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Vera Hewener
Die Website für Literatur, Kultur und Gesellschaft

Es kommen andere Ewigkeiten
Ewigkeiten

Neuerscheinung 2007

Es kommen andere Ewigkeiten
Vera Hewener

ISBN 978-3-86553-189-6 WiKu Verlag Dr. Stein, Duisburg & Köln
14,65 €

 

Inhalt

Prolog
Prolog 1-3
Das geöffnete Gedächtnis 1-12
Die Nacht 1-15
Es kommen andere Ewigkeiten 1-7
Irrtümer 1-4
Das Sterben der Feuerrose 1-8
Geschöpfe des Lichts 1-7
Ewiges Licht 1-6
Allerliebstes Licht
Du trocknest meine Tränen wieder
Karmel
Staubkorn
Requiem

Sonnensee und Purpurflaum
Chronometer
Gravuren der Zeit
Nachtabzug
Sonnenaufgang
Zeitkreis
Lichtkampf
Morgendämmerung
Vorfrühling
Aufschwung
Frühlingsgewitter
Mittagsfliege
Sommergarten
Sommerlied
Blaue Stunde

Merziger Rosentage
Rosenblüte
Rosengarten
Rosenhymne
Sommerrosen

Blätterschmelze
Bitterkraut des Herbstes 1-7
Vogelflug
Blätterschmelze
November
Nachtfahrt

Paris
Paris im Zauber
Auf den Boulevards
Bois des Boulogne
Erotischer Nachmittag
Das Lied der Städte

La Jenny II
Pinien
Lichtfieber
Meersand
Wolkenfuge
Meerluft
Früher Morgen
Sonnensonate
Hitzebruch
Kusszone der Zeit
Sonnenuhr
Dekadenz des Lichts
Halde der Ewigkeit

Thessalien II
Alkazars Brunnensee
Stundentakt
Flussfest am Pinios
Olympische Küste
Brücke von Tembi

Luxemburger Herbst
Waistrooss
Schengen
Moselpromenade
Moselgestade

Chateau Monhoudou
Schlosspark
Ostwind
Schlossgeister
Entrée
Gesellschaftszimmer
Diner aux candélabre

Vincent van Gogh
Pinselstrich des Mittags
Sonnenuntergang
Wintertönung
Auftrag der Farben

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Am Kamin
Karneval
Lerchenklang
Schneeglöckchen
Weiße Pracht
Barkarole
Lied des Mähers
Die Ernte
Die Jagd
Herbstlied
Auf der Troika
Weihnachten

Franz Liszt
Die traurigen Gondeln
Graue Wolken

Frédéric Chopin
Regenlied

Robert Schumann
Träumerei

Waldemar Ahlen
Sommerfrieden

Henry Dixon Cowell
Abschied
Bio-Bibliographie
 

Über das Gedicht “Gravuren der Zeit” von Marion Meier, Bibliothek deutschsprachiger Gedichte:
“ eine sprachliche Schöpfung, die man nur als gelungen bezeichnen kann. ...Was die Bildhaftigkeit angeht, kann man Ihr hohes poetisches Vermögen wahrnehmen. ..Insgesamt überzeugen hier vor allem die wunderschönen plastischen Bilder und Klänge der ersten Strophe.”  Juni 2007

Gravuren der Zeit

Sonne wirbelt ihr rotes Haar
wirft Strähnen voller Glut
ins ausblutende Grau
der Morgen bürstet die Farben aus

wenn sie auf Glas treffen
strahlen sie zurück in den Himmel
in den Tag der seine Zeit
an den Gravuren der Spiegelungen misst

glauben muss ich was die Zeit sagt
denn die Weite ist des Ewigen Aufgang

Vera Hewener

Saarbrücker Zeitung vom 20.11.07
"Hin und wieder küsst mich die Muse"
Talkrunde mit Vera Hewener über ihr neues Buch, ihr Leben und das Schreiben
Eine Buchvorstellung im Talkshow-Stil - das hat Charme. Mike Siebler und die Autorin Vera Hewener führten die neue Form im Püttlinger Schlösschen vor und plauderten über Heweners Buch "Es kommen andere Zeiten".

Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann

Püttlingen. Mike Siebler plauderte mit der Lyrikerin Vera Hewener (Foto: Iris Maurer) über ihr neues Buch und über das Leben der Schriftstellerin und Sozialarbeiterin an und für sich. Dabei erfuhr man beispielsweise, dass Vera Hewener zwischen sechs Geschwistern aufwuchs und dass sie ein pflegeleichtes Kind war, das sich gern still in eine Ecke zurückzog und mit sich selbst beschäftigte. Dort liegen auch die Wurzeln für das Gedichteschreiben. Ihr allererstes Gedicht verfasste sie mit 15 Jahren, und das liege irgendwo in einem Koffer.
Mike Siebler fragte nach dem Weg in die Öffentlichkeit, und sie antwortete: "Viel lesen, wie und was andere schreiben und nachprüfen, ob das eigene den Kriterien genügt."
"Ist es Lyrik? Hat es diese verdichtete Sprache?", habe sie sich gefragt. Bei ihrer allerersten Lesung in Püttlingen, erinnert sich die Autorin, "ging es hoch her", denn was man schreibt, trifft nicht überall auf Zustimmung". Ihre sozialkritischen Texte wären auf Unmut gestoßen, erzählte sie und erklärte: "Ich bin Sozialarbeiterin und habe tagtäglich damit zu tun, in 14 Jahren Aids-Beratung habe ich Schwierigkeiten hautnah erlebt."
So sind Leben und Schreiben verwoben. "Man setzt sich hin und fängt an zu schreiben und schreibt und schreibt" sagt sie und auch: "Hin und wieder küsst mich die Muse, aber es ist auch viel Arbeit". An anderer Stelle erzählte sie, dass ihr oft beim Autofahren Themen und Verse einfallen. Dann fahre sie rechts ran, denn Stift und Papier seien stets in der Handtasche präsent. Mike Siebler und Vera Hewener unterhielten sich von Sessel zu Sessel. Das Gespräch war spannend und zeugte von einer intensiven Vorbereitung. Zwischendurch las die Püttlinger Autorin Gedichte aus ihrem neuen Buch und auch aus älteren Lyrikbänden. Man wünscht sich weitere Treffs dieser Art.

Auf einen Blick
Vera Hewener
befasst sich oft intensiv mit einem Thema, beleuchtet es von allen Seiten. Leitmotiv und roter Faden ihres neues Buches ist die "Ewigkeit". Gedichte, die sich um die ewige Liebe und auch die vergängliche Liebe drehen, gehören ebenso dazu wie religiös inspirierte über das ewige Leben. So hat die Autorin auch Engeln einen Zyklus gewidmet. Dem Thema Zeit mit all seinen Facetten widmet sie sich schon seit Jahren. Sprache als Wort, Schrift und Schweigen und auch als Körpersprache spielt in den Gedichten ebenfalls eine große Rolle. Sie ist trennendes oder verbindendes Element und sie ist nicht zuletzt das Material, aus dem Gedichte gestrickt sind. hof

