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Die Poesie
Halten wir es mit Goethe, der einst unterschied. Es gibt
"drei echte Naturformen der Poesie: die klar erzählende, die enthusiastisch aufgeregte und die persönlich handelnde: Epos, Lyrik und Drama" (Johann Wolfgang von Goethe: Noten und Abhandlungen, in: J.W. v. Goethe: Werke, hrg. von E. Trunz, Band 2, Hamburg 1981, S. 187)
Lyrik ist die subjektivste Gattung der Literatur, was den Inhalt und die Ausdrucksform betrifft, eben enthusiatisch aufgeregt. Zugleich ist sie jedoch auch die kunstvollste. Ist sie doch über die Jahrhunderte hinweg von Auseinandersetzungen mit tradierten Formelementen geprägt wie z.B. Metrum, Vers, Strophe, Reim oder den Gedichtformen.
Auch nach der Adorno-Proklamation, dass nach Auschwitz kein Gedicht mehr zu schreiben sei (was dieser teilweise wieder relativierte), blühte die Lyrik wieder auf. Erst hermetisch verschlossen, vom Leser fast abgeschottet, von der Überstrapazierung der Symbolik und Verkleisterung in kaum noch verstehbare Metaphorpik bis hin zu den Syntaxzertrümmerern, löste sie sich wieder auf in Sprachästhetik, im poetischen Akt schlechthin. Selbst Michel Houellebecqs kramte in alten Verseschmieden und beugte seinen poetischen Diskurs überlieferten Formen wie dem klassischen Alexandriner. Böse Zungen behaupten sogar, es gebe mittlerweile mehr Personen, die Gedichte schreiben, als sie lesen oder gar kaufen. Weshalb große Verlage häufig nur noch Lyrik, wenn überhaupt von Hausautoren veröffentlichen.
Lyrik erfreut sich also wieder großer Beliebtheit. Um ein wenig über das Handwerk der lyrischen Dichtkunst zu verstehen, können Sie hier auszugsweise Grundlegendes über Metrik, Verse, Strophen und Gedichtformen nachlesen. Die Theorie veranschaulichen direkt im Anschluss an die Erläuterungen Textbeispiele.
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