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Vera Hewener Die Website für Literatur, Kultur und Gesellschaft
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Die Ballade
Die Ballade verbindet lyrische, epische und dramatische Elemente. Es ist eine Art Erzählgedicht, das in Strophen untergliedert ist und häufig ein Reimschema verfolgt. Ursprünglich als Tanzlied bekannt, entwickelte sich die Form der Ballade in Deutschland im 18. Jahrhundert weiter. Die volkstümlich-traditionelle Ballade, die von einer Generation zur nächsten mündlich als Tanzlied überliefert wurde, fand in der Form der Kunstballade eine Fortsetzung bei Bürger, Hains oder auch Goethe, Schiller (Erlkönig/Die Kraniche des Ibikus) oder Fontane (John Maynard). Moderne Songschreiber nutzen auch heute noch die Form der Ballade, um ein Geschehen, das meist eine soziale, emotionale oder weltanschauliche Komponente verfolgt, darzustellen
www.literaturwelt.com/spezial/ballade www.balladen.de www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ballade-theorie-didaktik-skripte
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Die Flut
© Vera Hewener
Lange bevor das Hochwasser kam wanderte ich über weites Watt, durchwatete Priel um Priel, Sandbank um Sandbank, stampfte, schlitterte, torkelte ich.
Unter den Gummistiefeln den Boden aus Poseidons Maul, ausgespuckt zu Haufen der Marsch.
Beim Glockenschlag zehn verließ ich den Pfad von fischriechendem Wasser und steigender Flut, tobte in mir die Unruhe wie Seemanns Gedacht: Komm ich noch zurück vor der Urgewalt Ungnad?
Die Wellen schlugen mir drohend nach, aufbrausten in schäumendem Singsang. Kreischende Möwen stimmten mit ein in das Lied. Noch stieg die Flut.
Rinnen füllten sich breit und breiter, drängten die Priel in die Furchen des Watt. Laufenden Schrittes klopfte mein Herz in die Angst vor den nassen Massen.
Endlich tauchten am Horizont auf die Wacht vor der Macht der Natur. Stolpernd kreuzte ich alle Rippeln, am Strand gestrandet wie zeitloses Treibgut. Noch stieg die Flut.
aus: Lichtflut. Vera Hewener. Edition Calamus. BoD GmbH Norderstedt 2001. ISBN 3-8311-1493-5
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Tanz der Musen am Schäferbach
© Vera Hewener
Weit hinter den Fichten singt hell Erato Göttinnen der Schönheit ein lockendes Lied es tanzt Terpsichore im silbernen Mondschein in wallender Seide das Rabenvolk flieht
Urania strahlte und spannte den Wagen am Himmel der Sterne voll taumelnden Lichts die Grazien eilten den Schwestern zur Seite bis auf die Muse des Heldengedichts
Bacchantinnen kamen mit Dionysos verteilten den Wein im schillernden Dunkel sie tranken und lachten und niemand bemerkte das Nahen des Stammelns aus Hades Gemunkel
Moiren zogen am Lebensfaden umwoben die Pfründe am Schäferbach Styx erwachte aufflogen Raben aufbrach die Schlucht in laut tosendem Krach
aufschreckten die Trunk`nen aus Freuden und Lüsten das Stöhnen der Tiefe aus Abgrund und Wehen ein Trauerspiel schrillte Erinnyen lachten die Musen des Schönen mussten vergehen
die Schlucht aber blieb fortan ein Zeichen auf jene zu warten die unfertig sind Kalliope allein wacht nun hinter den Fichten und schützt vor dem Abgrund ein spielendes Kind
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Rittergrube
© Vera Hewener
Ritter raunen auf der Koppel staunen über das Gehoppel einer ganzen Hasenschar
in vergangenen Jahrzehnten rangen sie in ausgedehnten Kämpfen um der Liebsten Haar
hört der Hufe dumpfes Stampfen Rufe Klirren Rosse dampfen schnauben laut im schnellen Ritt
bis die Zeit den Schleier zieht vor den Förderturm sich kniet bringt die Pferde aus dem Tritt
nur die muntre Hasenschar hoppelt wie es immer war
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Ballade vom wahren Schneckenputsch
© Vera Hewener
Zwischen Buchsbaum Schilf und Hecken, zwischen Thymian und Farn, spinnt ein silbrig schimmernd’ Garn eines ganzen Rudels Schnecken.
