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zum Bild: Geritzt. Carolin Isele
Prometheus Variation
Vera Hewener
1 Auf Höhen brennt noch Hellas Herz, es lebt Olymp! Den Wolkendunst kennt wohl er, der kein Knabe mehr.
So himmlisch flimmert seines Augs Titanenspross, und all sein Schimmern wähnt versunknes Blut!
Wie flammte auf der Gruß im Blick als eines Weltgewandten, der dennoch trauert um seine Heimatstatt.
Oh, ihr Gewaltigen! Was leiht ihr ihm in seiner Seel’ ? Dies Schwingen! Bezwingt das Werden, das ihm nicht Mutter ist.
2 Wie kann er sehen Lichtes Zeit so nah, doch fern, wenn seines Sinnens Ungemach ihn selbst erdrückt.
Dort Kronos droht, die Sichel hält er schon vor ihm, und Zeus die Pläne kreuzen will mit kaltem Herz.
In all dem Wirren göttlicher Verschwörung harrt er doch und hält den Stengel hin, dass Feuer sprüht!
Oh wes Gebärendes! Es brennt die Welt, die ihn umschließt. Welch’ Schmerzen! Kaukasus wartet. Zeus trotzte er für sie.
3 Verbanne dieser Ängste Fluch! Der Kunst geweiht, geschmiedet einzigartig an ein Kettenland.
Der Adler fliegt an ihm vorbei, des Hungerns müd. Es stürmt die Erde ungebändigt die Allgewalt.
Wer wird es wagen gegen alles, das ihn schon jagt? Und diese Fackel, wird sie lodern, getreu dem Gruß?
Hört die Gezeiten! Sie fragen nicht, ob es gefällt. Dies Rauschen! Beraubt des Denkens, dem Wahnsinn ausgeliefert.
aus: Verwirbelungen der Zeit. WiKu Verlag Köln/Duisburg Paris 2005.
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