen, Ilse Ory, Anna Elfriede Pohl, Michael Regnery, Margret Roeckner, Helga Schäfer, Rosel Schirra, Therese Schmidt, Birgit Schüller, Rosemarie Schuler, Mike Siebler, Erika Steimer. Ausstellung bis 11. März, Foyer des Neuen Rathauses Völklingen. hof
Erschienen:12.03.2005 / Saarbrücker Zeitung
Hewener kann's auch romantisch Lyrikerin trug Gedichte im Café Kühnen vor – Dazwischen gab's Musik
Köllerbach. Vera Hewener brachte Frühlingstimmung nach Köllerbach. Die Lyrikerin, die für ihre Alltagsthemen und sozialkritischen Töne bekannt ist, zeigte sich diesmal von der romantischen Seite. Sie trug Gedichte zum Thema Natur vor, zeichnete Stimmungsbilder beim Spaziergang, schilderte das morgendliche Erwachen. Zwischen den Gedichten gab es Frühlingsmelodien von Strauss, Antonio Vivaldi. Heitor Villa-Lobos. Musik sei ihr ähnlich wichtig wie Gedichte. So schreibt sie auch zu Musik, übersetzte die Vier-Jahreszeiten-Sonette neu. Seit neuestem verfasst Vera Hewener Gedichte zu Gemälden. In ihrem nächsten Buch, das Ende April erscheinen wird, finden sich Texte zu Bildern von Caroline Isele. Vera Hewener kann im nächsten Jahr als Dichterin Jubiläum feiern. 1986 veröffentlichte sie ihr erstes Gedicht in der Theaterzeitung des saarländischen Staatstheaters, 1995 wurde sie erstmals beim internationalen Literaturwettbewerb in Italien mit einem Preis aus gezeichnet. 2000 erschien ihr erstes Buch „Vermisstenanzeige“, das prompt den Superpremio Cultura Lombarda des Centro Europeo di Cultura in Rom erhielt. Im Café Kühnen gehört sie zu den „Hausliteraten“. Zuletzt, im Januar, hielt Vera Hewener einen Vortrag über die Zeit, von der es im Gedicht heißt, sie zerschneide mit ihren Scherenhänden die Glücksmomente. Vera Hewener schreibt mit allen Sinnen. Sie lauscht dem Vogelgezwitscher, erlebt den Blütenduft, fühlt den Aprilregen. Die Autorin nimmt den Zuhörer mit bei ihren Streifzügen über vernebelte Waldwege und die Saarbrücker Innenstadt. . Man sieht den Punk mit Hund, den Bettler. Die Passanten tragen ein Lächeln im Gesicht. Ein Puppenspieler lässt seine Marionetten tanzen, und das Blasorchester spielt Operettenmelodien. hof Am Mittwoch, 27. April, 20 Uhr, lädt Luise Reifarth, die ehemalige Frauenbeauftragte der Stadt Püttlingen, zum „Nachtcafé“ ins Café Kühnen.
AUF EINEN BLICK Vera Hewener wurde 1955 in Saarwellingen geboren. Sie studierte Sozialpädagogik, leitet das Seniorenbüro des Stadtverbandes Saarbrücken und lebt in Köllerbach. Ihre bisherigen Buchveröffentlichungen: „Vermisstenanzeige“, Lyrik und Prosa. Norderstedt 2 000. „Lichtflut. Reisenotizen. Lyrik und Prosa. Lichtenbrink Verlag Norderstedt 2001. „Eine Neigung aus Blau. Gedichte.“Edition Calamus Norderstedt 2002. „Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken.“ Mauerverlag Rottenburg 2003. hof
Erschienen 30.6.05 Saarbrücker Zeitung Grand Prix Européen an Saarländerin Vera Hewener erhält Auszeichnung von CEPAL.
Saarwellingen. Für französische Gedichte über Paris und deutsche Lyrik aus dem Buch "Verwirbelungen der Zeit" hat das renommierte Europäische Zentrum zur Förderung der Kunst und Literatur CEPAL der saarländischen Schriftstellerin Vera Hewener den Grand Prix Europ&;en des 10. Internationalen Literaturwettbewerbs (Sparte Deutsche Sprache) zuerkannt. Die in Saarwellingen geborene Autorin Vera Hewener erhält damit zum wiederholten Mal die höchste Auszeichnung in der deutschen Sparte. Der Gedichtband wurde von der Malerin Carolin Isele illustriert und enthält mehrere farbige und einfarbige Bilder. Das fünfte Buch der Autorin "Verwirbelungen der Zeit" erscheint bei WiKu Éditions Paris E.U.R.L. Paris, ISBN 3-86553-203-9 und ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.
