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Vera Hewener Die Website für Literatur, Kultur und Gesellschaft
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Vorfrühling
im Zittergras Klagelaute der Zikaden
Krähenflug über verharschten Äckern
im Windfang glüht die Streuung des Lichts
bald brennt das Farbenfeuer im Schoß junger Zweige
der Beginn des Neuen Vogelchöre melden es der Himmelwächterin
Vera Hewener
aus: Es kommen andere Ewigkeiten. WiKu Verlag 2007.
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Müßige Stunden
Es dehnen die müßigen Stunden versponnen das Licht lautlos am Straßenrand reift es heran neues Grün treibt in den Tag ohne Absicht ein junges Fortune und in den Alleen verliert sich das Schattengesicht
Ich streife umher unterm Zittern des Sonnengeflechts Wind schlürft die Wärme und wedelt sie auf meine Haut Cello spielt wildes Gesträuch springt ein mystischer Laut als Elfen ertanzen den Lotfall des hellen Gehechts
Und alles was lebt sich dem flimmernden Rausch anvertraut plötzlich erkenne ich wieder was immer schon war atme den Duft und erspüre es unmittelbar das wahrhafte Leben das mir in die Seele geschaut
Vera Hewener
aus: Verwirbelungen der Zeit. WiKu Verlag Berlin/Paris 2005.
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Fruchtbares Feld
Gräser einer vergangenen Zeit sprießen wie seltene Orchideen aus dem Sand des Erlebten
Hast du dies fruchtbare Feld je erblickt das du ersehntest
Und Jahr um Jahr sich das Blühen über dem Beet verstreut das du gedüngt mit den Antworten die dich das Wachsen lehrte
Wo die Fragen verstummen wird kein Same mehr sein
Vera Hewener
aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003..
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Frühlingsgewitter
im Lichtlüster aufbrechender Knospen Blütengeflüster
Regen stürmt in den Höhen Wolkenschober verfinstern den Blick
ehe es aufhellt spannt ein Farbreif eine Himmelsbrücke in die Dunkelstatt
Vera Hewener
aus: Es kommen andere Ewigkeiten. WiKu Verlag 2007.
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Frühlingsserenade
Die weißbesetzte Welt bricht zögerlich ihr Schweigen sie klaubt den letzten Rest an Dunkelheit zusammen als in diesem Schwarz schon Sonnenpunkte schwammen ließ der gehetzte Mond den Duft heruntersteigen
auf kargen grauen Ästen jetzt Knospen lustvoll weiden in Sträuchern Licht betrunken Goldlöckchen Glanz entflammen im irren Rausch der Farben die Schwermut zu verdammen und österlich Geläut’ Erlösung will beeiden
Im zart beseelten Grün Narzissen sich entfalten die Krokusse erleuchten Blaumeisen verhalten den Lobgesang anstimmen auf dieses junge Leben
das so ersprießlich blüht und wächst im Aufbegehren die Liebe dieser Tage soll sich in uns mehren ass wir so reich gestärkt das Zaudern uns vergeben
Vera Hewener aus: Verwirbelungen der Zeit. WiKu Verlag Berlin/Paris 2005.
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Morgenröschen
Durch Ginster und Kiefern wob das Sonnengeflecht weißgelbe Lichtspur
trommelte, trillerte, flötete das Singvögelorchester welches sich raschen Flugs in die Weite erhob
am Wolkenrand bebte die Erde mild gestimmt atmete auf und duftete nach Morgenröschen
kein Herz, das jetzt nicht gewärmt und erstrahlte versucht vom süßen Klang himmlischen Wachstums
Vera Hewener aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
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Die Luft blüht lavendelblau im wölkchenweißen Horizont tagversonnener gelber Lockruf
über dem Dach kreisen Lichtsegel blenden die Nachttür, irritiert fällt sie ins Schloss
am Morgengrat reibt sich das Haupt jeglicher Verweigerung
Vera Hewener
aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
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Frühlingsmuster
wer fädelt die Namen der Blätter in die Zweige wer entzündet das Grün
es ist die lichte Nahrung der Sonne die ihr Blendwerk auf den Tag einstellt
wo sie hinabstrahlt fließen Fruchtstände über beginnt der Frühling mit seiner Musterung
Blumen ins Graskleid gestickt
© Vera Hewener
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Morgenflüstern
Zartes helles Pusten Tagwimpern flimmern und Morgensterne
Dunkeltöne fliehen Lichtwurz wiegt den Blauton
Vera Hewener aus: Bist Himmel mir und tausend Feuerfunken. Mauer Verlag 2003.
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Honigkrieg
Mich hüllten Düfte ein im Weiß der Rispenblüte, die Süße eingebunden auf der Blumenbank, in Sträuchern lockte Suchende der Nektartrank, die Wespen hingesunken in die Honigbrüte.
Libellen surrten ins Gestäub mit Lustgemüte, umklammerten das Astrohr, lupften frei und frank am Bacchusbecher aus dem offnen Blütenschank, vibrierten aufgeregt im Rausch der Nektargüte.
Die Wespen zogen ihre Fühler aus den Pollen, ersummten zornig Helfer aus den nahen Wiesen, gemeinsam sie zum Kampf um Nahrungstöpfe bliesen,
voll Ärgernis die Wespenbäckchen überquollen. Ein Luftsog zerrte plötzlich kräftig in den Lüften. Natur zerstob die Krieger, warf sie aus den Hüften
© Vera Hewener
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30.08.10 Flaschen -geister, Nebelfrauen und Bücherwürmer. Die Veranstaltungsreihe Litera- tissimo des Püttlinger Kulturamts fand am Freitag- abend im Schwesternhaus statt. Ein idealer Ort, um die Geister der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu locken. Gut 100 Zuhörer kamen, um sich zum vorletzten Mal in diesem Jahr vorlesen zu lassen. ....
02.09.10 Literatur in der “Roten Zone“ Köller- bachs - Vera Hewener und Georg Fox lasen im vollbesetzten Schwestern- haus....Eingeleitet wurde der Leseabend von Heweners historischem Rückblick in die Zeit vor dem zweiten Welt- krieg. Dass Karl Ludwig Rug die Barmener Erklärung mitgetragen hatte und sich gegen das Naziregime stell- te, war eine der Ausfüh- rungen. Dass das Straflager in Etzenhofen auf Hermann Röchling zurückging, war vielen nicht bekannt. Die Widmungsgedichte Heweners unterstrichen dies. ....
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Nächste Lesung: 17.09.10 um 19.30 Uhr Literatissimo “Poesie im Mondschein” Kath. Bücherei Liebfrauen mit Margret Roeckner, Vera Hewener und EVa Dörr-Vieregge
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