Kommt ein Laubfrosch angesprungen auf Maßliebchens Blütenblatt, Baldurs Auge blinzelt matt, ist zum Ahorn vorgedrungen.
Liegt ein Rotfuchs auf der Lauer, hält am Morgen schon die Wacht, hat in manchen Gärten Pacht unter Löchern einer Mauer.
Sieht den Laubfrosch munter wandern, denkt sich, welch ein kleines Mahl. Frosch erquickt der Sonnenstrahl, flatscht von einem Platz zum andern.
Schleicht der Rotfuchs in der Hocke sich zur Beute nah heran, bis er sich draufstürzen kann, raschelt eine Rosenlocke.
Lurchtiers Auge späht zur Seite, sieht den Rotfuchs auf dem Sprung, vor ihm glänzt der Schneckendung, sucht mit einem Satz das Weite.
Rotfuchs jagt mit einem Rutsch, trifft die Schleimspur folgenschwer, schlittert, schleudert hinterher. Laubfrosch ist schon lange futsch.
Das ist wahrer Schneckenputsch!
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Gasteiner Ballade
© Vera Hewener
Zwischen Bergspitzen raucht Nebel, ist der Sonne Augenknebel im Gasteiner Tal.
Eingepfählte Wegpassagen, zugeschneite Höhenlagen, der Brückensteig ist schmal.
Spuren zeichnen meinen Tritt, Ferne fällt mit jedem Schritt. Das Bild verblasst, wird fahl.
Von Dorfgastein bis Laderding ein Sonnenschweif in Gipfeln hing, des Wand’rers liebste Wahl.
Der Achenpromenade nach vereistes Gras am Ufer brach, die Erde quoll schwarz auf.
Nach Stunden dann Bad Hofgastein, der Thermentempel lud mich ein, der warme Wasserlauf.
Ich gönnte meinen Füßen Ruhe, löste meine Wanderschuhe, beendete die Qual.
Erholt der Stadtbummel begann, ich mich der Wegstrecke entsann, der Kilometerzahl,
die ich grad hinter mir gelassen, konnte ich es nicht recht fassen. Es war einmal
die Lust, das Winterherz zu finden, die Zeit in der Erinn’rung binden, der Suche heil’ger Gral.
aus: Lichtflut. Vera Hewener. Edition Calamus. BoD GmbH Norderstedt 2001. ISBN 3-8311-1493-5
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30.08.10 Flaschen -geister, Nebelfrauen und Bücherwürmer. Die Veranstaltungsreihe Litera- tissimo des Püttlinger Kulturamts fand am Freitag- abend im Schwesternhaus statt. Ein idealer Ort, um die Geister der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu locken. Gut 100 Zuhörer kamen, um sich zum vorletzten Mal in diesem Jahr vorlesen zu lassen. ....
02.09.10 Literatur in der “Roten Zone“ Köller- bachs - Vera Hewener und Georg Fox lasen im vollbesetzten Schwestern- haus....Eingeleitet wurde der Leseabend von Heweners historischem Rückblick in die Zeit vor dem zweiten Welt- krieg. Dass Karl Ludwig Rug die Barmener Erklärung mitgetragen hatte und sich gegen das Naziregime stell- te, war eine der Ausfüh- rungen. Dass das Straflager in Etzenhofen auf Hermann Röchling zurückging, war vielen nicht bekannt. Die Widmungsgedichte Heweners unterstrichen dies. ....
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Nächste Lesung: 17.09.10 um 19.30 Uhr Literatissimo “Poesie im Mondschein” Kath. Bücherei Liebfrauen mit Margret Roeckner, Vera Hewener und EVa Dörr-Vieregge
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