Wochenspiegel 6.7.05 Vera Hewener erhält Auszeichnung von CEPAL
Püttlingerin erhält Grand Prix Européen
Für französische Gedichte über Paris und deutsche Lyrik aus dem Buch „Verwirbelungen der Zeit“ hat das renommierte Europäische Zentrum zur Förderung der Kunst und Literatur CEPAL der saarländischen Schriftstellerin Vera Hewener den Grand Prix Européen des 10. Internationalen Literaturwettbewerbs (Sparte Deutsche Sprache) zuerkannt. Vera Hewener erhält damit zum wiederholten Mal die höchste Auszeichnung in der deutschen Sparte. Das fünfte Buch der Autorin „Verwirbelungen der Zeit“ erscheint bei WiKu Éditions Paris E.U.R.L. Paris, ISBN 3-86553-203-9.
Saarbrücker Zeitung vom 21.7.05 Verwirbelungen der Zeit Vera Hewener stellt ihren neuen Gedichtband vor, der Illustrationen von Carolin Isele enthält
Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann
Malerei inspiriert Wort: Unter dem Titel "Verwirbelungen der Zeit" bringt Vera Hewener ihre neuen Gedichte heraus. Illustrationen von Carolin Isele gaben teilweise den Anstoß für die Lyrik. Die beiden Künstlerinnen arbeiten schon seit einiger Zeit als Team.
Köllerbach. Vera Hewener wurde bereits, bevor ihr neuestes Buch "Verwirbelungen der Zeit" gedruckt vorlag, für ihre Gedichte in Thionville mit einem europäischen Literaturpreis ausgezeichnet. Die Autorin aus dem Köllertal hatte Gedichte in deutscher und in französischer Sprache zum Wettbewerb eingereicht. Die Gedichte in ihrem neuen Buch handeln von Reisen im weitesten Sinn, sie erzählen von Reisen durch die Zeit in die Vergangenheit und in die Zukunft und von realen Reisen, wie zum Beispiel Fahrten nach Griechenland oder Ausflügen nach Bernkastel. Das besondere an dem Buch ist, dass er Illustrationen von Kunsterzieherin Carolin Isele aus Walpershofen enthält. Die Bilder von Carolin Isele sind jedoch keine Illustrationen im klassischen Sinn. Denn hier folgte nicht der Text dem Bild, sondern umgekehrt, die Bilder waren zuerst da oder wurden von der Malerin passend zur Lyrik ausgewählt. Das kreative Team Hewener/Isele fand vor wenigen Jahren aus Anlass einer Ausstellung in der Riegelsberger Rathausgalerie zusammen. Auf Anregung des dortigen Kulturamtes schrieb Vera Hewener damals Gedichte passend zu Carolin Iseles Gemälden. Das Titelbild des Buches stammt übrigens ebenfalls aus dem Atelier in Walpershofen und war unter dem Titel "Partygeflüster" in einer Ausstellung im Völklinger Caf&; Umwalzer zu sehen. Bei der Buchvorstellung in Uhrmachers Haus in Köllerbach werden Gemälde von Carolin Isele präsentiert. Auch die Farbenpracht berühmter Maler wie Vincent van Gogh hat Vera Hewener zu Gedichten inspiriert. Neben der Malerei, den Reisen und Spaziergängen ist die Musik eine ihrer künstlerischen Quellen. Heweners lyrisches Werk umfasst auch Sozialkritik und Alltagsthemen. 1986 wurden zum ersten Mal Gedichte von ihr in der Theaterzeitung des Saarländischen Staatstheaters veröffentlicht. Vor zehn Jahren erschien Vera Heweners erstes Buch "Vermisstenanzeige", das übrigens ebenfalls, damals in Rom, mit einem ersten Preis auf internationaler Ebene ausgezeichnet wurde. Als Mitglied der Köllertaler Künstlerinitiative (KIK) nimmt Vera Hewener mit Gedichten an Gruppenausstellungen teil. So schrieb sie beispielsweise für die Ausstellung "Faites vos jeux" im Völklinger Rathaus Gedichte in französischer Sprache. Bei der Ausstellungsreihe Kunst im Schrank, die im Püttlinger Schlösschen geplant ist, will sie sich ebenfalls beteiligen. Die Buchvorstellung findet am morgigen Freitag, 22. Juli, 19.30, in Uhrmachers Haus statt.