Saarbrücker Zeitung 7.8.07
Über Poesie, Preise und Pokale
Die Köllerbacher Autorin Vera Hewener sprintet mit ihren Gedichten an der Konkurrenz vorbei - Auszeichnung in Thionville
Püttlingen.
Ihre Disziplin ist das Dichten. Vera Hewener aus Köllerbach schreibt im Freistil und in klassischer Form. Sonette und sapphische Oden findet man in ihren Büchern ebenso wie Eigenkreationen mit Kreuzreim und sechszeiligen Strophen. Zwei Pokale, und zwar die Novalis-Statue sowie den silbernen Pokal für den Grand Prix Europ&;en de Po&;sie hat sie schon auf dem Kamin in Köllerbach stehen. Einen dritten, die Goethe-Trophäe, wird sie Mitte September in Thionville beim Zentrum für die Förderung von Kunst und Literatur in Empfang nehmen. War die gebürtige Saarwellingerin vor zwei Jahren mit einem Zyklus von sechs Gedichten, davon zwei in französischer Sprache, erfolgreich, so gilt die neue Auszeichnung dem Gedichtband "Verwirbelungen der Zeit", der letztes Jahr im Wiku-Verlag erschienenen ist.
Auf den grenzüberschreitenden Wettbewerb wurde die Autorin durch eine Notiz in der Saarbrücker Zeitung aufmerksam. Wie sie zu Auszeichnungen in Rom kam, ist ihr dagegen schleierhaft. Jedenfalls müssen sich ihre Gedichte irgendwie bis nach Italien rum gesprochen haben, denn sie erhielt Urkunden und die Ehrenmitgliedschaft vom Centro Europeo di Cultura. Urkunden hängt die Dichterin übrigens mittlerweile nicht mehr auf. 16 sind es nämlich bis dato. Und so wollen wir sie auch hier nicht im Einzelnen aufzählen.
Die ersten Veröffentlichungen findet man in einer Ausgabe der Staatstheaterzeitung von 1985. Hewener erzählt, sie sei damals Mitglied im Extra-Chor am Staatstheater gewesen, und so habe sich das ergeben. Um Abrüstung und Krieg ging es in diesen Gedichten. Auch in ihrem ersten, ebenfalls preisgekrönten Buch "Vermisstenanzeige", das 2000 erschien, setzt sie sich in Gedichten und Kurzprosa mit ernsten Dingen wie dem KZ Neue Bremm oder dem alten jüdischen Friedhof in Saarbrücken auseinander.
Wie jeder gute Sportler ruht sich Vera Hewener nicht auf ihren Lorbeeren aus. Vor Kurzem sind neue Gedichte unter dem Titel "Es kommen andere Ewigkeiten" von ihr im Wiku-Verlag erschienen. Nach der Sommerpause soll das Buch bei einer Litera-Tour mit einzelnen Lesestationen in Püttlingen vorgestellt werden. Dann wäre da noch zu erwähnen: Vera Hewener ist in die Riege der Schulbuch-Autoren aufgenommen worden. "Grünland", ein Gedicht zu Van Goghs Gemälde "Grünes Weizenfeld mit Zypresse", steht im ersten Band der Arbeitsmaterialien für Deutsch in der Grundschule. In Band Zwei folgen jetzt eine Nachdichtung zu Vivaldis Winter-Sonett im Hewener-Stil sowie ihr "Wintermärchen". hof

Prolog

I

In der Mitte der Sonne
hält sich im Gleichgewicht
was wir nicht gegeneinander
abwägen können

die Flammen
die Hitze

im Schmelztiegel schleppt sich
dein Himmel ins Licht
versengt das innere Auge

Landschaften zerfallen zu irdischer Asche
erdwärts ihr Rückzug
überstäubt den nackten Boden
mit göttlichen Buchstaben

schöpft die Abschrift des Neuen
aus dem Ewigen
eine höhere Kraft

Vera Hewener


Die Nacht

XIII

Viel zu lange huldigten wir der Nacht
hofften dass der Tag verschleiert bliebe

die Lilien wie du sie gedacht
ein weißer Nebel
du legst die Hand unter die Träume
um ihr Auflösen zu verhindern

der Augenblick reicht nicht aus
um das Unausweichliche aufzuhalten

nur dies:
welcher Tag stärkt Utopien die entstanden
aus deinen und meinen Nächten

was kann kälter sein als der geraffte Morgen
aus Sternenscherben und Mondsplitter



Vera Hewener


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Fruchtbares Feld

Gräser einer vergangenen Zeit
spriessen wie seltene Orchideen
aus dem Sand des Erlebten

Hast du dies fruchtbare Feld
je erblickt das du ersehntest

Und Jahr um Jahr
sich das Blühen über dem Beet verstreut
das du gedüngt mit den Antworten
die dich das Wachsen lehrte

Wo die Fragen verstummen
wird kein Same mehr sein

© Vera Hewener

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