|
Frühlingsliebe
Zauberin, ruf deine Engel herbei und fülle die Köcher, liebklar der Himmel, federwolkenleicht und beginne, Pfeile zu spitzen, Bögen zu spannen zum treffenden Duftschuss. Längst hat der Frühling Gelichter geweckt, verschenkt jene Rose, welche Herzblatt für Herzblatt, liebsüß getränkt, uns schon taumeln lässt.
© Vera Hewener aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
Elisabeth und der Tod (frei nach dem gleichnamigen Musical)
© Vera Hewener
Jenseits des Lichts flackern Kerzen, dunkler Versuchung geweiht, Kreaturen sich lösen, Tod, du Verführer der Nacht, lächelst mit süßem Verzücken, lockst mit blutvollem Kuss, Augen, die wissen, bestechen, Wilderer, gnadenlos schön.
Gnadenlos drängender Teufelskreis, Leidenschaft, Spiel mit der Zeit. Immer wieder suchst Nähe du, der nicht ablässt von mir. Rufst aus dem Schattenland Namen, tauchst in Gesellschaften auf, unerkannt bleibt, was du tust mir, unerkannt bleibt, was ich spür.
Herzschrei, reißende Strömung, glühende Glut lodert auf, schickst den Vollstrecker der Sehnsucht, sticht in mein Herz, du gewinnst. Schlingst mich ein, greifst meinen Körper, nimmst dir mein Wesen, das dein.
Tod, du Verführer der Nacht, nun bin ich ganz und gar dein, niemand wird trennen uns, jeder wird nennen uns Liebespaar einer anderen Zeit
Tod, du Verführer der Nacht, Herrscher mit Totenschrein, küsst mich mit Finsternis, scheust keine Bitternis, niemand ist vor dir gefeit.
|