Saarbrücker Zeitung vom 19.8.05 Im faulen Lehm der Gegenwart Von SZ-Mitarbeiterin RUTH ROUSSELANGE
1986 erschienen ihre ersten Gedichte in der Theaterzeitung des Staatstheaters. Mittlerweile hat Vera Hewener mehrere Lyrik-Bände veröffentlicht. Der neueste Band wurde mit dem Grand Prix Européen ausgezeichnet
Saarbrücken. Vera Heweners Gedichte scheinen in ein beständiges Flimmern gebettet. Um Wind, Licht, Farben sind sie zentriert, Wasserflecken spielen auf Sandbildern, Lichtküsse, nebelfeuchtes Federgras. Im faulen Lehm der Gegenwart lagern Zeitkristalle. "Verwirbelungen der Zeit" heißt der neue Lyrikband der in Saarwellingen geborenen Autorin. Neben eindringlichen Naturgedichten enthält er Reiselyrik, Mythologisches, von van Gogh-Gemälden und Musik-stücken Inspiriertes.
Auch die im Band versammelten Bilder der in Riegelsberg lebenden Künstlerin Carolin Isele hat Hewener bedichtet. Zart sind die Eindrücke, die ihre Gedichte hinterlassen, fast glaubt man, sie säßen nur flüchtig auf den Seiten, wollten sich, uneingezwängt, einfach davonmachen. Gerade hat ihr CEPAL, das renommierte europäische Zentrum zur Förderung der Kunst und Literatur in Frankreich, im Rahmen seines 10. Internationalen Literaturwettbewerbs den "Grand Prix Europ&;en" zuerkannt. Sie erhält ihn für Gedichte aus diesem Band und französische Gedichte über Paris. Auch ihr "Tango der Wörter" aus dem Libretto "Schrei der Freiheit" zur Musik von Christos Ktistakis erhielt 2004 von CEPAL den 1. Preis, Sparte "Deutsche Sprache". Ebenso ausgezeichnet der 2003 erschienene Gedichtband "Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken."
Überhaupt hat Hewener, von der nunmehr fünf Bücher erschienen sind, einige Auszeichnungen auf internationalen Literaturwettbewerben gewonnen. Die Lyrik ihres ersten Buches "Vermisstenanzeige", 2000 erschienen, befasste sich mit Geschehnissen während des Zweiten Weltkrieges, mit Judenverfolgung unterm Naziregime. Mit "Lichtflut", 2001, folgten Reisegedichte und Tagebuchnotizen, spätere Bände thematisieren Sozialkritisches, aber auch immer wieder Liebes- und Naturlyrik, der Hewener in ihrem jüngsten Band treu geblieben ist.
Inspirieren lässt sie sich von aktuellen Themen, von Orten, Stimmungen, Begegnungen mit Menschen. "Es kann aber auch ein Stadtspaziergang im Sonnenschein sein", erklärt sie vor einem Café; am St. Johanner Markt sitzend, zurückhaltend lächelnd. "Dann mache ich eine Wortfotografie dieses Bildes." Da ist es also wieder, das Licht, das ständig zwischen ihren Zeilen durchblitzt. Rilke, Krolow, Szymborska bewundert die diplomierte Sozialarbeiterin, während sie ein Houellebecq eher zu Gegentexten reizt. Ihre Neigung zum Musikalischen, die Musikgedichte zu Klavierstücken von Heitor Villa-Lobos oder Sonette zu Vivaldis "Vier Jahreszeiten" kommen nicht von ungefähr. Schon mit 13 sang sie in der Band ihres Vaters, machte später eine dreijährige klassische Gesangsausbildung bei einer Opernsängerin. Von 1982 bis 1987 wirkte sie im Konzert- und Extrachor des Saarländischen Staatstheaters mit. Als 1986 ihr Sohn zur Welt kam, gab es eine musikalische Pause, im gleichen Jahr erschienen, vom damaligen Schauspieldirektor Lothar Trautmann angeregt, ihre ersten Gedichte in der Theaterzeitung des Staatstheaters. Seitdem hat sich viel getan. Gerade ist der neue Band auf dem Markt, im Juli war die Präsentation im Köllerbacher "Uhrmacherhaus" - und schon plant sie das nächste Buch. Zweisprachig soll es werden, deutsch-französich, die Hälfte der Lyrik ist schon geschrieben. Ganz sicher wird sich auch darin wieder das Meer, die Zeit, der Wind finden, der auch jetzt, wie zur Erinnerung, ungestüm an über Bistro-Tischen aufgeschlagen Zeitungsseiten reißt. Vera Hewener: Verwirbelungen der Zeit. Lyrik mit Bildern von Carolin Isele. Wiku Verlag, 18,65 Euro.
