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Saarbrücker Zeitung vom 20.11.07 "Hin und wieder küsst mich die Muse" Talkrunde mit Vera Hewener über ihr neues Buch, ihr Leben und das Schreiben Eine Buchvorstellung im Talkshow-Stil - das hat Charme. Mike Siebler und die Autorin Vera Hewener führten die neue Form im Püttlinger Schlösschen vor und plauderten über Heweners Buch "Es kommen andere Zeiten".
Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann
Püttlingen. Mike Siebler plauderte mit der Lyrikerin Vera Hewener (Foto: Iris Maurer) über ihr neues Buch und über das Leben der Schriftstellerin und Sozialarbeiterin an und für sich. Dabei erfuhr man beispielsweise, dass Vera Hewener zwischen sechs Geschwistern aufwuchs und dass sie ein pflegeleichtes Kind war, das sich gern still in eine Ecke zurückzog und mit sich selbst beschäftigte. Dort liegen auch die Wurzeln für das Gedichteschreiben. Ihr allererstes Gedicht verfasste sie mit 15 Jahren, und das liege irgendwo in einem Koffer. Mike Siebler fragte nach dem Weg in die Öffentlichkeit, und sie antwortete: "Viel lesen, wie und was andere schreiben und nachprüfen, ob das eigene den Kriterien genügt." "Ist es Lyrik? Hat es diese verdichtete Sprache?", habe sie sich gefragt. Bei ihrer allerersten Lesung in Püttlingen, erinnert sich die Autorin, "ging es hoch her", denn was man schreibt, trifft nicht überall auf Zustimmung". Ihre sozialkritischen Texte wären auf Unmut gestoßen, erzählte sie und erklärte: "Ich bin Sozialarbeiterin und habe tagtäglich damit zu tun, in 14 Jahren Aids-Beratung habe ich Schwierigkeiten hautnah erlebt." So sind Leben und Schreiben verwoben. "Man setzt sich hin und fängt an zu schreiben und schreibt und schreibt" sagt sie und auch: "Hin und wieder küsst mich die Muse, aber es ist auch viel Arbeit". An anderer Stelle erzählte sie, dass ihr oft beim Autofahren Themen und Verse einfallen. Dann fahre sie rechts ran, denn Stift und Papier seien stets in der Handtasche präsent. Mike Siebler und Vera Hewener unterhielten sich von Sessel zu Sessel. Das Gespräch war spannend und zeugte von einer intensiven Vorbereitung. Zwischendurch las die Püttlinger Autorin Gedichte aus ihrem neuen Buch und auch aus älteren Lyrikbänden. Man wünscht sich weitere Treffs dieser Art.
Auf einen Blick Vera Hewener befasst sich oft intensiv mit einem Thema, beleuchtet es von allen Seiten. Leitmotiv und roter Faden ihres neues Buches ist die "Ewigkeit". Gedichte, die sich um die ewige Liebe und auch die vergängliche Liebe drehen, gehören ebenso dazu wie religiös inspirierte über das ewige Leben. So hat die Autorin auch Engeln einen Zyklus gewidmet. Dem Thema Zeit mit all seinen Facetten widmet sie sich schon seit Jahren. Sprache als Wort, Schrift und Schweigen und auch als Körpersprache spielt in den Gedichten ebenfalls eine große Rolle. Sie ist trennendes oder verbindendes Element und sie ist nicht zuletzt das Material, aus dem Gedichte gestrickt sind. hof
Saarbrücker Zeitung 7.8.07 Über Poesie, Preise und Pokale Die Köllerbacher Autorin Vera Hewener sprintet mit ihren Gedichten an der Konkurrenz vorbei - Auszeichnung in Thionville Püttlingen. Ihre Disziplin ist das Dichten. Vera Hewener aus Köllerbach schreibt im Freistil und in klassischer Form. Sonette und sapphische Oden findet man in ihren Büchern ebenso wie Eigenkreationen mit Kreuzreim und sechszeiligen Strophen. Zwei Pokale, und zwar die Novalis-Statue sowie den silbernen Pokal für den Grand Prix Europ&;en de Po&;sie hat sie schon auf dem Kamin in Köllerbach stehen. Einen dritten, die Goethe-Trophäe, wird sie Mitte September in Thionville beim Zentrum für die Förderung von Kunst und Literatur in Empfang nehmen. War die gebürtige Saarwellingerin vor zwei Jahren mit einem Zyklus von sechs Gedichten, davon zwei in französischer Sprache, erfolgreich, so gilt die neue Auszeichnung dem Gedichtband "Verwirbelungen der Zeit", der letztes Jahr im Wiku-Verlag erschienenen ist. Auf den grenzüberschreitenden Wettbewerb wurde die Autorin durch eine Notiz in der Saarbrücker Zeitung aufmerksam. Wie sie zu Auszeichnungen in Rom kam, ist ihr dagegen schleierhaft. Jedenfalls müssen sich ihre Gedichte irgendwie bis nach Italien rum gesprochen haben, denn sie erhielt Urkunden und die Ehrenmitgliedschaft vom Centro Europeo di Cultura. Urkunden hängt die Dichterin übrigens mittlerweile nicht mehr auf. 16 sind es nämlich bis dato. Und so wollen wir sie auch hier nicht im Einzelnen aufzählen. Die ersten Veröffentlichungen findet man in einer Ausgabe der Staatstheaterzeitung von 1985. Hewener erzählt, sie sei damals Mitglied im Extra-Chor am Staatstheater gewesen, und so habe sich das ergeben. Um Abrüstung und Krieg ging es in diesen Gedichten. Auch in ihrem ersten, ebenfalls preisgekrönten Buch "Vermisstenanzeige", das 2000 erschien, setzt sie sich in Gedichten und Kurzprosa mit ernsten Dingen wie dem KZ Neue Bremm oder dem alten jüdischen Friedhof in Saarbrücken auseinander. Wie jeder gute Sportler ruht sich Vera Hewener nicht auf ihren Lorbeeren aus. Vor Kurzem sind neue Gedichte unter dem Titel "Es kommen andere Ewigkeiten" von ihr im Wiku-Verlag erschienen. Nach der Sommerpause soll das Buch bei einer Litera-Tour mit einzelnen Lesestationen in Püttlingen vorgestellt werden. Dann wäre da noch zu erwähnen: Vera Hewener ist in die Riege der Schulbuch-Autoren aufgenommen worden. "Grünland", ein Gedicht zu Van Goghs Gemälde "Grünes Weizenfeld mit Zypresse", steht im ersten Band der Arbeitsmaterialien für Deutsch in der Grundschule. In Band Zwei folgen jetzt eine Nachdichtung zu Vivaldis Winter-Sonett im Hewener-Stil sowie ihr "Wintermärchen". hof
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