Wochenspiegel vom 24.8.05 Wenn Dichtkunst sich mit Musik und Malerei verbindet… …dann ist man in die Präsentation des neuen Buches „Verwirbelungen der Zeit“ der Püttlinger Autorin Vera Hewener eingetaucht
„Denn die Zeit verspricht sich nicht“ war das Motto der Buchpräsentation „Verwirbelungen der Zeit“ von Vera Hewener, zu der die Stadt Püttlingen ins Uhrmacher Haus nach Köllerbach eingeladen hatte. Bürgermeister Martin Speicher gab sich als begeisterter Lyrikanhänger zu erkennen, schließlich ist er selbst Germanist. Er begrüßte kurzerhand die zahlreichen Besucher mit einer Rezitation von Gottfried Benn und gratulierte der Püttlingerin Vera Hewener zum kürzlich zuerkannten Literaturpreis „Grand Prix Européen“. Elmar Schirra würdigte das Werk, kam von Lyrik zur Lyra und stellte einige Kapitel des Buches vor wie die Naturlyrik, Reisegedichte aus Frankreich, England und Griechenland, Gedichte zu Bildern von Carolin Isele, Vinzenz van Gogh und zur Musik von Heitor Villa-Lobos. Die Gedichte, die von der Autorin vorgetragen wurden, zeichneten sich durch einen außergewöhnlichen Bilderreichtum aus und eine Sprache, deren Vieldeutigkeit geradewegs dazu herausfordert, das Buch mehrmals in die Hand zu nehmen, um in diese stimmungsvolle Wortwelt einzudringen und dort heimisch zu werden. Woher die Verbindung zur Musik und Griechenland kommt, fragt man sich angesichts der Fülle der Themen. Vera Hewener singt seit frühester Kindheit, mal solistisch, mal im Chor. Seit 2003 singt sie im Madrigalchor Dillingen und der wird von dem Griechen Dimitris Ktistakis geleitet. Er vermittelte auch den Kontakt zu seinem Bruder Christos Ktistakis, der Komponist ist und das Libretto „Schrei der Freiheit“ vertonte. Dimitris Ktistakis, der es gerade noch geschafft hatte, rechtzeitig aus Griechenland zurückzukehren, überzeugte zudem als ausgezeichneter Pianist. Zu den Textminiaturen nach dem Musikzyklus „Die Familie der Babys“ von Heitor Villa-Lobos spielte er die Klavierminiaturen „Porzellanpüppchen“ und die „Hexe“. Auffallend bei den Musikgedichten vor allem die „Blumensuite“, in der das Gefühl der Autorin für Rhythmus und das Gespür für das Zusammenfügen von Silben und Lauten besonders deutlich wurde. Eine weitere Akteurin in dieser freundschaftlichen Künstlergemeinschaft war die Malerin Carolin Isele, die für den Buchdeckel und den Innenteil des Buches ihre Bilder zur Verfügung stellte und sie an diesem Abend auch ausstellte. Dem hohen künstlerischen Niveau des Abends stand das Ambiente im Uhrmachers Haus nicht nach. Der Leiter der Werkstatt für kreatives Gestalten Mike Siebler hatte ein stilvolles Tischarrangement mit Accessoires hergerichtet, die an die Reisen erinnerten. Die jungen chinesischen Nachwuchsmusikerinnen Victoria und Elisabeth Shi nahmen die Chance wahr, erste Gehversuche auf der Geige zu machen. „Verwirbelungen der Zeit“. Vera Hewener. Éditions Paris E.U.R.L. WiKu-Verlag Berlin/Paris 2005. ISBN 3-86553-203-9. 18,65 Euro.
21.09.05 Saar-EchoLiteraturpreise an Saarländerinnen: Das Centre Européen pour la Promotion des Arts et des Lettres CEPAL hat die Preisträger des 10. Internationalen Literaturwettbewerbs in Thionville, Frankreich, geehrt, unter ihnen vier deutsche Teilnehmerinnen. In der Sparte „Deutsche Sprache“ wurde Vera Hewener aus Püttlingen der „Grand Prix Européen de Poésie“ und eine Bronzemedaille für kulturelle Verdienste, Helga Maas, Saarbrücken, der erste Preis für Haikus und Brigitta Lee-Dauelsberg der „Prix du Conte“ verliehen. In der Sparte Frankophonie erhielt Martina Merks-Krahforst, Tholey die „Trophée Européen“ und eine Bronzemedaille für kulturelle Verdienste.
|